LABELPORTRÄT 47

Narrenschiff

Das Label der Musiker

TEXT: MARTIN STEINER

Vorstand Narrenschiff (v. l. n. r.) Max Regli, Otmar Heeb, Walter Lietha, Dide Marfurt

Vorstand Narrenschiff (v. l. n. r.) Max Regli, Otmar Heeb, Walter Lietha, Dide Marfurt

Die Schweiz ist ein kleines Land. Das ist gut so. Sie ist überschaubar und trotzdem vielfältig, mit Kühen, Schokolade, Bergen, Banken, vier Landessprachen, etwa vier Millionen Deutschsprachigen und einer Vielzahl von Dialekten. Für Musiker, die sich nicht dem Mainstream verschreiben, kann das zu einem Problem werden. Wer in der Schweiz ein Album aufnimmt, findet schlichtweg zu wenig Abnehmer – und bleibt auf einer Menge unverkaufter CDs sitzen. Dide Marfurt, Musiker und Vereinspräsident des Narrenschiff-Labels, suchte mit seinen Kollegen nach einem Ausweg.

go! www.narrenschiff-label.ch

Vertrieb für Deutschland:
Old Songs New Songs, go! www.oldsongsnewsongs.de

Logo Narrenschiff

AUSWAHLDISKOGRAFIE:
Werner Aeschbacher, Aeschbacher x solo, 2009
Doppelbock, Voodoo-Jodel „Naturjutz – magisch, zauberhaft und beschwörend“, 2009
eCHo, Schnitter, 2007
Hiesix, Neue Klänge auf vergessenen Volksinstrumenten aus der alten Schweiz, 2009
Musique en Route, Kaj Žas?, 2009
Zugluft, 13 Collagen für U, 2009

„Als wir die ersten Alben von Doppelbock und eCHo eingespielt hatten, suchten wir ein Label, das unsere Musik herausbringen wollte. Überall, wo wir anklopften, wurden wir enttäuscht“, so Marfurt. „Einerseits wollten die Firmen immer mindestens tausend Exemplare pressen, andererseits hätten wir die CDs manchmal zu einem Einstandspreis von 14,50 Schweizer Franken [etwa 10 Euro; Anm. d. Red.] erstehen sollen. Daneben wollten die Firmen die Urheberrechte an unserer Musik. Was sollte da für uns Musiker noch herausschauen?“ Schweizer Volksmusik- und Folkgruppen verkaufen in der Regel ein paar Hundert CDs bei Konzerten und oft nur ein paar Dutzend über den Fachhandel, der in der Deutschschweiz ohnehin nur aus etwa vierzig Geschäften besteht. Was nützt eine weltweite Promotion, wenn das Produkt nur in einem kleinen Kreis Anklang findet und kaum im Radio gespielt wird? Ernüchtert von den schlechten Bedingungen der Schweizer CD-Verleger meinte der Sänger Walter Lietha: „Wir machen das selber.“ Das war die Geburt des Narrenschiff-Labels.

„Wir sind eine
Zufluchtsstätte
für Künstler,
deren Musik
irgendwo zwischen
die Schubladen
fällt.“

Narrenschiff will eine Hilfe zur Selbsthilfe für kleine Bands sein. Ein „Label der Musiker“, kein Label der Labelchefs. Das Angebot umfasst günstige Pressbedingungen, auch für kleine und kleinste Stückzahlen. Die Verträge sind fix. Man bietet eine Rechtsberatung, und wer sein Album mit professionellen PR-Leuten vermarkten will, zahlt das selber. Das Label vermittelt nur deren Adressen. Alle Musiker werden Mitglied des Vereins Narrenschiff und können sich so gut untereinander vernetzen. Mittlerweile zählt dieser vierunddreißig Fördermitglieder und alle Gruppen des Labels.

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Update vom
27.08.2010
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