In der Ausgabe November/Dezember 2006 findet Ihr:
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![]() Liebe Musikfreundinnen und -freunde, wie die Zeit vergeht! Über 40 Jahre ist es her, dass Franz Josef Degenhardt in seinen Bänkel-Songs erstmals Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen der Bundesrepublik übte. Die Wiederentdeckung des Genres „politisches Lied“ in unserem Land, nachdem es in den Nachkriegsjahren praktisch nicht existierte, ist in weiten Teilen ihm zu verdanken. Im Dezember wird Deutschlands wohl bekanntester politischer Liedermacher 75 Jahre alt. Thomas Rothschild und Konstantin Wecker gratulieren für den Folker!. Überhaupt sind offensichtlich runde Geburtstage in der Liedermacherszene angesagt. Im Oktober wurde Georg Danzer 60 Jahre. Mit unserer Gratulation verbunden ist der Wunsch nach baldiger Genesung von seiner Krebserkrankung. Nikolaus Gatter würdigt in diesem Heft den ersten Liederpreisträger der Liederbestenliste: Wolf Biermann. 1984 bekam er den damals vom Südwestfunk vergebenen Preis für sein Lied „Der Deserteur“. Heute, 70 Jahre alt, kann er sich offensichtlich an diese Zeit nicht mehr erinnern. Zeigte er sich doch völlig desinteressiert daran, auf einer CD mit den anderen Liederpreisträgern aus über 20 Jahren Liederbestenliste-Geschichte vertreten zu sein (Liederfest - Liederbestenliste Live; Conträr Musik). Ein Wort in eigener Sache: In der im Frühjahr erschienenen Jubiläumsausgabe - dem 50. Folker!-Heft - habe ich das Selbstverständnis unserer Zeitschrift vor dem Hintergrund des damals beigefügten Fragebogens für die Leserinnen und Leser so beschrieben: „Profil statt Format ist der Leitgedanke der Redaktion. Unbeschadet von Marketingschubladen ... ist die Folker!-Redaktion fest entschlossen, diesen Weg auch für die nächsten 50 Hefte zu beschreiten.“ Gleichzeitig habe ich an die Positionsbestimmung erinnert, auf deren Grundlage 1998 der erste Folker! erschien: „Wir haben uns vorgenommen, die ganze Breite der Szene in den Bereichen Folk, Lied und Weltmusik zu präsentieren. Wobei immer ein besonderer Augenmerk auf das Geschehen in Deutschland gerichtet werden soll.“ Ich erinnere daran deswegen noch einmal, weil im Mittelteil dieses Heftes erste Ergebnisse der Leserumfrage vorgestellt werden. Ergebnisse, die der Redaktion leider nicht rechtzeitig vorlagen und die daher auch noch nicht diskutiert werden konnten. Aus diesem Grund will ich an dieser Stelle auch von jeglicher Kommentierung Abstand nehmen. Nur soviel sei gesagt: Umfragen dienen als Anhaltspunkte bei der inhaltlichen Orientierung einer Zeitschrift. Sie können das Selbstverständnis einer Redaktion jedoch nicht ersetzen. Und da hat die gerade noch einmal skizzierte Ausrichtung dieser Folker!-Redaktion Bestand. Das soll nicht heißen, dass man nicht auch einmal etwas Neues probieren soll. So sollen Österreich und die Schweiz zukünftig verstärkt in das Blickfeld unserer Berichterstattung fallen. In diesem Heft z. B. tun wir diese mit Artikeln über die in diesen Tagen in Deutschland tourenden Künstler Ludwig Hirsch und die Braven Buben; sowie einem Porträt von Dänu Brüggemann und der LiederLobby, einer neuen Organisation, zur Förderung der Schweizer Liedermacher- und Mundartszene. Getreu dem inhaltlichen Spektrum des Folker! finden Sie aber auch in dieser Ausgabe natürlich Beiträge über Folkmusik - u. a. das Porträt über Seán Keane -, Weltmusik - u. a. einen Artikel über die brasilianische Sängerin Paula Morelenbaum - und Artverwandtes, wie die Vorschau auf die Leverkusener Jazztage, die dieses Mal „Folksaiten“ aufziehen, wie Rolf Beydemüller festgestellt hat. Und damit entlasse ich Sie wieder einmal in die Lektüre eines neuen Folker!, der letzten Ausgabe in diesem Jahr. Ihr Folker!-CvD PS: Wenn dieses Heft erscheint, sind es nur noch wenige
Tage bis zu den so genannten midterm elections in den USA, bei denen
ein Drittel des Senats und das gesamte Repräsentantenhaus neu bestimmt
werden. Diese Wahlen gelten traditionell als wichtiger Gradmesser der
politischen Stimmung und als Vorschau auf die kommenden
Präsidentschaftswahlen. Wenn die Umfragen ein Gradmesser für die
Stimmung im Lande sind, dann müssen sich die Republikaner Sorgen um
ihre Mehrheit machen. Das ist zwar für alle Kritiker der Bush-Regierung
ein Grund zur Freude. Doch leider befinden sich die oppositionellen
Demokraten in einem bedauernswerten Zustand. Von einer klaren politischen
Alternative kann keine Rede sein. Trotz aller Kritik am Weißen Haus,
hat die Opposition einen Großteil der unsozialen Politik mitgetragen
und ist immer noch nicht in der Lage, geschlossen den Abzug der US-Soldaten
aus dem Irak zu fordern. Nach dem Motto „Der Spatz in der Hand ist mir
lieber als die Taube auf dem Dach“ setzen sich dennoch auch in der
Musikszene viele Künstlerinnen und Künstler für die
Demokraten ein. Unter dem Namen Music Row Democrats hat sich eine Gruppe von
Musikern aus Nashville zu Wort gemeldet. Sie wollen damit u. a. klar
stellen, dass die alte Gleichung „Countrymusik = konservativ =
Republikaner“ nicht mehr stimmt. Auf der Website der Organisation ( |