HEIMSPIEL


 

Die Instrumentenbauer im Vogtland waren einmal führend auf dem Weltmarkt. Der Folker wollte wissen, ob sie heute an ihre glorreiche Vergangenheit anknüpfen können. Kay Reinhardt ist deswegen in die auch als „Musikwinkel“ bezeichnete vogtländische Region um Klingenthal, Markneukirchen und Bad Elster gefahren. Dies ist sein sechster und vorletzter Heimspielbeitrag zu diesem Thema.

Artikelauszug

JÖRG HOPF
Der vierte Mann in Klingenthal
Zithern allein reicht nicht

Vor vier Jahren sah und hörte ein Millionenpublikum im Kinofilm über Johnny Cash Walk The Line zum ersten Mal eine Autoharp. Solche, mit wenigen Vorkenntnissen spielbaren Akkordzithern, bei denen die Akkorde mit Hilfe von Leisten gedrückt werden, baut Jörg Hopf seitdem mit fünf Mitarbeitern im Betrieb seines Urgroßvaters Carl Robert Hopf, der ebenfalls Zitherbauer war. Dieser kaufte 1918 das Betriebsgelände, auf dem noch heute ein riesiger Schornstein als technisches Denkmal an das erste E-Werk von Brunndöbra aus dem Jahre 1901 erinnert. Die Esse raucht schon lange nicht mehr, aber die kleine Firma C. Robert Hopf brummt.

TEXT UND FOTO: KAY REINHARDT

go! www.hopf-zithern.de
KONTAKT:
Jörg Hopf
Falkensteiner Straße 8
08248 Klingenthal
Tel. 0049-(0)37467-22333
Send mail info@hopf-zithern.de

In Heft 6/2009 schreibt Kay Reinhardt in seinem letzten Beitrag zum „Musikwinkel“ über die Geigenbauerfamilie Schlegel.

Brunndöbra ist inzwischen ein Ortsteil von Klingenthal, ein Name, den Wintersportfreunde mit der modernsten Großschanze Europas, der Vogtland-Arena, mit Skilanglauf und Biathlon verbinden. Musikfreunde denken bei Klingenthal vermutlich zuerst an die Akkordeonmarke Weltmeister. Die Stadt war bis zur Wende das Hauptzentrum des Harmonikabaus im „Sozialistischen Wirtschaftsgebiet“. Neben Harmonikas, Akkordeons, Konzertinas, Mundharmonikas und Triolas hat hier auch der Zitherbau Tradition.

Jörg Hopf mit Autoharp

„Die Zither ist was fürs Herz“

In der vierten Generation geht es wieder aufwärts mit der Meisterwerkstatt Hopf, die weltweit zu den ältesten noch produzierenden Manufakturen für Zitherbau zählt. Sie fertigt Zithern in über vierzig verschiedenen Bautypen und fast allen Variationen, darunter auch achtzig bis hundert Autoharps pro Jahr. Die meisten dieser Instrumente kaufen nicht etwa Country- und Westernmusiker in aller Welt, sondern Christen in Deutschland, die darauf Lobpreismusik spielen. Wer hätte das gedacht? Gudrun Derlin aus Hamburg zum Beispiel, eine der führenden Instrumentalistinnen dieses Genres, macht christliche und andere meditative Musik auf Hopf-Zithern. Auch Musiktherapeuten nutzen die harmonisierende Wirkung der Zitherklänge. Zehn bis zwanzig Kunden pro Jahr sind Folkmusiker. Die Firma C. Robert Hopf exportiert Zithern in über zwanzig Länder auf vier Kontinenten. Sogar in Australien und auf den Falklandinseln spielt man auf ihnen.

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Artikelauszug

KULTURELLES ERBE WECKT MUSIKALISCHEN EHRGEIZ
Harzer Jodlerwettstreite
Die Weiterführung einer reichen Volksmusiktradition

Folkloregruppe Sülzhayn beim 56. Jodlerwettstreit auf der Waldbühne in Altenbrak 2008

Jeden ersten Sonntag im August wird auf der Bühne des Kurparks in Clausthal-Zellerfeld ein kleines Wettkampfpodest aufgebaut. Jahr für Jahr erklimmen die besten Sängerinnen und Sänger des Harzes die Stufen des hölzernen Treppchens. Auf den Bankreihen vor der Bühne nehmen zahlreiche Zuschauer Platz, um den Ausscheid mitzuverfolgen. Der Jodlerwettstreit in Clausthal-Zellerfeld ist einer von drei musikalischen Wettkämpfen, die alljährlich im Harz ausgetragen werden. Sie sind ein wichtiger Bestandteil in der Pflege und Fortführung einer vielfältigen, jahrhundertealten Volksliedtradition Deutschlands.

TEXT: HELEN HAHMANN

www
Es gibt keine übergreifende Website zu den Jodlerwettstreiten, aber unter go! www.lhbsa.de kann man sich über den Unterpunkt „Zentrum Harzkultur“ unter anderem darüber informieren. Weitere Informationen der Autorin zu Musiktraditionen im Harz finden sich unter go! www.tinya.org .

Tannengrüne Röcke mit farbig bestickten Borden wiegen sich sanft im Klang des Akkordeons. Die Frauen der Gesangsgruppe aus Heringen tragen schlichte schwarze Westen über weißen Blusen mit Spitze und lange weiße Kniestrümpfe, die in schwarze Halbschuhe münden. Echte Harzer Trachten sind ebenso Teilnahmebedingung für einen Jodlerwettstreit wie der Vortrag eines Volksliedes und Jodlers aus der Harzer Musiktradition. „Besonders wichtig bei der Bewertung ist die sichere Intonation der Lieder und ein sauberer Kehlkopfumschlag, also der Wechsel von der Brust- in die Kopfstimme beim Jodeln“, erklärt der Musikforscher und ausgewiesene Kenner der Harzer Volkstraditionen Ernst Kiehl. Jodlerrufe wurden von den Bewohnern der Harzer Wälder ursprünglich für Absprachen oder zur Signalgebung eingesetzt. „Es gab aber schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts freie Jodlerrufe, die einfach so aus Freude heraus gemacht wurden, wenn Waldarbeiter zum Beispiel an eine Lichtung kamen, wo sie ein Echo erhofften“, erzählt Kiehl.

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Update vom
15.07.2009
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