N E U  AUF DEUTSCHEN* BÜHNEN

*gilt auch für Österreich und die Schweiz

Um dem musikalischen Nachwuchs in den Bereichen Folk, Lied und Weltmusik die Möglichkeit zu geben, sich unseren Leserinnen und Lesern vorzustellen, hat die Redaktion des Folker einen Fragebogen entwickelt. Wer sich in der letzten Zeit neu formiert oder solo auf die Bühne gewagt hat, kann diesen auf www.folker.de ausfüllen und als Bewerbung an die Redaktion senden. In jeder Ausgabe wird an dieser Stelle ein ausgewählter Bogen veröffentlicht. In diesem Heft präsentiert sich...

  Tsching 
TSCHING  * FOTO: INNA LARTSCHENKO


Was bedeutet euer Name?

Unser Name entstand aus dem Titel eines unserer ersten eigenen Lieder. Das Stück „Tsching“ ist ein poetischer Tanz, eine überraschende Fabel – mal überschwänglich-verrückt, mal melancholisch-nachdenklich und immer voller Bewegung und Leichtigkeit. Man könnte bei dem Wort Tsching auch an den Klang einer kleinen Zimbel denken, aber eigentlich soll es bedeutungsoffen rüberkommen – das war uns wichtig, denn wir werden oft gefragt, welche Art von Musik wir machen, und dann zählen wir manchmal unsere wichtigsten musikalischen Einflüsse auf, aber im Prinzip spielen wir unseren eigenen Stil: Tsching.

Seit wann gibt es euch?


Seit Anfang 2010.

Wie charakterisiert ihr eure Musik?

Unsere Musik speist sich aus der Melancholie des argentinischen Tangos, aus dem virtuosen Übermut von Klezmer und Balkanmusik und aus der pulsierenden Kraft des Swing – und neuerdings auch aus ganz heimatlich vertrauten, regional verwurzelten Melodien. Wir legen viel Wert auf abwechslungsreiche und klangfarbenfrohe Arrangements, die immer aus komponierten und improvisierten Teilen bestehen. Unser Repertoire besteht aus bekannten und von uns interpretierten Stücken sowie aus komplett eigenen Kompositionen. Das Wichtigste für unsere Musik ist aber wahrscheinlich die Klangcharakteristik, die sich aus unserer Besetzung ergibt.

Wer zählt zu euren musikalischen Vorbildern?


Neben der von uns sehr verehrten Band Quadro Nuevo gibt es viele Vorbilder und Einflüsse: von Jazzgrößen wie Django Reinhardt, Miles Davis und John Coltrane über moderne Komponisten wie Steve Reich und John Cage, von Flamencogitarrist Vicente Amigo bis hin zu Popbands wie Portishead oder Kammermusikensembles wie das Kronos Quartet, die Weltmusikband Das blaue Einhorn, die Jazzcellistin Susanne Paul, das Uwe Kropinski Trio … Auch von Franz Schubert haben wir uns manchmal schon Inspiration geholt. Letztendlich ist es auch so, dass wir uns zum Beispiel beim Improvisieren auf der Bühne gegenseitig musikalisches Vorbild sind.
go! www.tsching.net

Kontakt: Tel. 030-68055979, Mob. 0176-96505090

BESETZUNG:
Ben Aschenbach (Gitarre), Franziska Kraft (Violoncello), Helmut Mittermaier (Saxofon)

DISKOGRAFIE: :
Serenata (Eigenverlag, 2011) Vagabundensuite (Eigenverlag, 2014; siehe auch Besprechung auf S. 72 dieser Ausgabe)



Welche musikalische Ausbildung habt ihr?


Franziska hat Violoncello und Ben Jazzgitarre an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin studiert und Helmut Musik und Theater an der Musikhochschule Stuttgart und Sound Studies an der Universität der Künste Berlin.

Wer schreibt die Musik, wer die Texte – wie entstehen eure Songs?


Wir haben uns bewusst für Instrumentalmusik entschieden und komponieren alle drei. Meist arrangieren wir die Lieder dann zusammen im Proberaum. Die Arrangements wachsen und entwickeln sich dabei oft über Monate und von Konzert zu Konzert weiter.

Was macht in euren Augen ein gelungenes Stück aus?


Bei einem gelungenen Song sind Melodie, Aufbau und Arrangement unverwechselbar, sodass er eine Geschichte erzählt und das Publikum auf eine innere Reise mitnimmt.

Wann und wo war euer erster öffentlicher Auftritt?


Im Mai 2010 in der Lychener Helenenkapelle.

Wie viel Zeit verbringt ihr mit Proben und Auftritten?


Wir proben seit unseren Anfängen regelmäßig einmal in der Woche für mehrere Stunden. Die Anzahl unserer Auftritte nimmt stetig zu und wechselt je nach Jahreszeit von einmal im Monat bis mehrmals pro Woche.

Wo würdet ihr gerne einmal spielen?


In Rudolstadt sind wir dieses Jahr im Rahmen des Straßenmusikprogramms aufgetreten und würden uns freuen, wenn es später einmal mit einem regulären Konzert beim TFF klappen würde. Aber es kommt gar nicht so auf einen spektakulären Ort an, denn die intensivsten Konzertmomente sind nicht planbar und überall möglich.

Wie sehen eure weiteren Zukunftspläne aus?


Am 18. August 2014 ist unser neues Album Vagabundensuite erschienen, auf der wir Melodien und Fragmente alter deutscher Lieder auf unsere Weise bearbeitet haben. 2015 wollen wir das Programm auf vielen Konzerten vorstellen. Ja, und wir geben zu: Das nächste CD-Projekt juckt uns bereits in den Fingern.

Wo kann man euch hören?


Am häufigsten treten wir im Moment noch in Berlin und Brandenburg in Kirchen und auf kleinen bis mittleren Bühnen ganz unterschiedlicher Veranstaltungsorte auf.

Könnt ihr empfehlenswerte Auftrittsorte für Newcomer nennen?


Die Creole 2013 in Berlin, die von der Werkstatt der Kulturen in Berlin organisiert wurde, war für uns ein sehr schönes Erlebnis. Ein wirklich toller Wettbewerb für alle Bands, die im Bereich Weltmusik unterwegs sind.

Update vom
22.10.2014
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