Schmelztiegel

Schleswig-Holsteins älteste Folkband

SCHMELZTIEGEL

Auch nach vierzig Jahren noch voller Tatendrang

Die 1970er waren das Jahrzehnt des sogenannten Folkrevivals. Wie so vieles Moderne ging der Trend von den USA aus, schwappte über nach Irland und Großbritannien, erreichte nach und nach andere Länder Europas und so auch Deutschland. Kennzeichen war die Rückbesinnung auf traditionelle Musikstile verbunden mit einer Aufbruchstimmung, der Romantik oder vor allem der Jugendbewegung nicht unähnlich: zugleich traditionsbesinnend und konventionskritisch, keine Grenzen ziehend, sondern überschreitend, das Regionale mit dem Interkulturellen verbindend. Dafür stehen auch bis heute Schmelztiegel, deren Namen Omen ist. Die „Tiegels“ firmieren als dienstälteste norddeutsche Folkband und sind mit nun vierzig Jahren etwa ein Jahr älter als Liederjan.
TEXT: MICHAEL A. SCHMIEDEL

Laut ihrem Gründungsmythos fanden Erhard Ohloff und Heribert Friese im Jahre 1974 rein zufällig auf einem Dachboden alte Instrumente und gaben wenige Stunden später ihr erstes Konzert. Entmythologisiert hatten der Akkordeonist und der Gitarren- und Mandolinenspieler sowie Spaßsongschreiber schon zwei Jahre miteinander gearbeitet, als der ebenfalls Mandoline spielende Reinhard Spielvogel dazustieß.
go! www.schmelztiegel-folk.de

DISKOGRAFIE:
Schmelztiegel (Eigenverlag, 1976)
Folklore rund um die Ostsee – Live (Eulenspiegel, 1977)
Alle meine Lebetag (Eulenspiegel, 1980)
Gezupft wie gesungen (Debüt, 1983)
Deutsche Volkstänze (Eigenverlag, 1986)
Ton in Ton (Dat Label, 1989)
Canaal (Verlag der Spielleute, 1993)
Jeedeen na sien Möög! (Verlag der Spielleute, 2001)
40 (Eigenverlag, 2014)

COVER 40

Zu dritt hatten sie im März 1974 ihren ersten gemeinsamen Auftritt in einem Kieler Studentenwohnheim und kassierten eine Abendgage von 37,50 DM. Ihr Repertoire bestand aus Folk querbeet, von den Dubliners bis Dylan. Bald lernten sie Theo Schmitz kennen, Balalaika- und Geigenspieler sowie Sänger mit schöner Baritonstimme. Da waren sie zu viert, und dem Vierten fiel auch der Bandname ein: Schmelztiegel. Er steht für internationale Folklore, wie sie damals sehr gefragt war. Ein Jahr später kam der Bassspieler Klaus Schätzel hinzu, der als praktischer Physiker auch die Betreuung der Beschallungsanlage übernahm. Dieses Quintett bildete für zehn Jahre die Band.
» Platt war in unserer
Geschichte die einzige
Schublade in die wir
gepasst hätten.
«

Heute sind noch die drei Gründungsmitglieder dabei. 1983 wurde Theo Schmitz als Geiger von Dieter Schnell ersetzt und dieser, als er 1985 nach Würzburg zog, von Bernd von Appen. Der gab bis 2004, teilweise zusammen mit Heri Friese, der Band durch plattdeutsche Texte und Moderationen ihren eigentlich norddeutschen Charakter. Zurzeit trifft er sich nur noch ab und zu mit Friese und Ohloff, um „Musik aus alten Zeiten“ zu spielen. Klaus Schätzel starb 1993. 1995 bis 1997 spielte Dieter Schnell als Bassist wieder bei Schmelztiegel mit. 1996 kamen der Bass-, Mandoline- und Pianoakkordeonspieler Volker Linde und der Schlagwerkler Markus Zell dazu, 2004 als erste Frau Sigrid Westphal, die geigt und singt. Auch das Instrumentenspektrum hat sich im Laufe der Jahre erweitert. So spielt Ohloff auch Hand- und Mundharmonika sowie Tuba und Spielvogel Drehleier, Mandola und Cister.

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Update vom
26.08.2014
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Dieser Text ist nur ein Auszug des Original-Artikels der Print-Ausgabe!

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