Miss Mestizo

AMPARO SÁNCHEZ

Was bleibt von der Rebellion?

AMPARO SÁNCHEZ * FOTO: ABEL ECHEVERRÍA

„Wer ist Amparo Sánchez?“ Beim Konzert in Berlin im Frühjahr 2013 kommen aus der Fangemeinde zwei Antworten: „Eine Art kleine Schwester von Manu Chao“ und „Die Königin des Mestizo“. Das scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch – ist es auf den zweiten auch. Die kleine Bühne im Grünen Salon der Volksbühne betritt im vergangenen Mai eine stattliche Dame, die Akustikgitarre vorm Bauch, die mit einer beinahe lasziven Geste das Publikum zum Begrüßungsapplaus animiert. „Ich bin kein junges Mädchen mehr, sondern eine erfahrene Frau!“, sagt die Sängerin, die als eine der bekanntesten Stimmen Spaniens gilt.

TEXT: CATHRIN ALISCH

Im Sommer 2012 wurde das zweite Soloalbum von Amparo Sánchez in den Studios La Mamita, La Panchita, Garate de Andoain sowie in denen ihres Labels Kasba Music (alle in Barcelona) unter anderem mit Gerard „Chalart 58“ Casajús am Mischpult aufgenommen. Kritiker bezeichnen Alma De Cantaora als inniges, bodenständiges und bislang reifstes
» ICH BIN KEIN
JUNGES MÄDCHEN
MEHR, SONDERN EINE
ERFAHRENE FRAU! «
AMPARO SÁNCHEZ

Album der Spanierin. Bereits bei ihrem Solodebüt Tucson Habana von 2010 mischte Sánchez andalusische Rumba und Flamenco mit kubanischem Son, Reggae und mexikanischem Bolero. Während sie zwei Jahre zuvor Gast bei der Produktion Carried To Dust der Band Calexico war, beteiligten sich die Calexico-Mitglieder Joey Burns und John Convertino wiederum an ihren Aufnahmen in Tucson. „Muchacho“ auf Alma De Cantaroa schließlich ist eines der wenigen Stücke, die nicht extra für das neue Album eingespielt wurden, sondern das Ergebnis einer Session noch mit den Kollegen von Calexico waren. Der durch die kubanische Sängerin La Lupe bekannt gewordene Titel „Que Te Pedí“ wiederum gehört schon seit Jahren zum festen Repertoire von Sánchez. Auf Alma de Cantaora hat sie es in einer schlichten Fassung mit Stimme, Kontrabass und Gitarre aufgenommen. Das Schlussstück der neuen Platte „Alma Versiòn Reggae“ beschwört noch einmal den Grundgedanken von Perspektivwechsel, Kollaboration und Rhythmus für Lebensmut herauf und kehrt in gewisser Weise in den musikalischen Zitaten zum Ausgangspunkt zurück.

Das Konzert und die Vorstellung des neuen Albums am 10. Mai bietet Versatzstücke aus der aktuellen CD und ältere Aufnahmen. Amparo Sánchez kann sich dabei auf ihr Publikum verlassen. Kaum ein Titel ohne direkte Aufforderung,
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Diskografie:
Tucson Habana (Wrasse, 2010)
Alma De Cantaora (Kasba Music, 2012)

Alma De Cantaora

den Refrain mitzusingen oder zu klatschen. Dem wird unmittelbar gefolgt. Sánchez ist in Berlin keine Unbekannte. Zusammen mit ihrer damaligen Band Amparanoia war sie bereits 2003 im SO36 in Kreuzberg zu Gast, ein Jahr später zur Popdeurope in der Arena, im Kesselhaus der Kulturbrauerei, im Admiralspalast und jetzt eben in kleinerem Rahmen im Grünen Salon. Der Raum ist gut, aber keineswegs überfüllt, und es fühlt sich an wie bei einem Familientreffen. Die Sängerin arbeitete nach Auflösung Amparanoias mit verschiedenen Besetzungen und tritt hier in Berlin in Begleitung des langjährigen Musikerkollegen José Alberto Varona an der Trompete sowie mit Willy Fuego an der Gitarre auf.

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Update vom
30.06.2013
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