„Nicht einfach zum Häufchen Materie werden“
Cantus Buranus
CORVUS CORAX SETZEN SICH SELBST EIN MUSIKALISCHES DENKMAL
Etwas Großartiges sollte es werden, was die Berliner Mittelalterband Corvus
Corax im Sommer 2005 als neues Projekt vorstellte. Nichts Geringeres als die
Neuvertonung von Texten aus der im 13. Jahrhundert niedergeschriebenen
Liedersammlung Carmina Burana
hatten sich die acht Herren vorgenommen. Drei Jahre Vorbereitungszeit waren der
Premiere von Cantus Buranus
beim Wacken Open Air vorausgegangen, um dem eine opulente Aufführung mit
Orchester, Chor und echten Pferden vor atemberaubender Kulisse auf der Berliner
Museumsinsel folgen zu lassen – beinahe torpediert von einem Rechtsstreit
mit den Erben Carl Orffs, dem Komponisten der szenischen Kantate
Carmina Burana. Da
Cantus Buranus aus Sicht der Band noch zu toppen war, nahm man selbstbewusst
Cantus Buranus II in Angriff. Inzwischen ertönt dessen Klang bis nach Mexiko und China.
„Wenn ich mir vorstelle, dass man vielleicht zehn Teile macht und das dann mal alles
zusammen aufführt ..., über zwei Tage hinweg, ohne Pause. Ist doch toll.“
Teufel
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Text: Claudia Frenzel
Dass das Ende der Innovation in Sachen Mittelaltermusik längst noch nicht
erreicht ist, diesen Beweis scheinen Corvus Corax antreten zu wollen. Bekannt
für ihre optisch ausgiebigen Mittelalterspektakel und ihren elektronischen
Ableger Tanzwut, erfüllten sich die Berliner mit der Neuvertonung der als
Carmina Burana bekannten „Lieder aus Benediktbeuern“ einen lang gehegten Traum.
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„Die Carmina Burana
liegen ja eigentlich gar nicht so weit weg von dem, was wir sonst machen“,
erklärt Harmann der Drescher, einer der Trommler der Band. 1803 in einem
bayerischen Kloster entdeckt, gilt die
Carmina Burana
als eine der größten Sammlungen mittelalterlicher Texte. Die Handschrift wird
heute in der Bayerischen Staatsbibliothek in München aufbewahrt. Die Liedtexte
beinhalten überwiegend weltliche Themen, wie Trinklieder oder Schwänke über
Spieler und Vaganten. Schon lange bedienen sich die Musiker, deren
Bandgeschichte bis ans Ende der DDR zurückreicht, dieser Schriften. Förmlich
auf der Hand gelegen habe es da, sich diesem Stoff einmal ganz anders zu
nähern. Im ersten Anlauf vertonten sie in dreijähriger Arbeit für
Cantus Buranus die ersten zwölf Texte.
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