Rezensionen AFRIKA


DIRTMUSIC
Troubles

(Glitterbeat GBCD 005/Glitterhouse/Indigo, go! www.glitterbeat.com )
11 Tracks, 49:51, m. engl. Infos

Der düstere Titel kommt nicht von ungefähr. Über die Umstände, wie dieses dritte Dirtmusic-Album zustande kam, lassen sich die Initiatoren Chris Eckman und Hugo Race im Booklet deutlich aus; verortet und datiert mit „Bamako, Mali, September 2012“. Also just in jener Phase, als Malis Regierung um internationale Hilfe gegen die Islamisten ersuchte. Das verbliebene Dirtmusic-Duo bekennt, recht ahnungslos seine Reise angetreten zu haben, und man hatte auch nur unfertige Songs dabei. Doch mit Inspiration und Improvisation sowie massiver Hilfe vor Ort gelang es, wirklich das Beste daraus zu machen. Salif Keita half mit seinem Studio Moffou aus, einheimische Musiker wie Ben Zabo sowie Sänger und Sängerinnen prägten maßgeblich die Sessions. Von Americana ist nur noch wenig zu spüren, Eckman und Race ließen sich – und das war gut so – auf einen echten „Gastland“-Trip ein. Die Stücke wirken hypnotisch, bisweilen mit psychedelischem Anstrich, entstanden gemeinsam – auf Augenhöhe: etwa „Wa Ya You“ mit Samba Touré oder „God Is A Mystery“ mit Sokuspieler Zoumana Tereta. Etliche Songtexte beschwören Ausgleich und Frieden im Land. Ein Opus, irgendwie zwar aus der Not geboren, aber grandios!

Roland Schmitt

 

DIRTMUSIC   – Troubles


CHRISTINE SALEM
Salem Tradition

(Cobalt 138836, go! www.christinesalem.com )
15 Tracks, 65:37, mit fr. Infos

In Frankreich und natürlich auf der Insel La Réunion, dem französischen Übersee-Département im Indischen Ozean, wo die Sängerin und Liederschreiberin aufwuchs, ist sie äußerst populär. Ihr Geburtsjahr gibt sie nicht preis, dafür ist der Geburtstag 20. Dezember wohl programmatisch zu sehen: An jenem Tag im Jahre 1848 wurde auf La Réunion die Sklaverei abgeschafft. Christine Salem fühlt sich der Tradition der Maloya-Musik verbunden, einer sehr melancholischen, dem Blues nahestehenden Gesangskultur, die vor allem von den Sklaven und ihren Nachkommen gepflegt wurde; Maloya ist das stilistische Gegenstück zur oft „klebrigen“ Sega-Tanzmusik und sehr perkussiv ausgerichtet. Ihr nunmehr fünftes Album versteht die ausdrucksstarke Sängerin als Hommage an ihre erste Band Salem Tradition, die sie rund zehn Jahre führte. Die Stücke – vorwiegend auf Kreolisch – sind aufs Wesentliche reduziert: Es dominiert Salems prägnante Stimme, bisweilen durch den Chorgesang der Begleitband verstärkt – entweder a cappella oder mit einheimischen Trommeln kongenial unterlegt. Bei den etwas aus dem Rahmen fallenden Stücken „Sakalav“ und „Mikonépa“ ist das multinationale Weltmusiksextett Moriarty mit von der Partie.

Roland Schmitt

 

CHRISTINE SALEM – Salem Tradition

Update vom
30.08.2013
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