Rezensionen BÜCHER


CORNELIUS SCHLICKE
Salsa Rica – Tango Caliente : e. musikal. Reise durch Lateinamerika.

Berlin : Parthas Verl., 2012.
368 S. : mit zahlr. Fotos u. Abb.
ISBN 978-3-86964-065-5

Erfreulicher Weise stößt man nicht auf die üblichen Latin-Klischees, die der Buchtitel befürchten lässt. Allerdings mangelt es auch an einer gewissen Appetit machenden Sinnlichkeit, die eine „Reise“ – in dem Fall eine musikalische – bestenfalls charakterisiert und erfahrbar macht. Ihrem „guide“, einem Berliner, u.a. journalistisch tätigen Musikwissenschaftler und Hispanisten, geht es hierbei um eine „Einführung für diejenigen, die mehr über die populäre Musik Lateinamerikas in Erfahrung bringen wollen.“. Da sich die enorme Vielfalt des Subkontinents nicht komplett in einem solch begrenzten Rahmen abbilden lässt, fokussiert Schlicke, wie vorneweg erklärt, einige markante, beispielgebende, mehr oder wenige aktuelle Musiktraditionen bzw. -tendenzen, beleuchtet deren soziopolitische Hintergründe und stellt – wenn möglich – größere, panamarikanische Kultur- und Geschichtszusammenhänge her. Kuba ist Ausgangs- und Schlusspunkt dieser Rundreise, die kapitelweise u.a. durch Mexiko, Kolumbien, Argentinien, Brasilien, Venezuela führt, inklusive USA bzw. New York als Geburtsort der Salsa, des Weiteren in länderübergreifende Gefilde wie die des Protestliedes oder andinischer Musikkulturen. Mit allerlei musiktheoretischen und biografischen Details und Legenden, politischen Fakten und Liedtexten gespickt ist diese kompakte Abhandlung, die ebenfalls mit einem Glossar und einer üppigen Literatur- und Musikliste versehen ist. Die hier und da entwickelten, teils durchaus bedenkenswerten eigenen Reflexionen und Fragestellungen erreichen jedoch eher den Experten als den musikinteressierten „Normalverbraucher“. Obwohl ganz und gar nicht abgehoben im Duktus, ist diese kleine, dezidierte Lateinamerika-Musikgeschichte weniger populärliterarisch geraten als vom Autor intendiert.

Katrin Wilke

Bezug: go! www.parthasverlag.de

 

CORNELIUS SCHLICKE    – Salsa Rica – Tango Caliente


HELMUT GRAHL
Nothing but the Blues : Grooving and Sliding in Standard E
DVD included.

Osnabrück : FingerPrint/Acoustic Music, 2012.
68 S. : überw. Noten, mit s/w-Abb. + DVD. – (Gitarrenworkshops von FingerPrint ; FP 8145)
ISBN 978-3-938679-89-0 – ISMN 979-0-70030745-5

„Du kannst sofort loslegen, wenn du die Griffe E, A und H-Dur drauf hast“, schreibt Helmut Grahl in seiner Einleitung. Hört sich gut an, stimmt auch irgendwie, doch auch diese Schule ist so aufgebaut, dass es sehr schnell in Riesenschritten und auf hohem Niveau vorangeht. Da muss der zukünftige Blues- und Boogie-Picker schon über eine unerschütterliche Motivation und einen eisernen Willen verfügen, um nicht vorzeitig völlig desillusioniert aufzugeben. Eine gute Idee ist die Beschränkung auf lediglich fünf Songs (Soul Of A Man, Midnight Special, See See Rider, Sloppy Drunk, Last Fair Deal Down), die in immer neuen Variationen dargestellt werden, um neue Techniken, Tipps und Tricks kennenzulernen. So kann der Lernwillige auf bereits Bekanntes aufbauen und steht nicht jedes Mal völlig am Anfang. Ein ganzes Kapitel ist übrigens der Slide-Technik gewidmet. Die Notenbilder sind übersichtlich dargestellt, jeweils in Notation und Tabulatur. Die Lern-DVD veranschaulicht jeden Lernschritt bildlich, zum Teil sogar mit mehreren Kameras gleichzeitig (Split-Screen), sodass die Zupfhand und die Greifhand zur gleichen Zeit studiert werden können. Ausdrücklich bezieht sich Helmut Grahl in seinem aktuellen Lehrwerk auf seinen Lehrmeister Lightnin‘ Hopkins sowie auf die Spielweisen und Techniken der Bluesgrößen J.B. Lenoir, John Mayall und Alexis Korner. Illustriert ist die Blues- und Boogie-Schule mit künstlerisch anspruchsvollen Schwarzweiß-Fotos von Manfred Pollert. So ist Nothing but the Blues insgesamt ein sowohl inhaltlich wie auch ästhetisch äußerst anspruchsvolles Werk.

