FOLKER
präsentiert:
TFF Rudolstadt 2012
 

 5 Minuten mit...

Emel Mathlouthi

Die Stimme der Jasminrevolution

EMEL MATHLOUTHI
Musikalisch hat der arabische Frühling meist ein männliches HipHop-Gesicht. Schon allein deshalb nimmt die Tunesierin Emel Mathlouthi eine Ausnahmestellung ein. Mit starken Melodien und ausgefeilten Arrangements, die sich aus tunesischer Volksmusik, westlichen Folkharmonien und psychedelischen Electronica zusammensetzt, arbeitet sie auf ihrem Debütalbum die jüngste tunesische Geschichte aus einem ganz persönlichen Hörwinkel auf. Für die Jugend ihres Volkes ist die 30-Jährige die kulturelle Hoffnungsträgerin schlechthin.

TEXT: STEFAN FRANZEN

AKTUELLE CD:
Kelmti Horra
(World Village/Harmonia Mundi, 2012)

Kelmti Horra

EMEL MATHLOUTI UNTERWEGS:
07/08.07.: Rudolstadt, TFF
11.07.: Hannover, Schauspielhaus, Masala Weltbeat Festivali

go! www.emelmathlouthi.com
„Arabische Klassik war nie meine Tasse Tee.“

Es ist der 19. Januar 2011. Das tunesische Volk hat sich vor fünf Tagen vom Diktator Ben Ali befreit. Auf der Avenue Bourguiba in Tunis strömen Tausende zusammen, um den Märtyrern der Revolution zu gedenken. Inmitten der Menge erhebt eine junge Frau im leuchtend roten Mantel ihre hohe Stimme, sie hat eine Kerze in der Hand. Zunächst zaghaft, dann immer selbstsicherer singt sie ihr Lied. „Ich hatte in dem Moment keine Ahnung, was passieren würde, ich war sehr ängstlich“, erinnert sich Emel Mathlouthi. „Doch schließlich sang ich aus vollem Herzen, war glücklich darüber, dass mein Song ‚Kelmti Horra’ (Meine Rede ist frei) den großen Tag in Tunesien erleben durfte.“ Die berührende Szene geht dank Youtube um die Welt, sie erinnert an die Bilder von den Kundgebungen der Bürgerrechtsbewegung in den USA. Und im Grunde erfüllt Emel Mathlouthi, die Stimme der Jasminrevolution, für ihr Volk auch die Funktion einer neuen Joan Baez.

Musikalisch allerdings geht sie weiter. „Arabische Klassik war nie meine Tasse Tee“, bekennt sie. Stattdessen begeistert sie sich früh für die Urväter des arabischen Chansons, entdeckt später die zeitgenössischen Werke des Libanesen Marcel Khalife – aber allen gemeinsam ist eine ausgesprochene Tendenz zur Befreiung von Normen, zur Rebellion.

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Update vom
29.04.2012
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