Rezensionen SÜDAMERIKA/ LATEINAMERIKA/ KARIBIK


MÁRCIO FARACO
Cajueiro

(World Village SKU 479100/Harmonia Mundi, go! www.marciofaraco.com )
11 Tracks, 40:57

Ziemlich unbekannt ist, dass es in Frankreich eine Garde hervorragender brasilianischer Musiker gibt, die fast immer aufhorchen lassen, verirrt sich mal eines ihrer Alben zu uns. Márcio Faraco ist einer von ihnen, und er spielt nicht nur die Musik Brasiliens, sondern lässt klar erkennen, dass er in Frankreich wohnt. Da klingen ein Musetteakkordeon und Gypsy Swing an, und der dezente Gesangsstil hätte auch zu Chansons gepasst. Tatsächlich singt er auch einmal Französisch. Stimmlich erinnert er an Gilberto Gils leise Balladen, vermittelt aber mehr Jazzfeeling. Eine seiner stärksten Melodien hat „Mundo Lelê“ mit seinem hüpfenden Rhythmus aus Bahia. Durch die butterweiche Klangwelt von Faraco streifen Wolken aus Samba, Xote, Folk und Jazz. Faszinierend, wie Faraco alle seine Anleihen in seinen Sound integriert. Baden Powells Philippe sitzt übrigens seit Jahren am Piano an seiner Seite. Ansonsten passt Faraco in eine Reihe mit ebenso intelligent arrangierenden und dezenten brasilianischen Sängern/Gitarristen wie Vinicius Cantuaria.

Hans-Jürgen Lenhart

 

MÁRCIO FARACO  – Cajueiro


O Lendário Chucrobillyman
Man Monkey

(Off Label Records OLR33/Eigenvertrieb, go! www.myspacecom/chucrobillyman )
10 Tracks, 30:04

Der zweisprachige Name und das vom Musiker entworfene, vibrierende Cover lassen Besonderes ahnen. Klaus Koti aka O Lendário Chucrobillyman nennt sich im Untertitel „Trash Tropical One Man Band Orchestra“, was es irgendwo trifft. Die zehnsaitige Violagitarre, Schlagzeug und Müll [!] werden gleichzeitig bedient, wobei auf dem Album manchmal Overdubs mehrerer Gitarren zu hören sind. Und entsprechend dem Albumtitel spielt sich Chucrobillyman wie vom wilden Affen gebissen durch Garage Rock, Rockabilly, Boogie oder Delta Blues. Der Bottleneck-Blueser ist ein exzellenter Gitarrist, der gar an David Lindleys El-Rayo-X-Zeit erinnert. Die Grundriffs klingen aufgrund der Spielweise fast wie Loops. Die Stimme kommt etwas leise rüber, was daran liegt, dass hier durch eine angeschraubte Flüstertüte gesungen wird. Was der brasilianische [!] Bluespunk jedoch drübergelegt, ist schnell, fetzig, rotzig, archaisch. Da trommelt’s wie im Urwald, und eine geisterhafte Stimme lacht verzerrt aus dem Dschungel. Momentan hat er jedenfalls die beste Scheppergitarre im Universum.

Hans-Jürgen Lenhart

 

O Lendário Chucrobillyman   – Man Monkey

Update vom
22.10.2014
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