Kai Engelke

Bezug: go! www.acoustic-music.de / go! www.fingerprint-verlag.de

 

HELMUT GRAHL  – Nothing but the Blues


SOPHIE PARKES
Wayward Daughter : an official biography of Eliza Carthy
Foreword by Mark Radcliffe.

London: Soundcheck Books, 2012.
XI, 249 S. : mit Fotos
ISBN 978-0-9566420-7-3

Wie sinnvoll ist es, über eine 37-Jährige eine Biographie zu verfassen? Es wurden schon jüngere Künstler derart beglückt, und Sophie Parkes schrieb das Buch überdies als bekennender Fan, was eigentlich keine so guten Voraussetzungen sind, aber dennoch ist das Buch sein Geld wert! Eliza Carthy als eigensinnige Tochter der englischen Folkgiganten Norma Waterson und Martin Carthy nahm schon quasi per Geburt eine Ausnahmestellung in der lokalen Szene ein. Diese Voraussetzung hat sie mit Talent, Fleiß und Innovationslust genutzt, um ihre zahlreichen Projekte mit Schwerpunkt England voranzubringen. Parkes schildert Carthys Künstlerleben detailliert, die Fakten sind gewissenhaft recherchiert und die Zitate sauber gekennzeichnet. Wir lernen so einiges über ein Musikerdasein zwischen Studios und Touren. Die erstaunlichste Erkenntnis jedoch ist die, dass eine Eliza Carthy als eine der profiliertesten und bekanntesten Folk/Roots-Musikerinnen, die überdies immer mehrgleisig fährt, finanziell permanent am Rande der Pleite lebt, und das ohne geldfressende Hobbies. Sie muss sich sogar die Frage stellen, ob sie sich als Mutter von zwei Kindern in Zukunft ein Leben als Profi überhaupt noch leisten kann. Davon abgesehen ist die Biographie in erster Linie eine musikalische. Es gibt zwar auch persönliche Einblicke, aber mehr offene Fragen, ein deutlicher Fall von: Wie intim sollte und kann so eine Bio eigentlich sein? Zumindest Fans der englischen Folkmusik sollten sich das Buch auf alle Fälle leisten, es ist informativ und interessant, auch im Hinblick auf die Szene als solche. Und es gibt eigentlich nur drei kleine Kritikpunkte: Die hässliche Rune als Abschnittsteiler, die ziemlich überflüssigen Fan-Interviews am Ende und die fehlende Diskographie. P.S.: Es liegt auch eine Doppel-CD vor unter gleichem Titel mit 31 Tracks aus Carthys 20-jähriger Karriere, aber es ist unklar, inwieweit die Scheiben offiziell erhältlich sind.

Mike Kamp

Bezug: go! www.soundcheckbooks.co.uk

 

SOPHIE PARKES    – Wayward Daughter


FRITZ SCHNEIDER
Die Sackpfeife = La Gaita = La Cornemuse = The Bagpipe :
Bilder zur Geschichte eines europ. Volksinstruments.

