Zwischen Homophobie und schwul-lesbischem Aufbruch

STEVE GRAND * FOTO: JOEM BAYAWA

Countrymusik unterm Regenbogen

Vom schwierigen Coming-out in den USA



SHANE STEVENS
Wenn sich in diesem Herbst wieder Hunderte von Westernfans im texanischen Fort Worth zum großen Finale im Rodeo treffen, flirrt die Luft sicher: Denn die International Gay Rodeo Association IGRA hat eingeladen – Amerikas schwul-lesbische Vereinigung von Rodeoliebhabern. Westernhüte und Lederchaps und mittendrin schwule Jungs und lesbische Mädchen? „Es ist eine große Überraschung für viele, dass die homosexuelle Gemeinschaft sich am Rodeo beteiligt. Aber dies ist Amerika und wir sind alle vom Westernerbe fasziniert. Die Realität bestätigt also: Wir sind überall!“, heißt es auf der Internetseite der IGRA. Genau dies könnte auch der Grund sein, warum die Musik der Westernfans nicht allein von heterosexuellen, oft konservativen Sängern und Sängerinnen auf die Bühnen gebracht wird.

TEXT: JANA SCHULZE UND THOMAS WALDHERR

Es gibt einen Grund dafür, warum wir Schwule und Lesben uns in der Countrymusik verstecken. Weil wir alle wissen, wer in großen Mengen unsere Platten kauft. Es ist ein christlich-konservatives Fanlager, das unsere sexuelle Orientierung nicht
MELISSA ETHERIDGE
billigt und denkt, dass wir zur Hölle gehen sollen.“ Das sagte Chely Wright, nachdem sie jahrelang mit einem Alibifreund gelebt hatte. 2010 veröffentlichte das Exmodel aus Kansas City schließlich ihre Autobiografie Like Me: Confessions Of
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SONGS ZUM THEMA
„Lavender Cowboy“,
Vernon Dalhart, 1939

„Back In The Closet Again“,
Lavender Country, 1973

„Feed Jake“,
Pirates of the Mississippi, 1991

„We Shall Be Free“,
Garth Brooks, 1993

„Cowboys Are Frequently,
Secretly Fond Of Each Other“, Willie Nelson, 2006 (Coverversion eines Originals von Ned Sublette von 1981)

„All-American Boy“,
Steve Grand, 2013

A Heartland Country Singer
und zugleich ihre Liebe zu Frauen – als erste Vertreterin des Mainstream-Country.

Nashville, das Epizentrum der US-Countrymusik, nahm ihr das erst einmal übel. Die Szene schien sich gerade vom schwulen Cowboyfilm Brokeback Mountain von 2006 erholt zu haben. Dabei hatten die Countrystars Willie Nelson und Emmylou Harris – beide heterosexuell – sogar Melodien für den Oscar-nominierten Film geschrieben. Dies nahm der Countrysender WXBX zum Anlass, um zwei Morgenshows aufgeregten Zuhörermeinungen über Gay Songs von Nelson und Kollegen zu widmen:
» WIR ALLE WISSEN, WER IN GROSSEN MENGEN UNSERE PLATTEN KAUFT. ES IST EIN CHRISTLICH-KONSERVATIVES FANLAGER, DAS UNSERE SEXUELLE ORIENTIERUNG NICHT BILLIGT UND DENKT, DASS WIR ZUR HÖLLE GEHEN SOLLEN. «
(Chely Wright)
„Meiner Meinung nach“, so ein Countryfan, „widerspricht es dem, wofür Countrymusik ursprünglich steht.“ „Das Publikum schien enttäuscht von diesen Künstlern“, reagierte daraufhin der Programmdirektor des Senders. „Für uns bedeutet das, dass wir diese Musik wohl weniger spielen werden.“ Nelson zähle ohnehin nicht mehr zu den Mainstream-Countrykünstlern.

Mit dem Songwriter Shane Stevens outete sich jüngst eine weitere Musikgröße aus Nashville. Allerdings fügte der Songwriter – er schrieb Lieder für Countrystars wie Lady Antebellum oder Jordin Sparks – hinzu: „Auch wenn die Countrymusikszene in Nashville sich nie abwertend mir gegenüber verhalten hat, mit meinem Freund würde ich dort nicht Händchen haltend durch die Stadt laufen. Man würde uns mit Gegenständen bewerfen!“

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Update vom
29.10.2013
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