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Billy Bragg

Komplette Mermaid-Avenue-Sessions zu Guthries 100. Geburtstag

BILLY BRAGG * FOTO: ANTHONY ST. JAMES
Nach einem Konzert zum 80. Geburtstag von Woody Guthrie im New Yorker Central Park lud Woodys Tochter Nora Billy Bragg ein, Musik zu einigen von ihrem Vater hinterlassenen Texten zu schreiben. 1998 gingen Bragg und die US-Band Wilco dann in Dublin ins Studio und nahmen fast fünfzig Songs auf. Darunter auch Liebes- und Kinderlieder, was dem gängigen Bild von Woody Guthrie als dem Dustbowl-Sänger so gar nicht entsprach. Zu Guthries 100. Geburtstag sind jetzt mit Mermaid Avenue – The Complete Sessions nicht nur die beiden ersten Alben neu abgemischt wiederveröffentlicht worden, sondern auf einer dritten CD liegen auch die restlichen vor vierzehn Jahren aufgenommenen Songs vor. Als zusätzlichen Bonus gibt es die Filmdokumentation Man In The Sand. Sie zeichnet mit Musik und Interviews die Entstehung der Alben nach.

TEXT: MICHAEL KLEFF

AKTUELLE CD:
Billy Bragg & Wilco, Mermaid Avenue – The Complete Sessions (Nonesuch/Warner, 2012)

>Mermaid Avenue

go! www.billybragg.co.uk
„Bob Dylan ist ein Songwriter. Pete Seeger ist ein Folksänger. Aber Woody Guthrie ist eine literarische Größe.“

„I Ain’t Got No Home Any More“. Dieses Lied schrieb Woody Guthrie Ende der Dreißigerjahre, nachdem er gesehen hatte, wie Tausende Menschen – von Dürre und Staub vertrieben – auf der Suche nach einem neuen Leben in Kalifornien unter armseligen Bedingungen unter Brücken und entlang der Eisenbahnlinien in Hütten aus Wellpappe und Blech lebten. Das Lied gehört wegen seiner „erschreckenden Zeitlosigkeit“ in diesem Jahr neben eigenem Material und Songs von Mermaid Avenue zum festen Live-Repertoire von Billy Bragg. Guthries Ideen und seine politische Haltung sind Vorbild für den britischen Musiker. Unter anderem weil dessen Songs frei von jeglichem Zynismus seien, der nach Braggs Ansicht der größte Gegner der Linken ist, nicht der Kapitalismus. Dem gehe die Fantasie aus, glaubt er und nennt ein Beispiel: „Barclays Bank machte im letzten Jahr 2,8 Milliarden Pfund Profit. Davon überließen die Verantwortlichen ein Viertel den Aktionären, den Rest verteilten sie in Form von Boni an sich selber. Selbst wer an den Kapitalismus glaubt, wird zugeben, dass etwas mit dem System nicht mehr stimmt.“ Seine Hoffnung auf Veränderung setzt der Künstler auf eine neue Generation von Protest. „Die notwendigen Antworten kann man nicht mehr bei Marx oder Trotzki nachlesen“, sagt Billy Bragg. Das habe aber auch den Vorteil, dass junge Menschen „die Vision einer gerechteren Gesellschaft entwickeln können, ohne dabei im Schatten einer starren Ideologie zu stehen“.

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Update vom
10.07.2012
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