5 Minuten mit...

Der Singende Tresen

Lyrik als Überlebensstrategie

DER SINGENDE TRESEN * FOTO: STEFFEN FREILING
» Hinter allem gibt es
immer noch ein
existentielles Grauen. «



Düster bizarr und beißend sarkastisch sind die Lieder von Der Singende Tresen. „No Pop! No Rock! No Liedermaching!“ steht in selbstironischer Tresen-Manier auf dem aktuellen Album Ernste Musik. Es ist die vierte Produktion der Band seit ihrer Gründung 2001 durch Sängerin und Poetin Manja Präkels. Mit einer eigenwilligen Mischung aus Akustikfolkpunk, Jazz, Blues und Einflüssen von Eisler, Weill und Waits kehren die Musiker von Der Singende Tresen musikalisch zu ihren rauen Anfängen zurück.

TEXT: SYLVIA SYSTERMANS


Dumpfe Trommelschläge, ein harter Gitarrenriff, darüber skandiert eine verzerrte Stimme: „Mir san mir die die schon immer da warn / Volkes Volk ach Volker / Dein Stottern stört!“ Mit kantigen Wortsplittern demontiert Manja Präkels, Sängerin und Frontfrau vom Singenden Tresen, die bürgerliche Fassade rechter Gesinnung. Passend dazu das Cover der CD Ernste Musik: Hitler als gesichtsloser Papp-Hampelmann vor rotem Hintergrund.
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AKTUELLE CD:
Ernste Musik (Setalight, 2012)

Ernste Musik

Die Mischung aus Klamauk und bitterem Sarkasmus ist typisch für die Berliner Band. Während das 2005 entstandene Debütalbum vom Singenden Tresen Sperrstundenmusik deutlich von Klezmer-Anklängen geprägt war, die zweite CD Clowns im Regen ein Trauerflor umwehte und die Berlin-Homage Kein Teil von etwas experimentelle Züge trägt, ist die Gangart des aktuellen Albums schnell, rau, brodelnd. Eine musikalisch ausgesprochen farbige Produktion, schwärmt Manja Präkels: „Faktisch haben wir durch Lilia Antico, die seit dem dritten Album dabei ist, eine ganz neue Klangfarbe rein bekommen. Die Frau ist ein Rhythmus-Junkie, was dem Ganzen super gut tut. Mit Benjamin Hiesinger hatten wir immer schon einen hervorragenden Kontrabassisten, gerade wenn’s leise wird. Er ist der heimliche Balladenkönig bei uns. Hinzu kommt, dass unser Klarinettist Thorsten Müller in den letzten Jahren die Bassklarinette für sich entdeckt hat, inzwischen auch mal die Blockflöte in die Hand nimmt oder das kleine rote Akkordeon. Hervorragend!“ „No Pop! No Rock! No Liedermaching! Just: Ernste Musik“ postulieren sie. Wobei sich der Ernst oftmals durch die Hintertür einschleicht. Wie bei dem Lied „Was steckt dahinter?“ über vergebliche Liebe und Hinterhoftristesse.

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Update vom
27.12.2012
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