HEIMSPIEL



 

AUF DIE HUMMEL GEKOMMEN

Instrumentenbauer Wilfried Ulrich

Ausstellung im Museumsdorf Cloppenburg

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Wilfried Ulrich mit Hummel

Wilfried Ulrich baut und restauriert seit über dreißig Jahren Musikinstrumente. Seine besondere Liebe gilt der Hummel, einem traditionellen Volksmusikinstrument. Bis um 1900 wurde es in Ulrichs Heimat Ostfriesland viel gespielt, danach vom diatonischen Akkordeon weitgehend verdrängt. An gute alte Hummelzeiten knüpft Meister Ulrich (Künstlername „Ulricus“) vom 10. April bis zum 10. Juli mit der Sonderausstellung „Die Hummel – Geschichte eines Volksmusikinstruments“ im Niedersächsischen Freilichtmuseum Cloppenburg an. Sie zeigt viele historische Bordunzithern mit diatonischen Bünden sowie einige neu gebaute Varianten aus Ulrichs Sammlung sowie aus verschiedenen Museen.

TEXT: KAY REINHARDT

Die Hummel ist ein Borduninstrument, das heißt zur Melodie schwingen eine oder mehrere Begleitsaiten in gleichbleibender Tonhöhe mit. Sie sind eine Quarte, Quinte oder Oktave tiefer gestimmt als die Melodiesaiten. Ihr permanentes Summen hat wohl einen der ersten Zuhörer an fliegende Hummeln erinnert. Erstmals schriftlich erwähnt wurde „ein hommel“ im Jahr 1508, als Begleitinstrument bei einer Prozession in Köln. Sein „Urahn“ war vor über 2.500 Jahren das mit einer einzigen Saite bespannte Monochord. Im Mittelalter wurden Monochorde in Kirchen und Klöstern verwendet, um Mönchen und Gesangsscholaren die Grundlagen von Musik beizubringen. Unter dem Namen „Scheitholt“ hat der Komponist, Musiker und Gelehrte Michael Praetorius die Hummel im Jahre 1619 in seinem Buch Syntagma musicum erstmals beschrieben und bekannt gemacht. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Scheitholt mit ganz unterschiedlichen Klangkörpern, Besaitungen und Namen in vielen Gegenden der Welt gebaut. Seinen Ursprung hat es, wie Ulrich nachweist, in Mitteleuropa und nicht in Westsibirien, wie noch immer behauptet wird.

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ES IST EBEN NICHT MEHR DIE ALTE LEIER

Wolfgang Weichselbaumer

Zwei Dekaden Innovation rund ums Rad

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Erst ist er der kritisch beäugte Neuling, dann der Senkrechtstarter. Mittlerweile, mit knapp vierzig Jahren, ist der Wiener einer der angesehensten und innovativsten Instrumentenbauer der Drehleierszene. An die dreihundert Instrumente hat er bis heute gebaut und nebenbei einige revolutionäre Neuerungen entwickelt, die im Drehleierbau fast schon zum Standard geworden sind. Und es ist ihm als Einzigem gelungen, für das Ensemble Baroque de Limoges eine konzert- und studiotaugliche Orgeldrehleier zu rekonstruieren.

TEXT: ULRICH JOOSTEN

Wolfgang Weichselbaumer mit Modell ´Viola´ - Foto: Doris Joosten

Der junge Mensch per se will im Allgemeinen nicht Instrumentenbauer werden. Weichselbaumer schon. Er wächst mit Musik und Holz auf. „Mein Vater hat Klavier und Geige gespielt, die Mutter Querflöte, und eine kleine Holzwerkstatt gab es auch im Elternhaus.“ Mit zarten zwölf Jahren baut er sein erstes Instrument, einen Elektrobass. Da es zu der Zeit in Österreich keine Schule für Instrumentenbau gibt, erlernt er zunächst die Grundlagen für Statik und Holzbearbeitung an der Höheren Technischen Lehranstalt für Innenraumgestaltung und Möbelbau in Hallstatt.

