GASTSPIEL

Musiker ist doch der beste Job — irgendwie, oder?

Szenen aus dem Alltag

VON Schorsch Hampel*

SCHORSCH HAMPEL * FOTO: F. GUBITZ

Was für eine Session: John Hiatt an der Akustischen, Derek Trucks Slide und Dylan krächzt vorn über’n Highway 61, die Rhythmusgruppe groovt locker dahin, auch wenn jetzt keiner mehr singt, etwas ratlos die Gesichter, dann klingelt ein Handy – neue Nachricht: Sie haben Ihren Soloeinsatz verpasst! Da hilft nur noch Aufwachen.
Autoreninfo:

* SCHORSCH HAMPEL (59) ist ein Münchner Bluesgitarrist, Sänger und Songwriter, der nach langen Umwegen über Deutschrock, Jazzrock, Pop etc. seit zehn Jahren mit der Mundartband Schorsch & de Bagasch unterwegs ist, um den „Isar-Delta-Blues“ zu zelebrieren. Aktuelle Veröffentlichung ist das Instrumentalalbum Pull Off The Road.
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Aufwachen in einem Hotelzimmer in einer schwäbischen Kleinstadt, wo jetzt die Kirchenglocken den Soundtrack übernommen haben. Duschen und Frühstücksbuffet, Kaffee lahm und Marmeladenbrötchen. Macht nicht wirklich wach. Gestern bei der langen Nacht der Museen Sologig in einer Kunstgalerie, drei Zuhörer pro Shuttle, der Veranstalter hatte gemeint: Egal, was gespielt wird, können zur Not auch Fingerübungen sein?! Er hatte es doch ironisch gemeint und die Gagenhöhe war überzeugend. Und schließlich war es die Vernissage eines jungen Fotokünstlers, abstrakt gefotoshopte
» WENN SCHON KEIN
GELD VERDIENT
WIRD, DANN
WENIGSTENS ÜBEN.«

Industriekathedralen, da ist Blues doch die geeignete Untermalung. Hauptsache, Musik ist irgendwie zu hören, wie im Kaufhaus, in der Kneipe oder im U-Bahnhof – dezente Lärmkulisse, oder, wie Enzensberger weiland bemerkte, akustische Umweltverschmutzung? Jetzt aber schnell nach Hause. Das Equipment schon gestern Abend verstaut – angenehm, der Künstler hat selbst mit eingeladen, war sehr zufrieden. Schade dass er nicht mehr hören konnte, aber du weißt ja, die Leute labern einen ständig zu bei so einer Veranstaltung, wird sich unbedingt auf Facebook anfreunden.

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Update vom
27.12.2012
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