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unterwegs: www.maeker-tours.de 03.11.06: Murg-Oberhof, Café Verkehrt 04.11.06: Geislingen, Rätsche im Schlachthof 08.11.06: Gladbeck, Festsaal der Freien Waldorfschule 11.11.06: Obing, Kleinkunstbühne zur Post 16.11.06: Öhringen, Jazzclub im Alten E-Werk 17.11.06: Ravensburg, Zehntscheuer 18.11.06: Esslingen, Kulturzentrum Dieselstraße 20.11.06: München-Schwabing: Irish Folk Pub 22.11.06: Ratingen, Manege Lintorf 23.11.06: Osterholz-Scharmbeck, Gut Sandbeck 24.11.06: Minden, Kulturzentrum BÜZ 25.11.06: Kreuztal, Weiße Villa in Dresslers Park |
Er gewann bereits mehr als ein Dutzend Titel für seine
musikalischen Leistungen, seine Alben halten sich wochenlang in den Charts,
und auch Platin hat er schon gesehen. Dabei gibt es so viele in Irland und
anderswo, die eigentlich genau das gleiche machen wie Seán Keane - sie
singen traditionelle und zeitgenössische irische Balladen, auch mal
eingängige Stücke aus anderen Genres, und würzen das Ganze dann gerne noch
mit ein paar flotten Reels und Jigs. Sie tun dies häufig ebenfalls sehr gut,
allerdings haben die meisten weitaus weniger Erfolg als er. Was also macht
Keane anders? Nichts, er macht gar nichts anders. Er klingt einfach nur
anders. Viele bezeichnen ihn seiner außergewöhnlichen Gesangsstimme wegen
als „The Voice of Ireland“. Weltstar George Michael legt sich fest - im
Fernsehsender VIVA sagte er zum Thema irische Musik: „Ich habe letzte Woche
Seán Keane live gehört. Er ist der Beste.“ Und der irische Autor Joseph
O’Connor bezeichnete ihn gar als den „Caruso der irischen Musik“. Wer ist
der Mann, dem so viel Lob zuteil wird? Der Folker! wollte es wissen
und hat den Musiker in seiner Heimat getroffen.
Von Markus Dehm
„Seán ist gerade mit dem Hund unterwegs. Es ist ja heute so schönes
Wetter. Aber in etwa 30 Minuten müsste er zurück sein, dann ruft er dich
an“, sagt Seáns Gattin und gibt damit ein Versprechen ab, das man in Irland
nicht ganz so wörtlich nimmt, denn schließlich vergehen geschlagene zwei
Stunden, ehe das Telefon klingelt und Seán Keane am anderen Ende der Leitung
ist. Er erwähnt auch noch einmal das Wetter, besagten Spaziergang mit Hund
und zahlreiche Schwätzchen mit den Nachbarn. Schließlich gibt er seine
Zusage zu einem Interview. Wir machen einen Tag fest, Uhrzeit und Ort,
schlägt er vor, könne man dann spontan vereinbaren - alles ganz easy
going. Der Tag kommt und ich stehe mit meinem Auto in dem kleinen Dorf,
in dem der Musiker zu Hause ist, hoffend, dass das jetzt auch wirklich
klappt. „Wo stehst du genau?“, fragt er mich am Telefon. Ich beschreibe ihm
das Umfeld und er schlägt als Treffpunkt das Raftery’s Rest vor, einen Pub
gleich auf der anderen Straßenseite. Zehn Minuten später ist er da. Wir
bestellen eine Kanne Tee und unterhalten uns ganz ungezwungen über dies und
das. Mir wird schnell klar, dass dies kein Interview wird, sondern ein ganz
normales Gespräch. Ein Gast hört von seinem Thekenplatz aus zu und bringt
sich auch immer wieder einmal ein. Seán ruft ihm seinerseits etwas entgegen,
und andere Pubbesucher - viele sind es um diese Uhrzeit noch nicht - lachen
amüsiert.
Irgendwie ist es wie bei einem seiner Konzerte. Und solche hat er auch in diesem Pub schon gegeben, allerdings sei das schon mindestens 16 Jahre her, sagt er. Wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen ist Seán Keane ein Musiker, dessen eigentlicher Platz die Bühne ist. Er ist weltweit unterwegs. „In ein paar Tagen geht’s nach Österreich“, erzählt er, und im November ist er auch wieder einmal in Deutschland auf Tour. Wenn er gerade nicht unterwegs, sondern zu Hause in Irland ist, dann hat er oft drei Auftritte pro Woche. Er liebt die Kommunikation mit dem Publikum. Zweifellos gehört er zu der Gruppe von Künstlern, die - trotz aller Erfolge - auch noch vor zehn Zuhörern ihr Bestes geben, nur um in zufriedene Gesichter blicken zu können. „Eine Playlist habe ich nicht, wenn ich auf die Bühne gehe. Ich spiele ein, zwei Stücke, lasse die Veranstaltung auf mich wirken und entscheide dann, wie es jeweils weiter geht.“ Er räumt ein, dass das gewiss nicht immer ganz einfach für seine Musiker ist, aber nur so gelingt es ihm wohl, genau das zu transportieren, was seine Fans so an ihm schätzen - Natürlichkeit und eine gewisse Warmherzigkeit.
Der Ire stammt aus der Grafschaft Galway. Hier, an der irischen Westküste,
wächst er in einer Umgebung auf, in der traditionelle Musik
selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Lebens ist. Fast jeder in
seiner Familie macht Musik und das schon seit Generationen. Er lernt
verschiedene Instrumente, bei manchen bleibt er hängen, mit anderen, wie der
Fiddle, steht er bis heute auf Kriegsfuß. Aber nicht die Flöte oder die
uilleann pipes (irischer Dudelsack) sind es, die ihn später bekannt
machen werden, sondern es ist seine Stimme. Mit ihr gewinnt er 13 All
Ireland Fleadhanna Cheoil (gesamtirische Wettbewerbe in traditioneller
Musik), den ersten bereits im zarten Alter von acht Jahren. Dieser Ansporn
und die Gemeinschaft mit den anderen Musikern, die er bei diesen
Veranstaltungen trifft, hält ihn bei der traditionellen Musik seiner Heimat,
lässt ihn weiterhin die Musik spielen, der schon seine Vorfahren mit
Leidenschaft zugetan waren. „Natürlich habe ich auch andere Musik gehört,
Pop, Rock, Reggae, aber ich verspürte nie den Wunsch, das Genre zu wechseln
und musikalisch etwas ganz anderes zu machen.“ - „Aber du singst doch auch
z. B. ‚Fields Of Gold‘“, werfe ich ein, „und das ist ja nicht gerade ein
Folksong aus deiner Heimat.“ - „Wenn mir ein Stück gefällt, dann versuche
ich es zu singen, ganz gleich, ob es nun in mein Genre passt oder auch
nicht. Nimm die amerikanische Countrymusik. Sie hat mich immer begeistert,
also singe ich auch amerikanische Countrysongs.“
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