Weichselbaumer plant, Jazzgitarren zu bauen, doch dazu kommt es nie. In einem Konzert des ungarischen Musikers Robert Mandel hört er zum ersten Mal eine Drehleier, und das Potenzial des Instruments gefällt ihm. „Damals schon, mit knapp achtzehn Jahren, hat mich fasziniert, dass die Leier völlig frei in den Gestaltungsmöglichkeiten und nicht vom ganzen Bauablauf her fixiert ist.“

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GROSSER BAHNHOF FÜR EINEN WINZLING

Enthusiasten auf einer Mühle im Wendland

Zwanzig Jahre Concertina-Treffen

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Hand aufs Herz: Wer kennt sich schon mit dem Thema „Konzertina“ aus? Die kleine Handharmonika wird selbst von Folkfans meist nur am Rande wahrgenommen. Aber es gibt Spezialisten, die aus dem Stand lange Vorträge darüber halten können, Spezialisten wie Robert Pich, der das jährliche Meeting der deutschen Konzertinagemeinde organisiert.

TEXT: WOLFGANG KÖNIG

Concertina-Treffen 2010

Alles begann 1975, als Robert Pich in Edinburgh Elektrotechnik studierte und ein Praktikum im nordenglischen Newcastle upon Tyne machte, damals noch ein Zentrum der Schwerindustrie. „Eigentlich wollte ich die Gelegenheit nutzen, um mich näher mit den Northumbrian Smallpipes zu befassen“, erzählt Pich. „Aber dann sah ich in einem Folkklub an der High Level Bridge die High Level Ranters mit Alistair Anderson, einem groß gewachsenen Mann mit riesigen Händen, der dieses kleine Instrument namens English Concertina virtuos bediente, und dachte nur: ‚Das ist es!‘“ Und tatsächlich sollte sich daraus eine lebenslange Leidenschaft entwickeln. Am nächsten Tag annoncierte Robert Pich „Konzertina gesucht“ und erwarb eine gebrauchte für fünf Pfund. Heute kann eine gute Konzertina leicht ein paar tausend Euro kosten. Das Instrument, das recht simpel aussieht, hat eine ziemlich komplizierte Geschichte.

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„MIT MUSIK ERREICHT MAN DIE SEELEN DER MENSCHEN“

Das Center for World Music in Hildesheim

Ein deutschlandweit einzigartiges Projekt

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„Es gibt keinen Bereich im Leben der Völker, der nicht durch Musikinstrumente reflektiert wird. Musikinstrumente sind sowohl Werkzeuge des Glaubens als auch der Freude und der Trauer. Siege wie Niederlagen werden … durch Musikwerkzeuge zum Ausdruck gebracht.“ Für den Musikethnologen Rolf Irle, Dozent am Center for World Music (CWM) in Hildesheim, gehören sie mit zu den ältesten und wichtigsten Gerätschaften der Menschheit.

TEXT: KAI ENGELKE

Rolf Irle präsentiert ein afrikanisches Klangholz - Foto: Kai Engelke

Integration durch gemeinsames Musizieren

„Jede Musikwissenschaft sollte nicht nur die ständigen Wandlungen der lebendigen, aktuellen Musik berücksichtigen, sondern ebenso die Veränderungen der politischen, sozialen, ökonomischen und psychologischen Gegebenheiten zur Kenntnis nehmen und in ihre Arbeit einbeziehen.“ Das ist einer der Leitgedanken am CWM. Auf der Grundlage dieser Erkenntnis spielen hier die Musikkulturen der in Deutschland lebenden Migranten eine ganz wesentliche Rolle, wobei man selbstverständlich vom Gedanken der Gleichwertigkeit aller Kulturen ausgeht. Das Hildesheimer Zentrum will mit seiner grenzüberschreitenden Arbeit dazu beitragen, Ängste vor dem vermeintlich Fremden abzubauen, um auf diese Weise ein friedvolleres Miteinander zu ermöglichen.

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Update vom
27.02.2011
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