TROUBADOUR FÜR SOZIALE GERECHTIGKEIT

SI KAHN

Transatlantische Zusammenarbeit gegen schmutziges Gold in Alaska

Palmer ist ein kleiner Ort am Matanuska River in Alaska. Hier wohnt und arbeitet seit über dreißig Jahren Dan Strickland, der von der kommerziellen Fischerei in der Bristol Bay lebt. Im August 2010 beschließt er, gemeinsam mit der ehemaligen Staatssenatorin Suzanne Little aktiv zu werden. Er lädt den Liedermacher, Gewerkschaftsfunktionär und politischen Aktivisten Si Kahn ein, sich an dem Protest gegen den von einem internationalen Bergbaukonsortium geplanten Gold- und Kupfertagebau mit dem verniedlichenden Namen „Pebble Mine“ (engl. „Kieselsteinmine“) zu beteiligen.

TEXT: ULRICH JOOSTEN

Die Grube wäre eine der größten Tagebauminen SI KAHN * FOTO: NANCY PIERCE der Welt mit verheerenden Auswirkungen auf ein reiches Fischereigebiet, in dem fünfzig Prozent aller Wildfische Amerikas gefangen werden sowie der größte Teil des weltweiten Rotlachsbedarfs. Tausende Familien leben von der Fischerei, die Yupik-Eskimos siedeln hier seit über zehntausend Jahren. Für die Pebble Mine wären der dann weltgrößte Erdstaudamm mit zweihundertdreißig Metern Höhe und knapp sieben Kilometern Länge sowie ein sechzehn Quadratkilometer großer Schmutzwassersee erforderlich, die eine dauerhafte und nachhaltige Vergiftung der Bristol Bay und die Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts durch über zehn Milliarden Tonnen chemisch kontaminierten Abraum bewirken würden. Eine schreckliche Vorstellung!

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Auswahldiskografie:
Companion (Appleseed Records, 1997) Thanksgiving (Strictly Country Records, 2007) Courage (Strictly Country Records, 2010)

Alma De Cantaora

Si Kahn stimmt sofort zu, sich an der Kampagne zu beteiligen. Gemeinsam mit Little und Strickland initiiert er die Organisation Musicians United to Protect Bristol Bay, die möglichst viele Musiker dazu animieren möchte, durch Songs auf ihren CDs, Hinweisen in Konzerten und per Internet eine breite Öffentlichkeitswirksamkeit für den Erhalt der natürlichen Umwelt zu erzielen. In wenigen Wochen wird Si Kahns siebzehntes Album erscheinen, mit dem Titel Bristol Bay. Produziert hat sie, wie schon das vorige Album Courage (2010), der Banjovirtuose Jens Krüger. Die kompletten Einnahmen gehen an Musicians United. Generöses Geben ist für Kahn eine Selbstverständlichkeit, er hat bereits früher Einkünfte aus dem „etwas aus dem Ruder gelaufenen Hobby“, wie er seine Karriere als Sänger und Liedermacher nennt, für diverse Projekte gespendet. Es liegt eine gewisse Ironie darin, dass er im Herbst seines Lebens daran mitarbeitet, eine Mine zu verhindern. Ausgerechnet er, dessen Laufbahn als Gewerkschafter und politischer Liedermacher in den Siebzigerjahren im tiefen Süden Amerikas in der Bürgerrechtsbewegung begann und der zunächst mit den United Mine Workers of America für die Rechte der Bergbauarbeiter im Harlan County stritt.

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Update vom
30.06.2013
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