Schwerpunkt Norwegen
Folker präsentiert: 25. TFF Rudolstadt

 5 Minuten mit...

Torgeir Vassvik

Bewahrer und Erneuerer der samischen Musik

Torgeir Vassvik und Hallgrim Hansegård * Foto: Doris Joosten
» Man meint die Naturgeister zu hören. «



Wenn die Winterstürme an Gamviks eisige Küste brausen, sieht man sie gar nicht, denn es ist dunkel, fast volle sechs Monate lang. Im Sommer dagegen sorgt die kaum einmal den Horizont berührende Sonne manchmal für 28 Grad Celsius, auch während der Nächte, die keine sind. In dieser Welt wuchs der 1962 geborene Torgeir Vassvik auf, in einem Land namens Sápmi, hierzulande den meisten besser als Lappland bekannt. Der Teil Sápmis, in dem Gamvik liegt, heißt auch Finnmark, gehört aus norwegischer Sicht schon seit etwa tausend Jahren zu Norwegen und wurde seit dem achtzehnten Jahrhundert kolonisiert. Die anderen Teile gehören zu Schweden, Finnland und Russland. In all diesen Ländern haben die insgesamt etwa 75.000 Samen mittlerweile eigene politische Vertretungen, Medien und Kultureinrichtungen. Vassvik wohnt heute in Oslo und versucht von dort aus, samische Kultur und Identität zu leben und zu exportieren.

Text: Michael A. Schmiedel


Das ist alles andere als einfach, aber auch nicht unmöglich. „Nur acht Prozent der Samen arbeiten noch mit Rentieren“, erzählt er.
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AKTUELLES Album:
Sápmi (Nordic Notes, 2015)

Cover Sápmi

Termine:
03.07.15: Rudolstadt, Markt (TFF)
04.07.15: Rudolstadt, Konzertbühne (TFF)
05.07.15: Rudolstadt, Theater (TFF, mit Frikar)

„Die anderen 92 Prozent tun Dinge, die die Gesellschaft in Oslo und anderen Teilen Sápmis am Laufen halten.“ So kann man es auch sehen: Oslo gehört einfach zu Sápmi und nicht Sápmi zu Norwegen – Vassviks Antwort auf die Norwegisierungspolitik bis 1980, die Norwegisch zur alleinigen Sprache im Königreich machen wollte und damit auch einigen Erfolg hatte. Schon Vassviks Großmutter fühlte sich nicht mehr als Samin und seine Mutter sah sich komplett als Norwegerin, die kein Samisch, genauer Davvisámegiella, also Nordsamisch mehr sprach.
Der kleine Torgeir aber, so sagte es ihm seine Mutter, hatte schon mit zwei Jahren den Wunsch, sich als Same zu zeigen. Zu dieser anhaltenden Identitätssuche gehörte auch, dass er mit neun Jahren anfing, Musik zu machen. Diese Suche führte ihn weg von der steinigen, baumlosen Nordmeerküste, die seine Musik schon immer maßgeblich inspiriert hat, in die Hauptstadt Oslo, wo er seit dreiundzwanzig Jahren lebt und eine Familie hat. Und sie führte ihn schon auf viele Bühnen in Norwegen, Polen, Estland, Ungarn, England, Deutschland, Russland, Tuwa in Sibirien und Japan.
Auf seinen Reisen fand er – bei allen Besonderheiten samischer Musik – Ähnlichkeiten in den Musikkulturen rund um die Arktis, sei es bei den nordamerikanischen Ureinwohnern, bei den Inuit oder bei den Völkern Sibiriens. Die Wurzeln der jeweiligen Musiken liegen ebenso im harten Leben in der subarktischen und arktischen Natur wie in der Religion, die gemeinhin als Schamanismus bezeichnet wird. Hauptinstrument ist die menschliche Stimme, die oft von einer Rahmentrommel begleitet wird, die den Rhythmus unterstreicht oder vorgibt oder mittels Reiben rauschende Töne hervorbringt. Die Stimme sorgt, nein, nicht für den Text, sondern für eine rhythmisch-melodische Art des wortlosen Singens, die man auf Samisch Joik nennt. In der richtigen Umgebung kann das Joiken die Musiker in eine Trance begleiten und helfen, Kontakt zu den Geistern aufzunehmen oder einfach nur die Anwesenheit des Menschen in den Weiten der Tundra anzuzeigen.

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Update vom
08.09.2015
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