2., überarb. Aufl. – o.O. : Verl. d. Spielleute, 2012.
180 S. : mit zahlr. Abb.
ISBN 978-3-927240-98-4

Wohl kaum ein Musikinstrument der Welt hat eine so große Vielfalt wie die Sackpfeife – oder der Dudelsack, wie er häufig genannt wird. Heute findet man ihn überall auf der Welt und in den verschiedensten Ausführungen und Größen. Ebenso vielgestaltig ist seine Geschichte. Neben erhaltenen Instrumenten und Schriftzeugnissen seiner Benutzung in der Volksmusik sind es Bilder, die uns erzählen, wie die Sackpfeife aussieht, wer sie spielt, für wen ein Sackpfeifer spielt oder in welchen Ensembleformen er aufwartet. Der Krefelder Fritz Schneider hat seit den 50er Jahren die wohl größte Sammlung von Sackpfeifenabbildungen angelegt. Etwa 18.000 Dudelsackbilder machen die Schneider-Sammlung zum bedeutenden Fundus für Wissenschaftler und Musikinteressierte aus der ganzen Welt. Nun legt der Sammler und Autor ein Buch vor, das einen interessanten Querschnitt bietet. Bilder mit Sackpfeifen vom 9. Jahrhundert bis zur Gegenwart werden auf 180 Seiten meist in Farbe präsentiert. Diese Bilder erzählen häufig Geschichten oder illustrieren volkstümliche Vorstellungen – etwa von den Hirten bei der Geburt Christi oder dem Räuberhauptmann Janošik aus der Hohen Tatra. Alltägliche Szenen der Vergangenheit, wie die italienischen Wandermusikanten mit ihren Zampognas sind zu finden und symbolische Bedeutungen der Sackpfeife ausweisende Darstellungen aus dem Mittelalter. Alle begleitenden Texte sind in Deutsch, Französisch, Spanisch und Englisch ausgeführt, was das Buch weit über den deutschsprachigen Raum hinaus wirken lassen sollte.

Ralf Gehler

Bezug: go! www.spielleute.de

 

FRITZ SCHNEIDER    – Die Sackpfeife


MARJORY KENNEDY-FRASER
A Life of Song : the autobiography of Marjory Kennedy-Fraser
with an introd. by Per G.L. Ahlander.

New Ed. – o.O. : The Island Book Trust, 2011.
149 S. : mit Abb. – (Living history)
ISBN 978-1-907443-19-0

Marjorie Kennedy-Fraser (1867-1930) ist vor allem als Liedersammlerin bekannt, doch zuerst hatte sie Karriere als Pianistin gemacht. Sie begleitete ihren Vater, den Sänger David Kennedy, auf seinen Tourneen um die ganze Welt und trat zudem als seine Managerin auf. Ihre Erfahrungen mit Veranstaltern, die mit einer jungen Frau keine Geschäfte machen wollten oder versuchten, die vermeintlich Naive übers Ohr zu hauen, machten sie zur aktiven Frauenrechtlerin. Nachdem ihr Mann nach dreijähriger Ehe an Tuberkulose gestorben war, verdiente sie für sich und ihre beiden Kinder ihren Lebensunterhalt als Musiklehrerin und Musikkritikerin. Ihr Vater hatte mit Vorliebe Lieder von Robert Burns gesungen, ihre Mutter Elizabeth Fraser stammte aus einer gälischsprachigen Familie, und so fühlte Marjorie sich prädestiniert, sich auf die Hebriden zu begeben und zu retten, was zu retten war. Mit einem Graphophon, einem Aufnahmegerät für Wachszylinder, das bei hoher Feuchtigkeit nicht funktionierte, reiste sie zunächst nach Eriskay. Das Graphophon war ihr beim dortigen Klima keine große Hilfe, aber Marjorie, die in Italien bei angesehenen Lehrkräften Musik studiert hatte, konnte alles, was sie hörte, in Noten aufschreiben und zudem, durch ihre Gälischkenntnisse, auch den Text notieren. Zudem konnte sie durch ihre klassische Musikausbildung erstaunliche Parallelen entdecken, z.B. zwischen der Musik von Richard Wagner und den Liedern der hebridischen Seeleute. Dass sie später in Verruf geriet, weil sie die Lieder zu „klassisch“ und „lieblich“ arrangiert hatte, beschreibt das informative Vorwort von Per G. L. Ahlander, der aber darauf hinweist, dass inzwischen abermals eine Umwertung geschieht und ihre Verdienste wieder gewürdigt werden, denn Marjorie Kennedy-Fraser hat etliche heute bekannte Lieder aufgenommen, die ohne sie seit hundert Jahren vergessen wären. Das bekannteste ist vielleicht „Kishmull’s Galley.“

