FOLKER
präsentiert:
20. TFF Rudolstadt


RUDOLSTADTS MUSIKALISCHER
(EX-) BÜRGERMEISTER

HARTMUT FRANZ

DER MANN, DER DEM TFF SEINEN JÄHRLICHEN TURNUS BESCHERTE

go! www.tff-rudolstadt.de
TERMIN:
02.-04.07.10: Rudolstadt, 20. TFF

Im November 2008 bekam Rudolstadts ehemaliger Bürgermeister Hartmut Franz den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Er wurde als Vertreter der parteilosen Bürgermeister der ersten Stunde geehrt, war Franz doch das erste Nachwendeoberhaupt Rudolstadts und hatte dieses Amt bis 2006 inne. Den Orden erhielt er jedoch nicht nur wegen seiner kommunalpolitischen Verdienste in einer schwierigen Phase des politischen und wirtschaftlichen Umbruchs. Zu den Verdiensten des langjährigen „ersten Bürgers“ seiner Stadt gehört auch, dass er maßgeblichen Anteil daran hatte, das TFF Rudolstadt, das 1991 als Tanz- und Folkfest ins Leben gerufen wurde, zur größten Veranstaltung seiner Art in Deutschland und diese weit über die Grenzen des Landes und Europas hinaus bekanntzumachen. 2006 erhielt er dafür bereits die Ehren-Ruth, den am Festival vergebenen Weltmusikpreis. Fünfzehn Mal – von 1991 bis 2005 – erklärte Hartmut Franz alljährlich am ersten Freitag im Juli um 18 Uhr mit dem Glockenschlag der Rathausturmuhr auf der Martktplatzbühne das Festival für eröffnet. Im Folker-Gespräch erinnert er sich an die ersten Jahre und an persönliche Eindrücke.

Dr. Hartmut Franz erhält die Ehren-Ruth
Bürgermeister Dr. Hartmut Franz erhält die Ehren-Ruth für seine Verdienste um das TFF beim Festival 2006 aus den Händen von Christoph Dieckmann

Welche Überlegungen führten 1990/1991 im Rathaus zur Gründung des Tanz- und Folkfests als Nachfolgeveranstaltung des DDR-Tanzfests?

Eine unveränderte Nachfolge der DDR-Tanzfeste konnte es nicht geben. Die Volkstanzfeste der Fünfzigerjahre unter gesamtdeutscher Beteiligung waren in den Achtzigern zu einer Prestigeveranstaltung der DDR-Führung verkommen, auf dem Tanzensembles aus Großbetrieben die gewünschte, idealisierte, sozialistische Arbeitswelt darstellten. „In Vorbereitung und Durchführung des Tanzfestes der DDR in Rudolstadt vom 30.6. bis zum 2.7.1989 wurde zur Sicherung von Ordnung und Disziplin die Hundertschaft der FDJ-Ordnungsgruppe unseres Kreises zum Einsatz gebracht.“ Diese Mitteilung aus einem Schreiben der Stadtverwaltung Rudolstadt aus dem Jahr 1989 macht exemplarisch deutlich, dass alles einer Änderung bedurfte, auch die Konzeption von Kulturfestivals.

Welche Vorstellungen verbanden Sie persönlich mit der Idee, aus dem DDR-Tanzfest ein gesamtdeutsches Festival zu machen?

Dr. Hartmut Franz bei der Pressekonferenz
Dr. Hartmut Franz bei der Pressekonferenz mit Festivalleiterin Petra Rottschalk und Organisationsleiter Friedhold Leistner 1991
„Musik ist eine Sprache, für deren Verständnis kein Wörterbuch benötigt wird.“

Gestatten Sie mir bitte, an dieser Stelle zu betonen, dass die „persönlichen Ideen“ des Bürgermeisters auch heute, zwanzig Jahre später, nicht im Vordergrund stehen sollten, sondern das „Wir“. Ich möchte aus dem Grußwort zum ersten Tanz- und Folkfest 1991 zitieren: „Wir, die Stadtverordneten und die Stadtverwaltung, glauben, richtig entschieden zu haben: Die Tradition der Rudolstädter Tanzfeste soll erhalten bleiben. In der Gestaltung dieses Festes wollen wir wieder anknüpfen an die Formen der Fünfzigerjahre, d. h. weg von dem Perfektionismus der Leistungsschauen und Prestigeveranstaltungen und hin zur Vielfalt und dem Eingebundensein von Gastgebern und Gästen“. Die Zeit des Eingesperrtseins und der Isolierung war zu Ende. Für die meisten im Jahr 1989 noch unvorstellbar, aber ebenso von den meisten im Jahr 1990 gewollt, hatten wir die Einheit Deutschlands erreicht. Wir kannten die Folkszene in Leipzig, nutzten deren Kontakte zu Profolk und Folk-Michel in den alten Bundesländern und erkannten die Chance für ein gesamtdeutsches Festival.

Welche Widerstände mussten Sie im Vorfeld des ersten Tanz- und Folkfestes 1991 überwinden – im Rathaus und in der Bevölkerung? Im gerade von Ihnen bereits zitierten Grußwort zum ersten Festival schrieben Sie: „... es [hat] viele Diskussionen darüber gegeben, ob es richtig sei, in der gegenwärtigen schwierigen Situation, in der sich unsere Stadt und die neuen Bundesländer befinden, eine Entscheidung für ein Volksfest zu treffen.“

Für die Entscheidung zum Tanz- und Folkfest hatte ich eine große Mehrheit des 1990 gewählten Stadtrates hinter mir. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es natürlich Diskussionen darüber, an welchen „Programmpunkten“ der bisherigen Tanzfeste festgehalten werden sollte (Festumzug, Tanzfest-Hochzeit). Vielmehr bestanden auch eigene Zweifel, „ob es richtig sei, in der gegenwärtigen schwierigen Situation ... eine Entscheidung für ein Volksfest zu treffen“.

Die Fragen stellte Michael Kleff.

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Update vom
28.06.2010
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