Zurück in der Heimat

MARTA TOPFEROVA

      Gefühle musikalisch eingefangen

MARTA TOPFEROVA * FOTO: SHELAGH MURPHY

Ihrer Biografie nach quasi längst US-Amerikanerin, verlässt Marta Topferova nach vielen Jahren New York und kehrt nach Prag zurück. Auch musikalisch kommt die gebürtige Tschechin heim. Bei ihrem gerade erschienenen neuen Album Milokraj dreht sich alles um ihre Muttersprache sowie um die Schönheit der tschechischen, besonders der mährischen Musik und Landschaft.

TEXT: KATRIN WILKE

Auf der Website der „Amerotschechin“ kann man für seinen Eintritt nicht von ungefähr zwischen der englischen, spanischen und tschechischen Sprache wählen. Auf vier ihrer bislang sieben Alben singt die 1975 im mährischen
»Jedes Dorf hat einen anderen Dialekt, einen eigenen Tanz, andere musikalische Synkopen, Trachten mit verschiedenen Verzierungen.«
Ostrava geborene Musikerin auf Spanisch. Längst schätzt man sie weltweit für ihre charismatische, einfühlsame Interpretation von selbst komponiertem Material sowie
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AUSWAHLDISKOGRAFIE:
Homage To Homeland – Czech, Moravian & Slovak Folk Songs (Lyra Records, 2002)
Flor Nocturna (World Village, 2006)
The Other Shore (World Village, 2011)
Milokraj (Animal Music, 2013)

Milokraj

Klassikern lateinamerikanischer Liedkultur. Auf deren Geschmack war die Tochter zweier Schauspieler schon als Kind gekommen, als die Familie durch befreundete chilenische Exilanten an Platten von Inti-Illimani kam. Doch erst nach der Übersiedlung 1987 mit Mutter und Schwester aus der damaligen Tschechoslowakei zunächst nach Seattle begab sich das junge Mädchen selbst erstmals ganz praktisch in jene spanischsprachigen Musikwelten.

Die Rückkehr nun zu den Wurzeln ihrer gut zehnjährigen tschechischen Kindheit, in – wie sie ganz selbstverständlich sagt – „ihr Land“, kommt jedoch nicht aus heiterem Himmel. Schon die 2002 veröffentlichte, im Alleingang produzierte
TOMAS LISKA UND MARTA TOPFEROVA
Sammlung a cappella vorgetragener, in ihrem Inhalt sehr berührender tschechischer, mährischer und slowakischer Folksongs offenbarte, dass Marta Topferova ihre Nabelschnur nie durchtrennt hat. Lieder wie diese habe sie irgendwie immer gesungen, schon als Kind, auch später im Chor. Nur eben nie – wie jetzt – mit einem richtigen Ensemble. „Die letzten anderthalb Jahre war ich am Hin- und Herpendeln, immer jeweils für ein, zwei Monate New York und Prag. Hier ging es mir darum, wieder verstärkt die nie vergessene Sprache zu sprechen, tschechische Künstler kennenzulernen, Livemusik zu erleben. Ich besuchte zwei sehr wichtige Folklorefestivals in Mähren. Das war für mich eine unglaubliche Erfahrung –jedes Dorf hat einen anderen Dialekt, einen eigenen Tanz, andere musikalische Synkopen, Trachten mit jeweils verschiedenen Verzierungen. Und die Kinder und Jugendlichen können diese Musiken singen, spielen Geige, Bratsche, alles! Das überraschte mich, denn wenn man so viele Jahre in New York lebt, denkt man, diese so spezielle Folklore dort sei wohl eher am Sterben. Doch ich stellte fest, dass es viele Musikschulen für Folklore gibt, wo man sich zusammenfindet, übt, die Tradition pflegt – fantastisch!“

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Update vom
30.06.2013
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