Gabriele Haefs

Bezug: go! www.theislandbooktrust.com

 

MARJORY KENNEDY-FRASER  – A Life of Song


THERESA BEYER [Hrsg.]:
Out of the Absurdity of Life :
Globale Musik ; Norient 012

o.O. : Traversion, 2012.
327 S. : mit zahlr. Abb. u. Fotos
ISBN 978-3-906012-03-2

Was heißt „Weltmusik“ im 21. Jahrhundert? Um diese Frage kreist das Buch, herausgegeben von den Schweizer Musikethnologen und Journalisten Theresa Beyer und Thomas Burkhalter. Es ist die erste gedruckte Version von Beiträgen aus „Norient“, einem interaktiven Online-Netzwerk für lokale und globale Sounds, das Thomas Burkhalter 2002 ins Leben rief. Zum 10-jährigen Jubiläum beleuchten jetzt in sorgfältig edierter Buchform internationale Journalisten, Soziologen, Musikwissenschaftler, Musiker und Fotografen in Reportagen, wissenschaftlichen Abhandlungen, Feldnotizen und Interviews aktuelle Trends weltweiter Musikszenen. Der Vielfalt des Gegenstands entspricht das collageartige Layout. Zitate, Fotografien, Illustrationen und Songtexte machen den inhaltlich fundierten Band auch optisch zu einem Lesevergnügen. Im Anhang finden sich Kurzbiografien zu den Autoren. Sie entwerfen „Weltmusik 2.0“ als urbane Soundscapes zwischen Trash, Protest und Provokation, beleuchten Hierarchien und wirtschaftliche Ausbeutung im globalen Musikbetrieb und formulieren kritische Fragen, etwa ob „eine Künstlerin oder ein Künstler aus Afrika, Asien oder Lateinamerika auch physisch in der weltweit vernetzten Szene der Weltmusik 2.0 mitmachen kann oder ob sie oder er bloß ein Lieferant von Sound-Samples bleibt.“ Sound-Samples und Videos finden sich als akustische Ergänzung zum Buch auf der Homepage www.norient.com.

Sylvia Systermans

Beszug: go! www.traversion.de

 

THERESA BEYER – Out of the Absurdity of Life


ERHARDT ROTHE:
Leben mit Musik.

Berlin : Eigenverl., 2011.
448 S.

Wenn man den Titel dieses Erinnerungsbuches liest, könnte man meinen, ein Musiker habe sein Leben beschrieben. Doch der Autor hat seine Brötchen überwiegend als Bankangestellter verdient. Aufgewachsen ist er in dem sehr speziellen Biotop des alten Westberlins. Hier hat er, beginnend bei den Schlagern der Woche im RIAS und später in den inzwischen legendären Folkclubs, seine Liebe zur populären Musik entdeckt. Das Sammeln von Schallplatten (reichlich im Buch dokumentiert), der Besuch von Konzerten und das Losklimpern auf der Gitarre kamen dazu. Jetzt ist er Anfang sechzig und hat sein Leben vor allem gegen das eigene Vergessen festgehalten. Ist das für einen fremden Leser interessant? Nur sehr bedingt. Einiges erkennt man aus dem eigenen Leben wieder, eine Reihe Details kann man überlesen und viele Beschreibungen und Urteile sind oberflächlich, manche sogar befremdlich. Es bleibt ein vager Blick in ein fremdes Leben mit seinen Prägungen, Entwicklungen und Wendungen.

