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unterwegs: 03.11.06: Wien (A), Akzent (Vorpremiere) 04.11.06: Klosterneuburg (A), Babenbergerhalle 05.11.06: Wiener Neustadt (A), Stadttheater 07.11.06: Eisenstadt (A), Kulturzentrum 08.11.06: Gleisdorf (A), Forum Kloster 09.11.06: Mürzzuschlag (A), Stadtsaal 10.11.06: Köflach (A), Volkhaus 11.11.06: Leoben (A), Congress 12.11.06: Liezen (A), Kulturhaus 14.11.06: Linz (A), Bruckner Haus 15.11.06: Rohrbach (A), Centro 16.11.06: Gmunden (A), Kongresshaus 17.11.06: Regensburg, Audimax 19.11.06: Ingolstadt, Theater 20.11.06: Nürnberg, Meistersingerhalle 21.11.06: Würzburg, Mainfrankensäle 22.11.06: Augsburg, Stadthalle Gersthofen 24.11.06: München, Philharmonie 25.11.06: Bayreuth, Stadthalle 27.11.06: Stuttgart, Theaterhaus 28.11.06: Zürich (CH), Volkshaus 29.11.06: Feldkirch (A), Montforthaus 30.11.06: Innsbruck (A), Stadtsaal 01.12.06: Salzburg, Congress 03.12.06: Wien (A), Volkstheater 04.12.06: Klagenfurt (A), Konzerthaus 06.12.06: Graz (A), Stefaniensaal 07.12.06: Wels (A), Stadthalle 09.12.06: Memmingen, Stadthalle 10.12.06: Rosenheim, KuKo 12.12.06: St. Pölten (A), Festspielhaus 13.12.06: Amstetten (A), Johann-Pölz-Halle 14.12.06: Oberwaltersdorf (A), Bettfedernfabrik (Änderungen vorbehalten) |
Radikale Veränderungen liegen ihm nicht, das nähme ihm, wie er sagt, auch ohnehin niemand ab. Daher verzichtet er in seinen Arrangements auf zeitgeistige Musikströmungen. Ludwig Hirsch veröffentlichte vor bald 30 Jahren sein erstes Album und ist sich also selbst treu geblieben, ohne wirklich fad zu werden, nachzuhören auf seiner neuen CD In Ewigkeit Damen. Im Folker!-Gespräch erzählte der Sänger über seine Karriere und natürlich auch über sein aktuelles Konzeptalbum.
Von Manfred Horak
Es wurde höchste Zeit, vor den Damen den Hut zu ziehen, sich zu verbeugen,
ihnen ein Album zu widmen, stellt Ludwig Hirsch gleich zu Beginn des
Gesprächs in Wien fest. „Früher hätten die Leute gesagt ‚Ah, ist er wieder
brünftig, der Hirsch?‘, jetzt aber bin ich in einem Alter, in dem ich
Liebeslieder ohne irgendwelche Hintergedanken singen kann.“ Ein Konzeptalbum
zu veröffentlichen, ist nichts Neues für Ludwig Hirsch, denn seine erste auf
ein Thema bezogene Platte erschien bereits im Jahr 1982 und trug den
programmatischen Titel Bis zum Himmel hoch. Der Sänger und Komponist
handelte sich mit dem Bibelthema zwar seinen ersten Flop ein, was
Verkaufszahlen anbelangt, lieferte aber zugleich eines seiner künstlerisch
wertvollsten Alben ab. Letzteres gilt auch für sein zweites Konzeptalbum im
Jahr 1986, Landluft. Konzeptalbum Nummer drei mit dem erklärenden
Titel Tierisch erschien 1995, in einem Jahrzehnt, in dem Ludwig
Hirsch kaum musikalische Akzente setzte und gerade mal zwei Studioalben
herausbrachte. Und jetzt also In Ewigkeit Damen, das sich irgendwo,
so der Sänger, „von dunkelgrau bis rosarot, von tiefschwarz bis schneeweiß“
einordnen lässt, verziert mit etlichen gelungenen Wortspielereien.
