Georg Breinschmid - Foto: Julia Wesely

FAMILIÄRES, VERTRAUTES, VERFREMDETES
GEORG BREINSCHMID
AUS DES PRALLEN LEBENS TOPF

Viele Köche verderben den Brei. Aber ein Koch, der seinen Hirnschmalz in vielen Töpfen anzurühren versteht, kann als natürlicher Geschmacksverstärker wirken – so wie der Musiker Georg Breinschmid in Wien.

TEXT: HARALD JUSTIN

go! www.georgbreinschmid.com

AUSWAHLDISKOGRAFIE:

Solo
Wien bleibt Krk
(Zappel Music, 2008)

Wien bleibt Krk

Brein’s World (Preiser Records, 2010)

Brein’s World


mit Agnes Heginger
Tanzen
(Zappel Music, 2005)

mit Christian Muthspiel Trio
Dancing Dowland
(Emarcy/Universal, 2009)

mit Pago Libre
Fake Folk
(Zappel Music, 2009)

TERMINE:
Siehe „Blaue Seiten“ im Heft

In diesen Tagen nicht von Georg Breinschmid zu hören, muss von schlimmsten kulturellem Desinteresse zeugen. Im deutschsprachigen Raum gibt es kaum ein nennenswertes Medium, in dem seine aktuelle Doppel-CD Brein’s World nicht lobend erwähnt wird. Ob im Deutschlandfunk oder im ORF, ob in Jazzmagazinen oder in Tageszeitungen, sogar in der Liederbestenliste taucht sein Name auf. Im Februar war sein aktuelles Werk dort CD des Monats. „Ja“, freut sich der 1973 geborene Österreicher, „und bei jeder Nennung gibt es direkt Klicks auf meiner Website.“

„Ein wirklich gutes Wienerlied, das berührt mich einfach. Obwohl ich nicht aus Wien komme.“

Nicht auf einer Website, sondern direkt in einem Wiener Bistro ist er zu einem Gespräch bereit, das zu vereinbaren wenig Mühe gekostet hat, aber gleichwohl, wie er seinem überaus lesenswerten, weil selbstironischen und reflexiv-engagierten Blog anvertraut hat, unter anderem einem prall gefüllten Terminkalender angepasst werden musste. Keine Frage, der Mann ist gefragt.

Georg Breinschmid und Thomas Gansch

Dass der Name Breinschmid in Wien einen guten Klang besitzt, hat mehrere Gründe. Sein ältester Bruder ist als Flötist bei den Wiener Philharmonikern bekannt geworden, sein Bruder Martin ist ein begeisternder Jazzvibrafonist in der Erbfolge von Lionel Hampton, und es braucht nicht viel, um im Wiener Stadtverkehr auf einen Wagen mit dem Namenszug „Breinschmid“ zu treffen. „Mein Bruder Martin hat einen Instrumentenhandel, so kam es dann …“, dass Georg in die Musik hineinwuchs. Dass er auch den Anteil seiner „sprachaffinen“ Eltern erwähnt, spricht nicht gegen seine Eigenleistung, sondern eher für sein feines Gehör und seine Fähigkeit, Sprache und Musik gekonnt zu verbinden. Es ist diese Könnerschaft, die sowohl Brein’s World als auch das Vorgängeralbum Wien bleibt Krk auszeichnet und beide nicht nur in den Feuilletons zu Objekten der Begierde hat werden lassen. Denn wer sich einmal durch den charmant kurzweiligen Stilmix aus Wienerlied, Jazz, Klassik und magyarisch-südosteuropäischen Musiken gehört hat, wird dem Werk nicht nur nicht den Respekt versagen wollen, sondern ebenfalls ins Lob einstimmen.

„Wir sind, was
wir aus uns machen,
und wir sollten
nicht aufhören,
etwas Gutes aus
uns zu machen.“
Georg Breinschmid - Foto: Julia Wesely

Wer sich dann noch die Mühe macht, das Kleingedruckte zu lesen, wird beim Verzeichnis seiner Mitmusiker auf Namen stoßen, die in der heutigen Wiener Szene absolut erste Wahl sind. Mit dabei sind aus diversen Jazzprojekten, etwa vom Vienna Art Orchestra (VAO), der Jazzwerkstatt Wien und der Jazz Big Band Graz her bekannte Jazzer wie unter anderem Robert Bachner, Clemens Salesny oder auch Breinschmids Duo-Kollege Thomas Gansch (VAO, Mnozil Brass). Die Schweizer Kollegen aus seinem ClassXXX-Projekt und die slowakischen Brüder Janoska, mit denen er Brein’s Café betreibt, beteiligen sich ebenso wie Freigeister der Szene. Zugegeben, Namen sind wie Schall und Rauch, und wer Lust hat, einfach einmal wichtige österreichische CD-Produktionen der letzten zehn Jahre und die diversen musikalischen Projekte Wiens Revue passieren zu lassen, kommt an dem Namen des jüngsten Vertreters der „Breinschmid-Dynastie“ ebenso wenig vorbei wie an denen anderer wichtiger Szenevertreter.

... mehr im Heft  

Update vom
27.02.2011
Links
go! Home
go! Voriger Artikel
go! Nächster Artikel

go! Georg Breinschmid

Dieser Text ist nur ein Auszug des Original-Artikels der Print-Ausgabe!

FOLKER auf Papier
Dieser Artikel ist nur ein Auszug des Original-Artikel der Print-Ausgabe!
Bestelle sie Dir! Einfach das
go! Schnupper-Abo! bestellen und drei Ausgaben preiswert testen. Ohne weitere Verpflichtung!
Oder gleich das
go! Abo ?
Anzeige
Den FOLKER liest auch:Anzeige
Mit etwas Glück...
go!
...bist Du dabei. Ein Klick auf das hier gezeigte "Ticket" bringt Dich weiter.
Termine online eingeben
Hallo Folker-Freunde!
Wollt ihr uns
go! Termine zusenden, dann benutzt bitte das Terminportal go! Folk-Lied-Weltmusik.
Die go! Termine sind auch als RSS Feed zu abonnieren.
Anzeige

Mehr Links zum Thema Folk auf
TOP50
Top 50 Folk