Rezensionen ASIEN/ OZEANIEN


KOBY ISRAELITE
Blues From Elsewhere

(Asphalt Tango Records D-ATR 3513/Indigo, go! www.kobyisraelite.com )
16 Tracks, 54:35, mit engl. Infos

Auch zehn Jahre nach seinem grandiosen Debüt Dance Of The Idiots darf man sich auf jedes neue Album des 46-jährigen Multiinstrumentalisten aus Tel Aviv mit Basiswohnsitz London freuen. Vorausgesetzt allerdings, man hat ein Faible für Tonträger, bei denen man so heftig durch die populärmusikalischen Stile dieses Planeten geschüttelt wird, dass einem schwindlig wird. Zum Beispiel Track eins: „Johnny Has No Cash No More“. Es beginnt wie das, was der Titel vermuten lässt: Carl Perkins eröffnet für Johnny. Nach zwölf Sekunden dengelt sich eine Marc-Bolan-“Jeepster“-Gitarre ins Countrypicking, ab Sekunde 21 quetscht ein Akkordeon ein paar Balkantakte heraus, bevor eine Jimmy-Page-Gitarre frühen Led-Zeppelin-Bluesrock absondert; danach haben wieder die Balkanquetsche und die Countrygitarre kurz das Sagen. Bei Sekunde 59 fetzt das Akkordeon einen lupenreinen Klezmer ins Geschehen, bevor eine lömmernde Bouzouki oder Mandoline und Carl Perkins das Stück ins Ziel bringen. Und das, wohlgemerkt, waren nur die ersten 1:49 Minuten des Albums! Wer also Platten schätzt, auf denen ein Song wie der andere klingt: Finger weg! Wer allerdings musikalische Achterbahnfahrten liebt: Unbedingt zugreifen!

Walter Bast

 

KOBY ISRAELITE – Blues From Elsewhere


MOHAMMAD REZA MORTAZAVI
Codex

(Flowfish Records FF 0046/Broken Silence, go! www.moremo.de )
5 Tracks, 45:17

Sich auf ein Percussioninstrument und einen einzigen Takt zu reduzieren, und dabei die Türen eines musikalischen Universums weit zu öffnen – das ist die große Kunst des Mohammad Reza Mortazavi. Mehr denn je konzentriert sich der Iraner auf das Ausloten der klanglichen Möglichkeiten der Bechertrommel Tombak, des einzigen Instruments auf diesem live eingespielten Album. Mit Dynamik und winzigen Pausen bearbeitet der Ausnahmemusiker den 6/8-Takt, ein zentrales Element der persischen Musik. Er imitiert Echoeffekte und nutzt die Tonskala des Fells für das melodische Spiel. Kreisende Klänge werden vielfach variiert, ohne sich selbst zu zitieren. Mortazavi reibt, schlägt, kratzt und streichelt sein Instrument. Codex klingt wie ein musikalischer Vollzug des Sufismus: Das Große im Kleinen, in der Reduktion das Universum zu reflektieren – dieser Sufi-Gedanke wird hier in ein modernes Musikkonzept gefasst. Der spirituelle Charakter erklärt sich selbst und lenkt nicht von der musikalischen Brillanz ab. Das Album klingt nicht nur hervorragend, es ist auch noch tanzbar, schließlich kreisen nicht nur Mortazavis Finger auf der Tombak, sondern auch die drehenden Derwische des Sufi-Ordens ...

Birger Gesthuisen

 

MOHAMMAD REZA MORTAZAVI – Codex

Update vom
27.04.2013
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