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Toumani & Sidiki Diabaté

Das Vater-Sohn-Gespann der Koramusik aus Mali

TOUMANI & SIDIKI * FOTO: YOURI LENQUETTE
» Wir sind keine
Museumswärter
der Tradition, sondern
Großstadtgriots
mit Internetanschluss. «



Toumani Diabaté, geboren 1965, gilt als bester Koraspieler der Gegenwart. Fest verwurzelt in der Tradition, ist er voller Neugier auf andere Musikkulturen und immer offen für Kollaborationen über Genregrenzen hinweg. Jetzt hat er zum ersten Mal ein Duoalbum mit seinem dreiundzwanzigjährigen Sohn Sidiki produziert, das auf Anhieb den Spitzenplatz der Europäischen World Music Charts belegte.

TEXT: WOLFGANG KÖNIG


Der britische Observer schrieb, Toumani Diabaté sei „einer der wichtigsten Musiker des Erdballs, über alle Stilgrenzen hinweg“. Die Griottradition seiner Familie reicht weit in die Vergangenheit zurück, Diabaté selbst spricht von über siebenhundert Jahren. Mit fünf hatte er zum ersten Mal eine Kora in der Hand und begann zu lernen, indem er seinen Vater Sidiki Diabaté beobachtete, der als bester Koraspieler seiner Generation galt und beim FESTAC, dem legendären Festival für schwarze Kultur 1977 in Lagos, den Beinamen „King of the Kora“ erhielt. Als Dreizehnjähriger hatte Toumani seinen ersten öffentlichen Auftritt; sechs Jahre später wurde er Mitglied der Band von Malis großer Diva Kandia Kouyaté.

go! www.toumaniandsidiki.com

AKTUELLES ALBUM:
Toumani & Sidiki (World Circuit, 2013)

COVER TOUMANI & SIDIKI

Nachdem Toumani Diabaté 1986 erstmals in Europa gastiert hatte, nahm er in London sein Debütalbum Kaira auf, das als erste Kora-Soloplatte Musikgeschichte schrieb. Im selben Jahr trat er beim WOMAD-Festival auf, was sein Interesse für die musikalische Vielfalt anderer Kulturen weckte. Ein Ergebnis davon war sein Projekt „Songhai“ mit der spanischen Gruppe Ketama, eine brillante Fusion von Koramusik und Flamencopop, die auf zwei Alben nachgehört werden kann. Mit seinem Symmetric Orchestra – nomen est omen – verfolgt Diabaté nunmehr seit fast fünfundzwanzig Jahren das Konzept einer ausgewogenen Mischung von Tradition und Moderne.

Als 1990 sein erster Sohn geboren wurde, nannte er ihn nach dem Großvater Sidiki. Mittlerweile ist der Junior selber ein viel beachteter Koraspieler. Am berühmten Institut National des Arts du Mali, zu dessen Absolventen zum Beispiel auch Habib Koité gehört, studierte Sidiki außerdem Schlagzeug und Tontechnik. Seitdem hat er sich einen Ruf als exzellenter Hip-Hop-Produzent erarbeitet und erhielt 2013 den Preis als Malis bester „Beat Maker“. Mit dem Rapper Iba One bildet Sidiki Diabaté ein populäres Hip-Hop-Team. „Du kannst Dir kaum eine Hip-Hop-Szene vorstellen, die mehr Power hat als die in Mali, und Sidiki gehört da mit Iba One zur ersten Garnitur“, sagt der stolze Vater. „Ihre Texte erzählen von den aktuellen Problemen unserer Gesellschaft, und ihre Musik ist bei aller Internationalität und Moderne typisch malisch.“

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Update vom
25.06.2014
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