Nach der „Nueva“ nun die „Novísima“ Canción?!
CHILES NEUE BARDEN
Hitparaden-kompatibler Revolutionsgeist

TIPPS

INTERNET:
Francesca Ancarola: go! www.francescaancarola.cl
María Colores: www.mariacolores.com
Manuel García: go! www.manugarpez.cl
Pascuala Ilabaca: go! www.pascualailabaca.blogspot.de
Camila Moreno: go! www.facebook.com/camilamorenoficial
Nano Stern: go! www.nanostern.com
Ana Tijoux: go! www.anatijoux.com

CD-TIPPS:
Francesca Ancarola, Arrullos (Shagrada Medra, 2008)
María Colores, Llamadas Perdidas (Sello Azul, 2011)
Manuel García, S/T (Oveja Negra, 2010)
Pascuala Ilabaca, Diablo Rojo Diablo Verde (Música del Sur, 2010/Petit Indie, 2011)
Camila Moreno, Opmeitomsimla (Oveja Negra, 2010)
Nano Stern, Las Torres De Sal (La Clave, 2011)
Ana Tijoux, La Bala (Oveja Negra, 2011)

Die Nueva Canción Chilena entstand in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts, zeitgleich mit vielen seelen- und artverwandten Bewegungen anderer lateinamerikanischer Länder. Mehr als ein halbes Jahrhundert später sind die Heroen jener Zeit im Volksgedächtnis nach wie vor präsent und einige der Veteranen sogar noch aktiv. Leider bestehen aber auch viele der damaligen Probleme noch. Zu all dem schweigt man von musikalischer Seite aus natürlich nicht im Land von Víctor Jara und Violeta Parra, von Inti-Illimani und Quilapayún. In deren Geist erheben jetzt jüngere Cantautores ihre Stimme.

TEXT: KATRIN WILKE

FRANCESCA ANCAROLA
CAMILA MORENO 2012 * Foto: Katrin Wilke
CAMILA VALLEJO 2011

Das wiedervereinigte Deutschland ist fast genauso alt wie das neue Chile. Nach fünfzehnjähriger Militärdiktatur und ersten freien Wahlen versucht man sich dort seit 1989 mehr schlecht als recht in der Redemokratisierung des Landes. Dass die Republik Chile seit fast einem Jahr auch bei uns wieder stärker in den Schlagzeilen steht, ist den für bessere Studienbedingungen demonstrierenden Studenten zu verdanken. Erst kürzlich tourte Camila Vallejo, die Gallionsfigur dieser Bewegung, ausgiebig durch Europa, um für einen politischen Wandel zu werben. Würden also die Studenten nicht so massiv auf den Putz hauen, hätte man anderswo auf der Welt womöglich noch gar nichts von Chiles rechtskonservativem Staatschef und milliardenschweren Unternehmer Sebastián Piñera mitbekommen.

MANUEL GARCIA 2012
PASCUALA ILABACA 2011
NANO STERN 2010 * Foto: Gonzalo Donoso

Im vergangenen März, als sich Piñeras Machtantritt zum zweiten Mal jährte, wurde es wieder besonders laut auf den Straßen der Hauptstadt. Während sich die Regierung damit brüstet, dass Chile zu den Ländern mit dem größten Wirtschaftswachstum gehöre, protestieren soziale Organisationen und die Studentenbewegung vor allem gegen die extreme marktwirtschaftliche Ausrichtung des Landes und die zunehmende Kommerzialisierung aller Lebensbereiche. Nicht nur in Santiago, auch im südchilenischen Aysén geht man seit Wochen gegen die neoliberale Wirtschaftspolitik des Staatschefs auf die Straße und fordert bessere Lebensstandards ein.

„Ich singe nicht,
nur um zu singen
oder weil ich eine
gute Stimme habe.
Ich singe, weil
meine Gitarre
Sinn und
Verstand hat.“
(Víctor Jara)

Beim internationalen Liedfestival Viña del Mar, einem der größten des Subkontinents, setzte der Liedermacher Manuel García im Februar ein unüberhörbares Zeichen: Der in Chile mit Bob Dylan und Silvio Rodríguez verglichene Musiker nutzte eine selbst ihn überraschende Festivaleinladung, um vor 15.000 Konzertbesuchern einen offenen Brief an Piñera zu verlesen. Unter Applaus verwies er auf die Ereignisse in Aysén, auf die Misere der Bewohner im Erdbebengebiet und die der größten ethnischen Minderheit des Landes, der Mapuche. „Die Studenten werden Sie nicht schlafen lassen, wenn Sie uns nicht träumen lassen! Viva Chile!“ Danach intonierte García, der bei einigen der Protestmärsche dabei war, allein mit Gitarre seine poetisch-melancholische Weise vom alten, desillusionierten Kommunisten, „El Viejo Comunista“.

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Update vom
13.11.2012
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