5 Minuten mit...

Alp Bora

Einmal Wien – Istanbul und wieder zurück

ALP BORA 2010 * Foto: Magdalena Blaszczuk
Alp Bora ist kein Klischee-Türke. Obwohl er anatolische Volksmusik liebt. Zugleich fühlt er sich aber in Wien als Weltbürger wohl und beschreitet, neben dem Erfolg mit der Gruppe Nim Sofyan, mit einem neuen Quartett einen Sonderweg, der ihn bis nach Singapur führt.

TEXT: HARALD JUSTIN

AKTUELLE CD:
Amber
(Extraplatte, 2008)

Entwederundoder

ALP BORA UNTERWEGS:
siehe „Blaue Seiten“ im Heft

www.nimsofyan.com
go! www.alpbora.net
„Ich fühle mich weniger als Türke, vielmehr als Weltenbürger.“

Wien und die Türken, das ist bekanntlich eine ganz eigene Geschichte. Einst, im 17. Jahrhundert, standen sie mit ihrem Heer vor der Stadt, dann flohen sie und hinterließen das Kulturgut Kaffee. Hundert Jahre später setzte Wien den Kriegsverlierern durch die orientalisierende Architektur der Karlskirche ein Denkmal, im 19. Jahrhundert wurde es chic, Wohnungen à la turque einzurichten, Wasserpfeife zu rauchen und Orientalismen in Kunst- und Militärmusik aufzunehmen. Ende des 20. Jahrhunderts gibt es eine große türkische Gemeinde in Wien, 1001 Döner- und Kebabstand, ist an orientalischer Musik kein Vorbeikommen. Die Türken sind in Wien angekommen.

Kein Wunder also, dass die Gruppe Nim Sofyan 2004 den Austrian World Music Award gewann. Obwohl sich die Band vornehmlich aus Österreichern zusammensetzt, war klar, wohin die Reise geht. Es war Alp Bora, Gitarrist und Sänger, der den Kurs angab. Im europäischen Istanbul geboren, im anatolischen Ankara und im orientalischen Bagdad als Diplomatenkind aufgewachsen und ausgebildet, wurde er 1998 in Wien heimisch. „Ich liebe Wien. Denn nirgendwo sonst in Europa kann man Orient und Okzident in so kultivierter Dichte erleben.“

... mehr im Heft  

Update vom
13.11.2012
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