5 Minuten mit...
Alp Bora
Einmal Wien – Istanbul und wieder zurück
Alp Bora ist kein Klischee-Türke. Obwohl er anatolische Volksmusik liebt.
Zugleich fühlt er sich aber in Wien als Weltbürger wohl und beschreitet, neben
dem Erfolg mit der Gruppe Nim Sofyan, mit einem neuen Quartett einen Sonderweg,
der ihn bis nach Singapur führt.
TEXT: HARALD JUSTIN
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AKTUELLE CD:
Amber (Extraplatte, 2008)

ALP BORA UNTERWEGS:
siehe Blaue Seiten im Heft
www.nimsofyan.com
www.alpbora.net
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Ich fühle mich weniger als Türke, vielmehr als Weltenbürger.
Wien und die Türken, das ist bekanntlich eine ganz eigene Geschichte. Einst, im
17. Jahrhundert, standen sie mit ihrem Heer vor der Stadt, dann flohen sie und
hinterließen das Kulturgut Kaffee. Hundert Jahre später setzte Wien den
Kriegsverlierern durch die orientalisierende Architektur der Karlskirche ein
Denkmal, im 19. Jahrhundert wurde es chic, Wohnungen à la turque einzurichten,
Wasserpfeife zu rauchen und Orientalismen in Kunst- und Militärmusik
aufzunehmen. Ende des 20. Jahrhunderts gibt es eine große türkische Gemeinde in
Wien, 1001 Döner- und Kebabstand, ist an orientalischer Musik kein Vorbeikommen.
Die Türken sind in Wien angekommen.
Kein Wunder also, dass die Gruppe Nim Sofyan 2004 den Austrian World Music Award
gewann. Obwohl sich die Band vornehmlich aus Österreichern zusammensetzt, war
klar, wohin die Reise geht. Es war Alp Bora, Gitarrist und Sänger, der den Kurs
angab. Im europäischen Istanbul geboren, im anatolischen Ankara und im
orientalischen Bagdad als Diplomatenkind aufgewachsen und ausgebildet, wurde er
1998 in Wien heimisch. Ich liebe Wien. Denn nirgendwo sonst in Europa kann man
Orient und Okzident in so kultivierter Dichte erleben.
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