Rainer Katlewski

Bezug: go! www.czarobuch.de

 


PHILIP JOHN BERTHOUD:
Begin The Journey... Fiddle : easy trad. tunes from around the world
oll. and ed. by Philip John Berthoud. – Laggan Bridge

Spartan Press, 2012.
24 S.: nur Noten u. Akk. + CD. – (SP ; 965)
ISBN 978-0-57999-965-2

Ein Reisebeginn soll dieses Buch sein, durch die Welt der Fiddle-Musik. Für diesen Anspruch ist das Material allerdings schon relativ schwierig, zumindest für deutsche Fiddlewillige. Hierzulande lernen die meisten Geigenanfänger für eine ganze Weile nämlich ausschließlich die erste Griffweise (2. und 3. Finger eng aneinander), die Stücke in dem vorliegenden Notenheft gehen allerdings durch alle möglichen Griffe, das macht das Spiel für den Anfänger nicht leicht. Auch in rhythmischer Hinsicht wird vom Spieler Einiges abverlangt. Vorgezogene Achtelnoten sind für Anfänger wahrlich nicht einfach zu spielen, wie beispielsweise in einer holländischen Ballade aus dem 16. Jahrhundert, selbst wenn man sich an die vorne gegebenen Hinweise hält und die Stücke vorher ausgiebig auf der Begleit-CD anhört. Darauf sind alle Stücke enthalten, in einfachen, aber durchaus liebevollen Arrangements mit Saiteninstrumenten und Percussion. Die Schlüsse hätten doch aber ein bisschen mehr Aufmerksamkeit verdient. Die eingespielte Geigenstimme ist ok, aber vor allem in Sachen Intonation und rhythmischer Exaktheit nicht ideal. Für die CD würde ich mir außerdem eine längere Pause zwischen den einzelnen Tracks wünschen, sodass die Musik noch ein wenig nachwirken kann. Melodisch begeistern allerdings viele der Stücke nicht unbedingt. Manche sind auch – gerade für Einsteiger – nicht so leicht nachzuvollziehen. Da hätte es sicher geholfen, wenn die Phrasen der Stücke untereinander gedruckt wären, sodass man die Struktur besser nachvollziehen kann. Die Zeilenumbrüche erscheinen oft nämlich eher zufällig. Durchaus brauchbar sind aber die eingetragenen Bindungen in den Noten. Für weltmusikbegeisterte Geiger bietet das Buch 35 Stücke aus aller Welt, von Venezuela bis China, von Australien bis Canada. Auch wenn der Schwerpunkt in Europa liegt, die sonst so omnipräsenten irischen und schottischen Tunes sucht man vergeblich. Also vielleicht doch ein kleiner Reisebeginn, allerdings nicht wirklich für Geigenanfänger geeignet...

Sabrina Palm

Beszug: go! www.spartanpress.co.uk

 

PHILIP JOHN BERTHOUD – Begin The Journey... Fiddle


NUR FÜR ANFÄNGER - MANDOLINE
e. umfassende, reich bebilderte Anleitung zum Mandoline spielen
inkl. e. Play-Along CD mit professionellen Begleit-Tracks.

o.O. : Bosworth Ed., 2012.
47 S. : überw. Noten m. TAB u. Abb. – (BOE ; 7654)
ISBN 978-3-86543-750-1

Mandolinenschulen in deutscher Sprache sind rar. Insofern erfreulich, dass der Mando-Kurs des US-Amerikaners Todd Collins hier übersetzt vorliegt. Er fängt tatsächlich ganz vorn an und hilft denjenigen, die noch nie eine Mandoline in der Hand hatten mit grundsätzlichen, dennoch kompakten Informationen zu Instrument, Stimmung, Haltung. Dem wichtigen Thema Umgang mit dem Plektrum ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Dann geht es die gängigen Tonleitern G, A und D auf und ab – mit Übungen und angewendet aufs konkrete Lied. Hier zeigt sich die US-Herkunft: Die Liedbeispiele stammen aus Bluegrass und Old Time Music. Irisches oder Mando-Pop fehlen dagegen. Wen das aber nicht stört oder wer genau solch eine Schule für Bluegrass-Mandoline samt CD sucht, kann hier zugreifen.

