FOLKER
präsentiert:

Essenz schwedischer Musiktradition

Väsen

Weltmusik mit nordischen Wurzeln

Man muss sie sehen und sollte sie nicht nur aus der Konserve hören. Es gibt wenige Bands, auf die das Prädikat „typische Liveband“ besser zutrifft als auf die Gruppe Väsen aus dem schwedischen Uppland. Und es gibt wenige Künstler, die nach Konzerten so viele CDs verkauften wie Olov Johansson (Nyckelharpa), Mikael Marin (Bratsche) und Roger Tallroth (zwölfsaitige Gitarre). Ihre Musik ist tief verwurzelt in der Tradition ihrer Heimat, und das nicht nur einseitig: Mit virtuoser Spielweise und innovativen Arrangements haben die Väsen-Musiker ihrerseits die traditionelle Volksmusikszene Schwedens beeinflusst und beflügelt. Obwohl zwei der Musiker der Tradition verpflichtete Riksspelmänn und zwei formal klassisch ausgebildet sind, gelten sie als musikalische Erneuerer, deren Horizont sich nicht auf das Konservieren beschränkt. Ihre Musik klingt zwar immer noch verdammt traditionell, doch sie ist es nicht. Nicht mehr.

TEXT: ULRICH JOOSTEN
VÄSEN * FOTO: MIA MARIN

Die Band Väsen ist aus einem Soloprojekt des Nyckelharpaspielers Olov Johansson entstanden. Der spielt das schwedische Nationalinstrument, seit er vierzehn Jahre alt ist, lernt zunächst von seinem Onkel, dann von dem legendären Curt Tallroth, der in der Provinz Uppland ein berühmter Musiker ist: „Er war alt, aber er hatte Zeit für mich. Ich lernte seine Melodien und nahm seine Spielweise auf – alles nach Gehör; er mochte keine aufgeschriebene Musik.“

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AUSWAHLDISKOGRAFIE:
Gront (Westpark, 2000)
Keyed Up (North Side, 2004)
Live In Japan (North Side, 2005)
Linnaeus Väsen (North Side, 2007)
Mindset (North Side, 2013)

COVER MINDSET

Im schwedischen Folkrevival der Achtzigerjahre ist die Nyckelharpa ein Schlüsselinstrument. „Sie war eine regelrechte Modeerscheinung“, erinnert sich Johansson. Sein Lehrer ermuntert ihn, am Vorspielen zum Riksspelman teilzunehmen. Johansson holt sich nicht nur diesen Titel, der in Schweden von einer Jury für hervorragendes Können auf einem traditionellen Instrument verliehen wird, kurz darauf wird er gar erster Nyckelharpaweltmeister. Den zweiten Riksspelman in der Band, Mikael Marin, lernt Johansson als Jugendlicher in Uppsala kennen. Marin ist im gleichen Alter und spielt Geige, und zwar „auf die ‚richtige‘ Weise“, wie Johansson sagt.
» Wir haben immer mehr
verfeinert, was in
der Band funktioniert,
welche Art von Musik
uns den Kick versetzt.
«
Kein Wunder, lernte er doch „von dem Geiger Ivan Tallroth, der dasselbe Repertoire hatte und den gleichen Musizierstil praktizierte wie sein Bruder Curt, bei dem ich Nyckelharpaunterricht bekam“.

Im Februar 1989 mieten die beiden mit einer Gruppe von Musikerfreunden im norwegischen Røros ein großes Haus, um Musik zu hören, zu jammen und eine gute Zeit zu haben. Einer der Teilnehmer, Roger Tallroth, ist „ein Geiger, spezialisiert auf zweite Stimmen“, erinnert sich Johansson. „Er stammt aus derselben Gegend wie wir und ist ein entfernter Verwandter unserer Lehrer.“ Doch vor allem spielt er neben der Geige auch exzellent Gitarre. „Diese Kombination ergab genau den Sound, der für uns der Kick war und ‚richtig‘ klang. Die Nyckelharpa mit den glitzernden Obertönen ihrer Resonanzsaiten mischt sich mit all den Tönen der Zwölfsaitigen und mit denen einer Geige auf eine wirklich schöne Art und Weise.“ Irgendwann kommen die drei Musiker darauf, dass statt des Geigenklangs die tieferen Töne einer fünfsaitigen Bratsche noch besser in das Klanggefüge der Band passen. Damit ist die Erfolgsformel für den typischen Väsen-Sound gefunden, die nunmehr seit fünfundzwanzig Jahren erfolgreich funktioniert.

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Update vom
26.08.2014
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