FOLKER
präsentiert:
Folk Baltica 2012


Zusammenstoß unterschiedlicher Welten
ESTHER BEJARANO
UND DIE MICROPHONE MAFIA
„Unser ganzes Anliegen ist Menschlichkeit!“

Esther Bejarano und Kutlu Yurtseven * Foto: Ingo Nordhofen
ESTHER BEJARANO UND KUTLU YURTSEVEN * Foto: Ingo Nordhofen
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CD-TIPP:
Bejarano & Microphone Mafia: Per La Vita (Al Dente Recordz, 2009)

UNTERWEGS:
Esther Bejarano und die Microphone Mafia bei Folk Baltica
11.05.2012: DK-Sønderborg, Deutsche Privatschule
11.05.2012: Flensburg, Duborg Skolen
12.05.2012: Flensburg, Musikschule
12.05.2012: Flensburg, Schiffahrtsmuseum
12.05.2012: Husum, Speicher
13.05.2012: Flensburg, BMX- und Skatepark Schlachthof/Sportpiraten
go! www.folkbaltica.de

Esther Bejarano und die Microphone Mafia unterwegs
16.06.2012: Weissenbach am Attersee, Europacamp
22.06.2012: Koblenz tba
23.06.2012: Koblenz tba

„Orient trifft Okzident, die Jüdin den Moslem, die Atheistin den Christen, Süd trifft Nord, alt trifft jung, Frau trifft Mann, Tradition trifft Moderne, Folklore trifft Rap, Hamburg trifft Köln, ausdrucksstarke Stimmen treffen auf geniale Musiker, Spannung trifft auf Harmonie, Herz trifft auf Verstand, die Familie Bejarano trifft Microphone Mafia – und alle arbeiten gleichberechtigt nebeneinander.“ Besser lässt sich das gemeinsame Projekt von Esther Bejarano und der Microphone Mafia kaum beschreiben. Eine Konstellation, die einmalig sein dürfte. „Bei dem Projekt prallen Welten aufeinander. Und dieser Aufprall soll die Menschen wachrütteln“, sagt Rapper Kutlu Yurtseven.

TEXT: SYLVIA SYSTERMANS

Rosario Pennino * Foto: Ingo Nordhofen

Joram Bejarano * Foto: Ingo Nordhofen

Edna Bejarano * Foto: Ingo Nordhofen

Kutlu Yurtseven erinnert sich gut an sein erstes Telefonat mit Esther Bejarano. „Hier ist Kutlu von der Microphone Mafia.“ Schweigen am anderen Ende der Leitung. Dann der Satz: „Warum ruft die Mafia bei mir an?“ „Nein, nein, wir sind eine Musikband, das ist nur der Bandname.“ „Was ist das für ein Bandname?“, faucht Esther Bejarano in den Hörer. Kutlu Yurtseven schluckt. „Weißt du, Esther, ich komme dich einfach mal besuchen. Dann lernen wir uns persönlich kennen und unterhalten uns. Und wenn du danach sagst, das passt nicht, stör ich dich auch nicht mehr.“ Kutlu Yurtseven fährt nach Hamburg. Von Esther Bejarano ist er sofort beeindruckt. „Das war am Internationalen Frauentag vor drei Jahren. Sie hat viele Anrufe bekommen. Leute kamen vorbei und schenkten ihr Blumen. Ich dachte, das ist eine besondere Person, die du da gerade triffst.“

„Wir wollen den
Menschen zeigen,
dass man sehr wohl
zusammen leben und
Musik machen kann.
Wir wollen damit
eine Art Vorbild
sein für die
Menschen.“

(Esther Bejarano)

Esther Bejarano war damals 84 Jahre alt, klein, energisch, agil. Kutlu Yurtseven wollte sie für das Projekt „Schlauer statt rechts“ des Deutschen Gewerkschaftsbundes gewinnen. Man hatte bei ihm angefragt, ob die Microphone Mafia Widerstandslieder aus Ghettos und KZs rappen wolle. Die CD sollte auf Schulhöfen verteilt werden. Eine Gegenmaßnahme zu kursierenden Musiken der rechtsradikalen Szene. Als Lehrer und Projektleiter hatte Kutlu Yurtseven schon Gedichte von Brecht, Schiller und Rilke gerappt. Er sagte das DGB-Projekt zu, wollte sich aber Unterstützung holen: „Mit Schiller und Rilke kann ich keinem wehtun, aber wenn ich ein Gedicht aus dem KZ rappe, dann kann das schon bei einigen sauer aufstoßen. Ich brauchte jemanden, der das legitimiert.“ Man riet ihm, sich mit Esther Bejarano in Verbindung zu setzen, einer der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz, deren Eltern und eine Schwester dort ermordet worden waren, die selbst später ins KZ Ravensbrück kam und von dort 1945 während eines Todesmarsches fliehen konnte. Anfang der Achtzigerjahre hatte Esther Bejarano gemeinsam mit ihren Kindern Edna und Joram die Gruppe Coincidence gegründet.

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Update vom
02.11.2014
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