HEIMSPIEL



 

Das schönste öffentliche Wohnzimmer der Stadt

Vierzig Jahre Laboratorium

Alternativkultur im Stuttgarter Osten

VIOLONS BARBARES

Für Folk- und Weltmusik in der baden-württembergischen Landeshauptstadt gibt es eigentlich nur eine Adresse – das Laboratorium, kurz Lab. Träger des kleinen aber feinen Clubs, oft liebevoll „schönstes öffentliches Wohnzimmer von Stuttgart“ genannt, ist seit vielen Jahren ein Verein, dessen Mitglieder ehrenamtlich die Durchführung der Veranstaltungen unterstützen. Das betrifft den Kartenverkauf ebenso wie die Gastronomie und sogar die Ton- und Lichttechnik. Und das bei durchschnittlich zwei bis drei Konzerten pro Woche.

TEXT: WOLFGANG KÖNIG

go! www.laboratorium-stuttgart.de

Das Lab ist ein Kind der sozialen Umbrüche in der Bundesrepublik in den späten Sechzigerjahren, in deren Folge sich auch eine neue Kulturszene entwickelte: die aufblühende Liedermacherbewegung um Künstler wie Franz-Josef Degenhardt oder Hannes Wader, die alternative Folkszene, die sich explizit von der weichgespülten „volkstümlichen Musik“ abgrenzte, und neue, bissige Formen des politischen Kabaretts. Internationale Themen rückten stärker ins Blickfeld, zum Beispiel der Vietnamkrieg oder die Militärdiktaturen Lateinamerikas. Da diese neue Kulturszene kaum in die vorhandenen Spielstätten passte, beziehungsweise keinen Zugang dazu erhielt, lag der Schritt zur Eigeninitiative nahe. In verschieden Städten entstanden alternative Veranstaltungsorte, viele nach dem Vorbild des Club Voltaire in Frankfurt am Main. Gleichnamige Clubs wurden unter anderem in Hannover, Tübingen und München gegründet.

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EIN ECHTER SCHLAGER:

„Percussion handmade in Germany“

Schlagwerk – seit dreißig Jahren eine weltweite Erfolgsgeschichte

Giengen an der Brenz – Teddybärenfans werden diesen Ortsnamen vielleicht kennen. Seit 1880 exportiert die Margarete Steiff GmbH Plüschtiere in alle Ecken des Globus. Ein Jahrhundert später beginnt dort in der Schwäbischen Alb erneut eine weltweite Erfolgsgeschichte. Seit nunmehr dreißig Jahren hat sich im Landkreis Göppingen ein Musikinstrumentenhersteller etabliert. Schlagwerk – dieser Name hat bei Perkussionisten weltweit einen ausgezeichneten Ruf als Produzent handgemachter Instrumente, bei denen der leicht abgenutzte Begriff „Made in Germany“ auch heute noch für echte Qualität steht. Gegründet wurde die Firma von zwei Schreinern, Gerhard Priel und Bengt Schumacher.

TEXT: ULRICH JOOSTEN

go! www.schlagwerk.de

Die Idee, hochwertige Perkussionsinstrumente herzustellen, entsteht im Jahr 1982 eher beiläufig, als ein paar Freunde zusammen am Baggersee sitzen. „Einer hatte eine Gitarre“, erinnert sich Gerhard Priel, „und irgendwie fehlte die Rhythmusfraktion. Für uns als Schreiner lag es nah, Lösungen aus Holz zu suchen.“ In einer kleinen Holzwerkstatt tüfteln die beiden Handwerker an ihrem ersten Instrument – das Ergebnis ist die erste „Schlagwerk“ Schlitztrommel. Die funktionierte mehr schlecht als recht – aber der Ehrgeiz hat die beiden Kompagnons gepackt: „Ausgehend von historischen oder ursprünglichen Instrumenten entwickelten wir aus einem ausgehöhlten Baumstamm eine sauber gestimmte Schlitztrommel à la Schlagwerk“, erzählt Priel. Dass die Instrumente der beiden musikalischen Schreiner Qualität haben, spricht sich schnell herum, sie kommen bei Musikern und auch bei Musiktherapeuten sehr gut an. Priel und Schumacher wagen den Schritt in die Selbständigkeit, gründen die Firma Schlagwerk Klangobjekte GbR und präsentieren ihre Instrumente noch im selben Jahr auf der Essener Messe Sound & Musik. Ab 1983 stellt Schlagwerk dann regelmäßig auf der Frankfurter Musikmesse aus.

GERHARD PRIEL

Erfolgsgeschichte Cajon

Von Beginn an haben die beiden frischgebackenen Firmeninhaber Spaß an der Neu- und Weiterentwicklung von Perkussionsinstrumenten. 1986 entdecken sie das Cajon (spanisch für „Schublade“ oder „Holzkiste“), das zum eigentlichen Schlager im Sortiment werden soll. Das frühere Sklaveninstrument stammt ursprünglich aus Peru. Priel, der früh das Potenzial des Cajons erkennt, erinnert sich: „Mein Freund Freddie Santiago hat mir das Instrument näher gebracht. Und als wir sahen und hörten, was professionelle Drummer und Perkussionisten wie Conny Sommer und Matthias Philipzen aus unserer ‚Kiste‘ herausholen, waren wir sicher, dass das Cajon richtig erfolgreich werden wird.“ Priel behält Recht.

