NETZWERKTREFFEN BEI DER WOMEX 2013 * FOTO: JACOB CRAWFURD

Im Dienst globaler Musik

Zwanzig Jahre WOMEX

Wandernde Kontaktbörse



Der weltgrößte Marktplatz der Weltmusik, die World Music Expo – kurz WOMEX – wird zwanzig Jahre alt. Diese Messe für Welt-, Folk-, Roots-, Ethno-, lokale und traditionelle Musik ist gewachsen, hat sich verändert und wird weiterhin ihren Beitrag zum Ausbau der globalen Hörgewohnheiten und zur Teilhabe der Musikproduzierenden leisten, die sonst weitgehend vom Musikmarkt ausgeschlossen sind. Stars wie Mariza, Fanfare Ciocarlia oder Zulia begannen hier ihre Erfolgsgeschichte.

TEXT: IMKE STAATS

» Die WOMEX wird auch in Zukunft die Plattform für musikalische Neuentdeckungen und den relevanten Meinungsaustausch der Szene sein.“ «
Alex Walter
Die WOMEX ist eine Berliner Weltbürgerin. Im Oktober 1994 wurde sie geboren, Kreissaal war die „schwangere Auster“, das Berliner Haus der Kulturen der Welt. Mutter waren die Worldwide Music Days, die der Weltmusik von 1990 bis 1993 einen Marktplatz boten und ursprünglich eine Unterveranstaltung der Berlin Independence Days (BID) waren.
CHRISTOPH BORKOWSKY * FOTO: INGO NORDHOFEN
Die BID, orientiert am Vorbild des texanischen South-by-Southwest-Festivals, verloren wohl im Schatten der Konkurrenz zur aufsteigenden Popkomm an Bedeutung, jedenfalls fanden sie 1993 zum letzten Mal statt. Die Worldwide Music Days jedoch waren zu einem kräftigen Sprössling gediehen. Das Klima stimmte, was seinerzeit unter anderem der Öffnung gen Osten nach dem Mauerfall zu verdanken war. Auch das Berliner Festival Heimatklänge, das zwischen 1988 und 2006 jährlich im Sommer eine Weltregion musikalisch vorstellte, sowie der Sendestart von Radio Multikulti 1994 ebneten den Weg. Urväterlicher Organisator der WOMEX war Christoph Borkowsky, Ethnologe, Kurator der Heimatklänge und Chef des Berliner Musiklabels Piranha, das bereits maßgeblich in die Worldwide Music Days involviert war. Unterstützt von dem Musiker und Weltmusikproduzenten Ben Mandelson regte er an, einen eigenen Markt zu organisieren.

1994 war der richtige Moment gekommen, um die bereits 1989 bei einem legendären Produzententreffen in Großbritannien besprochenen Ideen für die bessere Verbreitung und Vermarktung von Weltmusik zu realisieren. Dazu gehörten die Einrichtung von Weltmusikcharts, ein Internetauftritt aller Teilnehmer, ein Advertorial im Magazin Music Week, die Herausgabe einer Kassette mit Beiträgen jedes Unternehmens oder ein gemeinsamer Katalog – Ideen, die später zu Standards im Marketing wurden.
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Die zwanzigste Ausgabe der WOMEX findet vom 22. bis 26. Oktober 2014 statt.

Mandelson wurde Gründer und Direktor der neuen World Music Expo mit dem programmatischen Untertitel „Conferences – Showcases – Tradefair“, die selbstbewusst zwischen Bundestagswahl und den Jazzfest Berlin startete. Das Haus der Kulturen der Welt bot jegliche Infrastruktur, die ein mehrere Tage dauerndes Treffen von damals etwa zweihundertfünfzig musikaffinen Globetrottern brauchte.

Die achtundzwanzig Showcases wählte Mandelson zusammen mit einem Programmkomitee aus und bewies ein gutes Händchen. Unter ihnen waren Cesaria Evora und Radio Tarifa. Bewusst hielt er die Zahl der Auftritte klein, sodass jedes Konzert die ihm gebührende Beachtung finden konnte. Der Andrang, an der WOMEX zu spielen, war und ist immens, und es kam immer wieder zu Konflikten aufgrund der Limitierung. „Ein Auftritt auf der WOMEX ist für einen Künstler eine echte Chance, seine Karriere voranzubringen“, sagte Christoph Borkowsky, der Mandelson 1999 als Chef ablöste, 2002 in einem Folker-Interview, und wies darauf hin, dass sich Mandelson damit jeder Menge „Druck und Anfeindungen aus der Community“ aussetzte. Borkowsky entschärfte das Problem, indem er die Verantwortung auf sieben jährlich wechselnde Juroren, die sogenannten „7 Samurai“, verteilte. Aktuell wählen sie unter etwa eintausend Bewerbungen etwa fünfundvierzig Künstler aus.

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Update vom
26.08.2014
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