Kein musikalischer Aprilscherz

RUPA & THE APRIL FISHES

Engagierte singende Ärztin aus Kalifornien

Rupa Marya ist eine echte Weltmusikerin, denn sie ist eine Weltbürgerin. Zu Hause, das ist für sie kein bestimmter Ort, sondern ein Gefühl, das sie überall haben kann. Geboren im Großraum San Francisco, verbrachte sie ihre Kindheit bei den Großeltern in Indien und ihre Jugendjahre in Frankreich; inzwischen lebt sie wieder in Kalifornien. Die Zeit im Ausland hat nicht nur ihren musikalischen Horizont erweitert, sondern lässt sie auch ihre Heimat aus einer kritischen Perspektive sehen.

TEXT: WOLFGANG KÖNIG

RUPA & THE APRIL FISHES 2012 * FOTO: DAGEN MERRILL

Rupa Marya liebt die Bay Area, die Region um die Bucht von San Francisco, zu der auch Städte wie Oakland und Berkeley gehören, weil sie – genau wie New York – eigentlich für die USA einigermaßen untypisch ist: „Hier hat keiner ein
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DISKOGRAFIE:
Extraordinary Rendition (Cumbancha/Indigo, 2008)
Este Mundo (Cumbancha/Indigo, 2009)
Build (Electronic Gumbo Radio Music/Indigo, 2012)

Rupa &  The April Fishes

Problem damit, wenn jemand nicht mit der Bibel unterm Arm herumläuft bzw. in seinem Aussehen oder sonst wie nicht in den Mainstream passt. Es gibt Einwanderer aus aller Welt: Europäer, Asiaten, Afrikaner und natürlich Latinos. Spanisch wird ja mittlerweile in Kalifornien fast genauso häufig gesprochen wie Englisch. All diese Migranten bringen ihre Kultur mit. Und darum gibt es in der Bay Area auch so viele tolle Musiker. Es ist einfach eine sehr kreative Region.“
Das zeigt sich auch in ihrer Musik, einer eklektischen Mischung aus vielen verschiedenen Stilen, die sie für jeden Song neu kreiert, mit Hip-Hop, Reggae, Samba, Punkrock, indischer Musik, Gipsy Swing, französischer Musette, Tex-Mex oder argentinischer Milonga. Das alles setzt sie mit einem kongenialen Team um, das aus Trompeter Marcus Cohen, Ed
» DIE USA SIND
WEIT VON EINER
ECHTEN DEMOKRATIE
ENTFERNT. «

Baskerville am Cello, der Akkordeonistin Isabel Douglass, Safa Shokrai am Kontrabass und Schlagzeuger Aaron Kierbel besteht. Der Bandname „April Fishes“ bezieht sich auf einen in Frankreich verbreiteten Brauch, am 1. April anderen Leuten einen Papierfisch an den Rücken zu heften und wenn der andere es nicht bemerkt hat, laut „Aprilfisch“ zu rufen. Die Songideen kommen von Rupa Marya, die meistens auch schon Vorstellungen für das Arrangement hat. Im Kollektiv entsteht dann das Endprodukt, das aber alles andere als statisch ist. „Unsere Songs leben“, meint die Musikerin lächelnd. „Sie klingen immer wieder anders, und ich liebe das! Momentan arbeite ich gerade an einem Song über das Radfahren. San Francisco ist eine Radfahrerstadt. Ich habe kürzlich eine mehrtägige Radtour um die ganze Bucht gemacht, und es war grandios! Für den Song schweben mir Punkrhythmen vor, aber auch fetzige Bläser, die das Tempo illustrieren, das du bekommst, wenn es bergab geht.“ Wird die musikalische Stilistik vom Inhalt des Songs beeinflusst, so macht Rupa Marya von der Musik wiederum abhängig, in welcher Sprache sie singt: Englisch, Spanisch oder Französisch. Denn für sie passt jede Sprache zu bestimmten Grooves und Sounds.

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Update vom
28.12.2012
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