![]() Liebe Musikfreundinnen und -freunde, Aint booking for Pepsi, aint booking for Coke." In diesen Song von Neil Young können immer weniger Konzertagenturen einstimmen. Eine sich in den USA schon seit langem abzeichnende Entwicklung greift jetzt auch zunehmend auf den europäischen Musikmarkt über: Agenturen zur Vermarktung von Eintrittskarten übernehmen Konzertagenturen. Ganz abgesehen davon, dass ein solche Monopolisierung Konsequenzen für das Preisniveau der Konzerttickets hat, berührt diese Entwicklung die Arbeit von Tourneeveranstaltern, wie ihre wirtschaftliche und künstlerische Unabhängigkeit. Den einen geht es neben dem verständlichen Broterwerb um die Vermittlung interessanter Musik. Denn andern geht es um nichts anderes, als um Wachstumsstrategien. Konzertereignisse, die zwar künstlerisch hochwertig sind, aber manchmal (gerade deshalb) weniger Publikum ziehen als auf den sogenannten Mainstream-Geschmack ausgerichtete Veranstaltungen, sind die Opfer. Noch sind die Folgen dieser Entwicklung vor allem im Pop- und Rockbereich zu spüren. Fast könnte man sich daher freuen, dass, so Ian Anderson, das Weltmusik-Publikum so vielfältig ist, dass es sich den gängigen Strategien der Musikindustrie entzieht. Doch wie gesagt, noch. Es gilt daher, den Anfängen zu wehren. Dazu sind alle an einem unbeschränkten Zugang zu unterschiedlichen Musikangeboten Interessierte aufgerufen - unabhängig von ihren individuellen Vorlieben. Der Folker! leistet dazu seit nunmehr drei Jahren seinen Beitrag. Dieses Projekt" ist die einzige in Deutschland im Abonnement erhältliche Zeitschrift für Folk und Lied und Weltmusik. Dank gilt allen, die daran beteiligt sind, ob Leserschaft, Anzeigenkunden, Verleger, Herausgeber und Redaktion. Und damit wünsche ich viel Vergnügen bei der Lektüre der ersten Folker!-Ausgabe im Jahr 2001. Wobei ich Sie natürlich besonders auf die klingende Beilage" des Heftes aufmerksam machen will: 2001 - A Folk Odyssey", den neuen PROFOLK-Sampler mit einem aktuellen Überblick über die deutsche Szene.
Ihr CvD P.S.: Die im letzten Editorial angesprochene Zukunft des Deutschen Folkförderpreises ist noch ungeklärt. Auf einer gemeinsamen Sitzung der bislang an der Organisation des Preises Beteiligten wurden Vorschläge entwickelt, die von der Leitung des Tanz&Folkfests abschließend erst zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Folker!-Ausgabe diskutiert worden sind. Über das Ergebnis und die zukünftige Rolle von Folker! werden wir im nächsten Heft berichten.
eFolks!
Förster in Webwood Forest: Luigi Lauer |
Wir lesen uns wieder beim nächsten Folker! ?!!