Volker Dick

Beszug: go! www.bosworth.de

 

NUR FÜR ANFÄNGER - MANDOLINE


ADRIAN HOPKINS [Hrsg.]:
Pioneers of American Folk Guitar : 12 acoustic guitar songs from the heroes of American Folk
standard notation plus TAB / ed. By Adrian Hopkins.

London [u.a.] : Wise Publ., 2012.
71 S. : Noten u. TAB. – (AM ; 1005598)
ISBN 978-1-78038-758-1

Wer zählt denn zu den Pionieren der amerikanischen Folkgitarre? Mississippi John Hurt, Elizabeth Cotten, Bob Dylan, Leo Kottke, Chet Atkins, John Fahey, Robbie Basho... Echte Klassiker wie der „Candy Man Blues“ oder „Freight Train“ treffen auf Kompositionen wie z.B. das wunderbare „Ian and Nisa“ des hierzulande eher unbekannten Gitarristen Michael Gulezian. Das bemerkenswerte an dieser Sammlung ist die notengetreue Übersetzung von Originalaufnahmen. Kurze Biographien und die Angabe der musikalischen Quellen runden diese außergewöhnliche Sammlung ab. Standard sowie spezielle Tunings wechseln einander ab. Um sinnvoll mit diesem Heft arbeiten zu können, ist ein solides Fingerpicking-Fundament erforderlich. Und selbst ambitionierte Spieler werden an dem einen oder anderen Titel ihre Freude haben. Stark wäre natürlich eine CD gewesen, die die vorgestellten Aufnahmen versammelt. Denn wer kennt schon alle Originale?

Rolf Beydemüller

Beszug: go! www.musicsales.com

 

ADRIAN HOPKINS [Hrsg.] – Pioneers of American Folk Guitar


BLUEGRASS CLASSICS:
Play 8 Songs with Tab and Sound
alike CD Tracks.

Milwaukee, WI : Hal Leonard Corp., o.J.
54 S. : nur Noten u. TAB + CD. – (Guitar Play-Along ; Vol. 138)
ISBN 978-1-61780-728-2

Eine klassische Noten/Tab-Ausgabe für den lernfreudigen Bluegrass-Gitarristen und eine ziemlich clevere Play-Along CD, die den üblichen Problemen mit den „Mitspiel“-CDs auf intelligente Weise begegnet. Normalerweise sind die Begleit-Tracks in zu hohem Tempo aufgenommen oder zu langsam. Schwierige Passagen lassen sich kaum isoliert üben ohne einen großen Aufwand zu betreiben. Hier ist alles ganz einfach: übergebe ich die CD meinem PC (läuft auch in jedem CD Player) öffnet sich der „Amazing Slow Downer Lite“, eine kleine Software, die wirklich amazing ist. Alle Songs der CD lassen sich bis zum halben Tempo verlangsamen und um ein Viertel beschleunigen (wem das Original zu lahm sein sollte, – kaum vorstellbar). Dabei verändert sich die Tonhöhe nicht. Das lässt sich wiederum per virtuellem Schieber jeweils um 12 Halbtöne aufwärts und abwärts regeln. Und damit nicht genug, kann ich mir einen Teil des Songs herausschälen, den ich per Loopfunktion so oft wiederholt bekomme, bis das komplizierte Gitarren-Riff endlich sitzt. Kurzum: 8 klassische Bluegrassmelodien („Turkey in the straw“ u.a.) inkl. Text, Gitarrenbegleitung, sowie sehr schön ausgearbeitete Soli, eine tadellose Noten- und Tabulaturausgabe. Perfekt!

Rolf Beydemüller

Beszug: go! www.halleonard.com

 

BLUEGRASS CLASSICS – Play 8 Songs with Tab and Sound

Update vom
27.04.2013
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