James Keelaghan

Ein musikalischer Historiker

James Keelaghan

Eine prägnante, rhythmische Hookline auf der offen gestimmten Akustikgitarre, und dann setzt dieser zu Herzen gehende Bariton ein: „I didn’t know but I’ve been told that this world was shaped from unformed matter …“. James Keelaghan verfügt über eine jener unverwechselbaren, samtigen Stimmen, die man, einmal gehört, unmittelbar wiedererkennt. Eine Stimme, nach der man süchtig werden kann. Sein Album Then Again aus dem Jahr 2004 eröffnet er mit dem Song „Turn Of The Wheel“, den er nur mit seiner Gitarre begleitet. Das genügt, um seine „Story Songs“ mit intensiver Dichte zu erzählen. Elf Alben hat der von dem amerikanischen Musikkritiker Dave Marsh als „Canada’s Finest Songwriter“ apostrophierte Musiker in fünfundzwanzig Jahren veröffentlicht, mit Liedern, die diesen Ruf zementieren. Das zwölfte, History – The First 25 Years betitelt, ist ein CD/DVD-Kombipack, dessen Titel in doppelter Hinsicht zutrifft.

TEXT: ULRICH JOOSTEN

Jimmy oder Keelo, wie James Keelaghan von seinen Freunden genannt wird, ist „schon immer ein Sänger. Meine Eltern haben früh erkannt, dass etwas in mir steckte, und mir mit vierzehn Jahren eine Gitarre gekauft.“ Musikalisch waren
go! www.keelaghan.com

AUSWAHLDISKOGRAFIE:
A Recent Future (Tranquilla Music, 1995)
A Few Simple Verses (Tranquilla Music, 2006)
House Of Cards (Borealis, 2009)
History – The First 25 Years (Borealis, 2013)

History

seine Eltern nicht, sagt er, aber sie liebten Musik. Vater „Big James“ Keelaghan, ein Ire aus Monaghan, und seine Frau, eine Engländerin aus London, wandern in den Fünfzigerjahren nach Kanada aus. Sie ziehen nach Calgary im kanadischen Bundesstaat Alberta im Herzen der Rocky Mountains, wo sie Sohn James und seine fünf Geschwister aufziehen. „Sie waren strenggläubige Katholiken“, schreibt er im Booklet seines Jubiläumsalbums, „tendierten aber zum linken Flügel. Sie waren sehr viel mehr Dorothy Day als Opus Dei.“

» Jede Geschichte hat eine Moral. Aber es ist die Geschichte selbst, die dich anspricht und zur Moral hinführt. «
In Calgary schlägt zu dieser Zeit, wie er sagt, „das Herz der Folkmusik. Dort gab und gibt es immer noch um die fünf Folkklubs, die stets ausgebucht sind. Die besten Folkmusiker spielten in der Stadt, in der ich lebte. Die Battlefield Band, June Tabor und Martin Simpson zum Beispiel. Stan Rogers habe ich oft gesehen, oder Liam Clancy und Tommy Makem, die für einige Zeit in Calgary lebten und eine wöchentliche Fernsehshow produzierten.“

Ein paar Jahre später steht Keelaghan vor der Entscheidung, Schauspieler oder Musiker zu werden. „Musik war das, was ich wirklich machen wollte. Es gab im Umkreis eine Menge Orte, wo man auftreten, sein Handwerk erlernen und anderen Musikern etwas abschauen konnte.“ Neben Gehversuchen als Songwriter erlernt er auf Anraten seines Vaters einen bürgerlichen Beruf. „Ich ging zur Universität und machte einen Abschluss als Historiker.“ Sein Talent zum Liederschreiben entfaltet sich richtig, als sich die „Leidenschaften für Geschichte und Musik trafen“. Sein Markenzeichen werden Story Songs.

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Update vom
29.10.2013
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