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More Maids

Deutschlands erste rein weibliche Irish-Folk-Band wird zwanzig

MORE MAIDS
» Unter Frauen achtet man mehr auf die leisen Zwischentöne. «



Zunächst war es nur eine spontane Idee. 1994 fand in Ludwigshafen die fünfundzwanzigste Harlekinade statt, auf der unter anderem die Poozies auftreten sollten, eine Frauen-Folkrockband aus Großbritannien. Für diese wurde eine ebenfalls ausschließlich weibliche Folkband aus der Region als Vorband gesucht – aber nicht gefunden. Marion Fluck, die im Ludwigshafener Folkklub tätig war und selber Flute und Whistles spielte, fragte deshalb befreundete Musikerinnen, ob sie nicht einspringen wollten. Die Harfenistin Ute Käufler, die Akkordeonistin und Gitarristin Petra Sieb und die damals noch nicht so bekannte Fiddlerin Gudrun Walther sagten zu. Kurz vor dem Auftritt musste Sieb jedoch aus beruflichen Gründen absagen, und statt ihr stieg die Bozoukispielerin Barbara Coerdt mit ein.

TEXT: MICHAEL A. SCHMIEDEL


So spontan wie die Band entstand auch der Name: Dadurch, dass mit den Poozies gewissermaßen nur „maids“ (wörtlich „Mädchen“) auftraten, standen als Vorband eben „more maids“ auf der Bühne. Aber auch wenn das rein Weibliche ein Entstehungsgrund war und die Gruppe gerne die „First Ladies of Irish Folk“ genannt wird, so verfolgen sie damit doch keine Genderpolitik. Barbara Hintermeier, die seit fünfeinhalb Jahren dabei ist, meint dazu: „Eigentlich finden wir es auch sehr gut, dass das kein großes Thema ist. Andersherum würde man ja auch bei einer Männerband nicht thematisieren, dass keine Frauen dabei sind.“ Aber aus Marketingsicht ist ihnen der Titel „First Ladies“ nicht unrecht, wobei sie diesen vor allem dahin gehend verstehen, als erste rein feminine Irish-Folk-Band durch Deutschland getourt zu sein. Intern hat dies gegenüber dem gemischten Zusammenspiel einen weiteren Vorteil, wie Hintermeier erläutert: „Unter Frauen achtet man mehr auf die leisen Zwischentöne, unter Männern wird man leicht mal überhört. Das ist wohl in der Musik nicht anders als in anderen Zusammenhängen.“
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AKTUELLES ALBUM:
III (Eigenverlag, 2011)

COVER III

Das heutige Trio hat also als Quartett angefangen und war mit Margit Bazilewski an der zehnsaitigen Bouzouki zwischenzeitlich sogar ein Quintett, doch nach und nach schrumpfte die Besetzung. Zu Ute Käufler und Petra Sieb, die aus beruflichen Gründen als Erste die Band verließen, haben die heutigen Mitglieder keinen Kontakt mehr. Anders zu Gudrun Walther: Sie begann parallel mit Cara, der Band, die sich zu Shootingstars in der deutschen Irish-Folk-Szene entwickelten, und wurde etwas später Mitglied des Deutschfolkduos Deitsch. Vor allem ihre Mitarbeit bei Cara kostete so viel Zeit, dass diese für die More Maids fehlte, doch bis heute stößt sie immer wieder als Gastmusikerin dazu und bringt auf dem letzten Album auch ihren Mann Jürgen Treyz unter anderem an der Gitarre mit ins Spiel, sodass die More Maids in instrumenteller Hinsicht nicht immer eine reine Frauenband sind.

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Update vom
26.08.2014
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