FIZZÈ


Kosmopolitische
Klänge us dr Schwyz

Fizzè
Weltmusik?
Menschmusik!

Wenn von Weltmusik und ihren Protagonisten die Rede ist, fällt höchst selten der Name Victor de Bros. Dabei hat sich der unter dem Alias Fizzè schaffende, unlängst sechzig Jahre jung gewordene Schweizer seit seinen 1991 bzw. 1997 erschienenen Alben The Dawn Of Peeni Waali (eine Reminiszenz an eine jamaikanische Leuchtkäferart) und The Return Of Peeni Waali – für die Taz eine „Platte des Jahrhunderts“ – unter Insidern einen legendären Ruf erworben. Nicht zu Unrecht. Der im Kanton Sankt Gallen – genauer: in Weite, einem Teil der im Rheintal an der Grenze zu Liechtenstein gelegenen Vieldörfergemeinde Wartau – residierende Multiinstrumentalist und Produzent verschmilzt auf seinen Alben mit scheinbar leichtester Hand Reggae, Blues, Jazz und artifizielle Rockmusik mit alpenländischer und keltischer Folklore und nicht zuletzt afro-arabischen Gesängen. Anlässlich Fizzès jüngster, in Kollaboration mit dem iranisch Instrumentenbauer, Sänger und Santur-Virtuosen Alan Kushan entstandenen CD Shab Tab stellte sich der Eidgenosse einem Folker-Gespräch.

Fizzè, klickt man auf deiner Website das Stichwort Biografie an, stößt man auf eine unfassbar bunte Vita. Im Rahmen einer Schilderung deiner ersten Reise nach Jamaika 1987 notierst du, du habest von dortigen Musikern „außergewöhnliche Insiderstorys erfahren“ und gelernt, „wie man einige dazu erfindet“. Darum die Frage: Wie viel von dieser Bio ist Dichtung, wie viel die reine Wahrheit?

Die Biografie entspricht der Wahrheit. Zu 99,9 Prozent. Allerdings habe ich nie Schmetterlinge geraucht.
» ICH FüHLE MICH
GESCHMEICHELT, WENN
ICH ALS FREI DENKENDER
QUERULANT EINGEORDNET
WERDE. «
[lacht] Vieles ist auch ausgeblendet, weil’s mir zu stinklangweilig vorkommt. Wen interessiert denn meine Nomination zum Deutschen Schallplattenpreis, wenn ich ihn letztendlich doch nicht bekommen habe? Oder dass ich ein Virtuosendiplom auf Flöte im Sack habe, dann fünfzehn Jahre nie wieder Flöte gespielt habe und heute – zum Glück – nicht die schnellste Pfeife bin. Dass ich mich als Handelsvertreter für Werbung mit dem Verkauf von blauem Himmel gut genug durchschlagen konnte, um der Musik zu frönen, ohne im Hotel Zum Goldenen Arschloch für schnöden Mammon jeden Abend „Junge, komm nie wieder“ abdrücken zu müssen.
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AUSWAHLDISKOGRAFIE:
The Dawn Of Peeni Waali
(Mensch Records,1991)
The Return Of Peeni Waali
(Mensch Records, 1997)
The Eve Of Peeni Waali
(Mensch Records, 2003)
SHA
(Peeni Waali meets Schildpatt; Mensch Records, 2006)
Shab Tab
(The Peeni Waali All Stars, Mensch Records, 2012)

ShabTab

Dass ich mal Hilfskoch war oder als Fährmann auf dem Rhein postuliert habe. Und dass meine Liebesgeschichte die schönste und meine Frau die beste der Welt ist!

Musikjournalisten versehen deine Produktionen durchweg mit dem Etikett Weltmusik, das ich für etwas problematisch halte, weil sich in ihm oft ein sehr westlicher Blick auf alle außeramerikanischen bzw. außereuropäischen Musikkulturen spiegelt. Auf deine Musik, die wirklich aus vielen Kulturen schöpft, scheint mir der Begriff ausnahmsweise zuzutreffen.

Ich habe mich immer gegen diesen Begriff gewehrt. Es sind doch die Menschen, die Musik machen, nicht die Welt. Mir geht es darum, Musik mit Menschen zu machen und eine Welt zu erschaffen, die es ohne diese Begegnungen nicht gäbe. Ich nenne es lieber „Outernationale Musik“. Und aus meiner Werkstatt ist dann ja auch langsam eine richtige kleine Plattform entstanden – ein Netzwerk, wo sich Verbindungen geknüpft haben, aus denen ich bis heute schöpfe.

Die Fragen stellte Albrecht Piltz.

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Update vom
25.02.2013
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