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„WER NICHT EMOTIONAL BERüHRT, HAT VERLOREN“

Fünfundzwanzig Jahre Music Contact

Rainer Zellner – vom „Michel-Cowboy“ zum erfolgreichen Musikagenten

Man könnte ja denken, es reichten zwei Sorten von Leuten: die, die gerne Musik machen, und die, die gerne Musik hören. Die einen spielen, die anderen hören zu, und beide sind glücklich. Unglücklich wie die zwei Königskinder sind sie aber, wenn sie nicht zusammenfinden.

TEXT: MICHAEL A. SCHMIEDEL

go! www.musiccontact.com
KIRSTEN SPIEGL UND RAINER ZELLNER 2012 *
FOTO: ILSE SCHILLER

Dieses Unglück zu verhindern, hat sich Rainer Zellner auf die Fahnen geschrieben. Zuerst gehörte er beiden erstgenannten Sorten an: Er hörte Musik, in den Sechzigerjahren vor allem Folk und Rock aus den USA und aus Irland. Besonders hatte es ihm aber der Bluegrass angetan: „Bluegrass ist das, was mich sozialisiert hat, musikalisch. Das war mein Einstieg in die Musik, angloamerikanisch geprägter Folk mit einem bisschen Hingucken zum Irischen. Aber letztlich war es doch sehr amerikanisch. Aber ich habe so viele musikalische Interessen, dass ich nicht einem Genre zugerechnet werden will.“ Und Rainer Zellner machte Musik: Er spielte Gitarre und Mandoline auf der Straße sowie in diversen Bands und er wurde zum Mitbegründer der Anne Wylie Band, mit der er zweieinhalb Jahre tourte. Schon in dieser Zeit schnupperte er in das Geschäft der Tour- und Konzertorganisation hinein. Außerdem schrieb er für den Folker-Vorgänger Folk-Michel Rezensionen über Bluegrass-Schallplatten, was ihm den Spitznamen „Michel-Cowboy“ einbrachte, sowie ein Lehr- und Spielbuch für Folkmandoline. Das war alles noch Hobby, denn der studierte Sozialarbeiter wollte eigentlich seine Brötchen anders verdienen. Zumal das Musizieren und das Schreiben über Musik wenig einbrachten, und die Familie zu Hause ihn nicht gerne wochenlang auf Tourneen wissen wollte.

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DER SATIRE-TEMPEL

25 Jahre Pantheon-Theater Bonn

Sinnstiftende Wiedergutmachung am Abend

RAINER PAUSE * FOTO: MANFRED LINKE
MARTINA STEIMER

Am dritten Oktober vor fünfundzwanzig Jahren gründete der Schauspieler, Regisseur und Kabarettist Rainer Pause am Bonner Bundeskanzlerplatz eine unterirdische Satire- und Kabarettbühne, nämlich das Pantheon-Theater. Natürlich geht man im Pantheon davon aus, dass dieser Umstand dazu führte, dass seither der dritte Oktober im ganzen Land als Feiertag begangen wird. Inzwischen gilt das Theater als eine der wichtigsten und bekanntesten Kabarett- und Comedybühnen im deutschsprachigen Raum und genießt sowohl beim Publikum als auch bei Künstlern und Kritikern einen ausgezeichneten Ruf.

TEXT: KAI ENGELKE

go! www.pantheon.de

Es gibt kaum einen renommierten Künstler aus den Sparten Kabarett und Comedy, der nicht schon im Satire-Tempel Pantheon aufgetreten ist: Ingo Appelt, Jürgen Becker, Matthias Deutschmann, Dieter Nuhr, Thomas Freitag, René Marik, Herbert Knebel, Gerhard Polt, Hagen Rether, Cindy aus Marzahn, Piet Klocke, Rainald Grebe, Carolin Kebekus – die Reihe ließe sich beinahe endlos fortsetzen.
Es werden aber auch Musikveranstaltungen angeboten, zum Beispiel im Rahmen von sommerlichen Liedermachertagen oder jährlich im Herbst das größte A-cappella-Festival in Nordrhein-Westfalen. 2011 war das Pantheon auch Gastgeber des Liederfests der Liederbestenliste. Längst zum Kult avanciert ist die kabarettistische Karnevalsrevue „Pink Punk Pantheon“. Satirische Lesungen, die Pantheon-Lesetage, finden im August/September statt, diverse Ausstellungen und Theateraufführungen runden das vielfältige, anspruchsvolle Programm ab. Im Vordergrund steht immer, „was auch in das Profil passt, also das Publikum niveauvoll unterhält“, sagt die künstlerische Leiterin, Martina Steimer. „Sinnstiftende Wiedergutmachung am Abend“, wie es in der Eigenwerbung heißt.

German Spaß- und Satire Open

Haben sich die Programmschwerpunkte verändert in den vergangenen Jahren? „Nicht sehr“, sagt Martina Steimer, „außer dass der Bereich Comedy immens gewachsen ist. Als das Pantheon anfing, war es sehr viel ernsthafter, nun vermittelt eine jüngere Generation ihre Inhalte oft schräger, und die Grenzen zwischen Kabarett und Comedy verschwinden häufig.“

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Update vom
24.10.2012
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