Wortverdreht zu denken, fällt ihm bis heute leicht. Hirsch: „Wenn ich in so
eine Art Klausur gehe, die Tür zumache, niemanden reinlasse, und ich gut
drauf bin, purzeln die Wortspiele nur so heraus. Ich beginne dann regelrecht
mit den Wörtern zu jonglieren, das mache ich sehr gerne. So wie ich mich
auch weiterhin sehr gerne in fremde Figuren hineinversetze und Geschichten
erfinde, was wohl daran liegen mag, dass ich ja ursprünglich vom Theater
komme.“
Ludwig Hirsch, der Geschichtenerzähler. Begonnen hat seine
Erfolgsgeschichte als ungewöhnlicher Erzähler mit den Alben Dunkelgraue
Lieder (1978) und Komm, großer schwarzer Vogel (1979), die längst
zu Klassikern avanciert sind. Er gab damit dem faschistischen Mief, der in
noch allzu vielen Wohnzimmern hing (und leider noch immer nicht ausgestorben
ist) kräftige Watschen, zeigte die Kehrseiten so mancher Medaillen sowie das
Janushafte am Menschen auf. Kluge Texte mit Ohrwurmmelodien, in denen sich
ein tiefer, dunkler See auftat. Wie schaffte er es aber, so lange
dranzubleiben, bis heute erfolgsverwöhnt zu sein? Die Antwort kommt vom
österreichischen Liedermacher prompt: „Ich bin ein treuer Mensch. Ich bin
seit ewigen Zeiten bei der gleichen Plattenfirma, beim gleichen Management
und Produzenten - und ich hab’ meine drei musikalischen Schutzengerln, den
Christian Kolonovits, Johnny Bertl und Manfred Schweng. Das ist ganz gut und
ganz wichtig, weil sie mich kennen. Wenn ich zu Hause mit der Gitarre neue
Lieder auf meinem kleinen Aufnahmegerät festhalte und es ihnen zum
Bearbeiten gebe, wissen sie, was ich meine - oft besser als ich -, und
setzen das dann im Studio richtig um. Und das gibt es eben nur, wenn man
sich lange kennt. Das ergibt zwangsläufig Freundschaften, und mit Freunden
lässt es sich leichter reden.“ Dieses Umfeld ist für ihn also der
Erfolgsfaktor, und jungen Musikern rät er, sich ein solches ebenfalls
aufzubauen, denn Müdigkeit und Langeweile stellt sich mit dem richtigen Team
selbst auf lange Zeit keine ein, und, so Hirsch: „Mein Tipp an junge Leute,
die ins Musikgeschäft einsteigen wollen - auch wenn es arrogant klingt, aber
das ist mein gutes Recht in meinem Alter: Bitte sucht euch eine
Unverwechselbarkeit. Nur so kann man lange Zeit im Rampenlicht stehen. Nicht
austauschbar sein. Kein Abziehbild von irgendjemand anderem sein. Nur so
kann man überleben in der Branche.“
Unverwechselbar Ludwig Hirsch ist auch der Einstieg ins neue Album. Das Lied „Rebekka und ich“ beginnt mit symptomatisch hirschigen Klangflächen und arbeitet sich mit dem Wiener Symphonieorchester weit zurück in eine Zeit, „als die Menschen noch am ganzen Körper behaart waren, als sie noch keine Sprache hatten und sich nur durch lautes Bellen, wildes Gestikulieren und heftiges Stampfen untereinander verständlich manchen konnten. Da drehte sich alles nur um eins - ums Fressen.“ Und um diesen unverwechselbaren Einstieg ins Album In Ewigkeit Damen zu durchbrechen, bat er die in Wien lebende norwegische Sängerin Rebekka Bakken, seinen alten räudigen Wolf norwegisch zu singen, und zeigt sich dementsprechend begeistert von der Sängerin.
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