Weißer Clown und dummer August  

HERMAN VAN VEEN

HERMAN VAN VEEN 2011
„Lass es schief gehen, und dann entsteht eine neue Möglichkeit“

Er gehört zu den Urvätern der deutschsprachigen Liedermacherszene: Herman van Veen. Seit vierzig Jahren tourt der Niederländer als Sänger, Liederschreiber, Geiger, Gitarrist, Clown, Maler, Schriftsteller und UNICEF-Botschafter durch die Welt. Zum zehnten Mal führen ihn seine Konzerte in diesem Jahr durch Deutschland. Für einen Kuss von Dir heißt sein aktuelles Studioalbum. Vierzehn Lieder übers Erinnern. „Je mehr wir uns erinnern, desto mehr Chancen haben wir, etwas zu verändern“, sagt Herman van Veen und spricht über seinen Umgang mit Symbolen, über Veränderungen in Deutschland und sein großes Vorbild Charlie Chaplin.

TEXT: SYLVIA SYSTERMANS



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AUSWAHLDISKOGRAFIE:
Ich hab ein zärtliches Gefühl (Harlekijn/Polydor, 1973, wiederveröffentlicht auf CD)
Inzwischen alles Gute (live; Harlekijn/Polydor, 1974, wiederveröffentlich auf CD)
In echt (live; Harlekijn/Polydor, 1998)
Hut ab! (Universal Music, 2005)
Für einen Kuss von Dir (Harlekijn Music/Universal Music, 2012)

Für einen Kuss von Dir

Herman van Veen dimmt das Licht in seiner Künstlergarderobe, gießt Wasser in eine Duftschale und zündet Teelichter an, die während des Interviews neben dem Aufnahmegerät flackern. „Licht ist für uns in Holland sehr wichtig. Der große Unterschied zwischen Holland und Deutschland ist, dass Holland keinen einzigen
»DEUTSCH WURDE ZU
EINEM CODE, UM
GESCHICHTE ZU VERSTEHEN.«
großen Komponisten hat wie Schubert, Schumann oder Wolf. Aber wir haben van Gogh, wir haben Rembrandt, wir haben Vermeer. Und das spürt man in der Seele.“ Für Herman van Veen eine Frage der geografischen Beschaffenheit eines Landes. „Das Land bestimmt den Charakter. Haydn, Mozart, das sind Alpenkomponisten. Es gibt dort diese Echos und das hört man in der Musik. Wenn du in Holland bist, erlebst du dieses Spiel von Wolken, Wasser und Licht. Das sieht man in den Bildern unserer Maler.
VAN VEEN & ERIK VAN DER WURFF 2009
Bühnenlicht wird in Holland viel mehr gesehen. Ich lese nie was über Licht in deutschen Zeitungen.“ Also werde ich über das Licht schreiben. Es taucht die Bühne der Rhein-Sieg-Halle in Siegburg in sattes Königsblau und warmes Ockergelb. Die Farben Jan Vermeers! Herman van Veen trägt ein azurblaues Hemd. Dazu glänzt der gelbbraune Korpus seiner Gitarre. Mit auf der Bühne sind seine langjährigen Weggefährten, Pianist Erik van der Wurff, Gitarristin Edith Leerkes, Geigerin Jannemien Cnossen und die einundzwanzigjährigen Musiker, Dave Wismeijer am Bass und Willem Wits, Percussion. An die 1.500 Besucher sind gekommen, man sieht viele junge Gesichter. Das Publikum habe sich stark verändert, beobachtet Herman van Veen. Die Generation, die mit seiner Zeichentrickente Alfred Jodocus Kwak aufgewachsen ist, kommt inzwischen mit eigenen Kindern in seine Konzerte. Wie fühlt es sich an, in Deutschland zu spielen, wo er 1972 sein erstes Konzert gegeben hat und nun zum zehnten Mal auf Tour ist? „Das ist vor allem vertraut! Deutschland hat sich aber auch verblüffend verändert. Es ist grüner geworden.

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Update vom
27.12.2012
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