PLATTENPROJEKTE
Es gibt DVDs, CDs und spezielle Serien,
die sich den herkömmlichen Kriterien einer Rezension entziehen. Gerade in
einer Zeit, in der Tonträger preiswert produziert werden können, die Menge an
Veröffentlichungen inflationär ist und gleichzeitig die Bedeutung des
CD-Konzepts angesichts neuer verfügbarer Medien mehr und mehr in Frage gestellt
zu werden scheint, sind anspruchsvolle Serien besonders wichtig. Engagierte
Vorhaben, ganz gleich ob tatsächliche oder angebliche, müssen sich mit
strengeren Maßstäben messen lassen als zum Beispiel eine ordinäre Kompilation.
In diesem Heft schreibt MIKE KAMP über
Länderserien sind beliebt. Eine völlig willkürliche Auswahl: Das französische
Label Air Mail Music macht eine ganz preiswerte (siehe Folker 3/2005
),
Putumayo macht eine ganz bunte und die Rough-Guide-Serie profitiert
nicht zuletzt von den kompetenten Reisebüchern gleichen Namens. Da muss man
schon etwas Außergewöhnliches zu bieten haben, um möglichst positiv
aufzufallen.
www.reise-know-how.de
www.piranha.de
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Bisher erschienene
„SOUND TRIPS“:
Anden, Argentinien, Australien,
Balkan, Barbados, Chile, China,
Finnland, Island, Indien, Irland,
Japan, Kanada, Kuba, Mexiko,
Neuseeland, Nordafrika,
Nordostbrasilien, Norwegen,
Orientalischer Bauchtanz,
Russland, Schottland, Schweiz,
Südafrika, Türkei, Uruguay.
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Partner der vorliegenden Serie ist zum einen Reise Know-How, ein Verlag für
Reiseliteratur, weshalb es nicht wundert, dass zu jeder CD auf einer
Bookletseite länderspezifische Bücher angeboten werden. Zum anderen ist die
Plattenfirma Piranha mit an Bord, die ebenfalls auf je einer Seite ihre Produkte
anbietet, die aber mit ihrem Ruf schon mal generell dafür bürgt, dass der
musikalische Aspekt nicht ins seicht-touristische abgleitet. Sehr positiv zu
vermerken: Bei den bislang 26 CDs der Serie wurde in Sachen Verpackung nicht ein
einziges Gramm Plastik verbraucht! Ein schönes, solides Pappcover umschließt die
bis zu 44 Bookletseiten. Hier finden sich neben landestypischen, modern
verfremdeten Fotos einige Infos in Deutsch und Englisch zu den Künstlern sowie
zwei, drei kurze Absätze zum jeweiligen Land. Letztere sind – aus
Platzgründen wohl – gezwungenermaßen sehr allgemein gehalten. Natürlich
kann ein Beiheft kein Buch ersetzen, aber ein wenig mehr Tiefe wäre hier
wünschenswert gewesen. Plattitüden wie „Die Finnen tanzen, singen und feiern
gerne ...“ kann man sich sparen.
Sei’s drum, in erster Linie geht es um CDs, wie also steht es um die Musik? Der
mir vorliegende, unvollständige Teil der Serie zeigt: Ja, der Klang der Länder
wurde getroffen. Aber er hat einen modernen Anstrich, es wird – wie das
bei Piranha üblich ist – großer Wert auf Fusionen, Mixe und aktuelle Beats
gelegt. Daran ist absolut nichts falsch, und das ist feine Musik, man muss nur
wissen, dass nicht möglichst viele und möglichst unverfälschte folkloristische
Strömungen eines Landes auf den 45 bis 60 Minuten der CDs vertreten sind,
sondern vornehmlich solche, die mit einem zeitgenössischen Klang daherkommen.
Schließlich steht spätestens ab der Nummer elf ehrlich auf jedem Cover:
„Aktuelle Musik aus ...“
... mehr im Heft
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FOLKER auf Papier
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