Rezensionen AFRIKA


ANOUAR BRAHEM
Souvenance

(ECM 2423/24, go! www.anouarbrahem.com )
Doppel-CD, 11 Titel, 89:03

Hypnotisch. Dieses Wort trifft die Musik des tunesischen Udspielers am Besten. Zunächst hört man nur einzelne, lange Töne des Klaviers. Leise, beinahe unhörbar zart, erklingen Violinen. Was zunächst als Klangfläche anmutet, entwickelt sich zu vielschichtigen Ebenen, aus denen akzentuierte Lautenschläge erwachsen. Immer tiefer tauchen sie den Hörer in eine behagliche Parallelwelt, in der Zeit und Raum schon bald vergessen sind. Plötzlich dringt ein düsterer Bass aus der Tiefe hervor, der einen aus der behaglichen Trance reißt. Die Noten des Klaviers wirken nun wie Steine, die in einen ruhenden See geworfen werden; der Bass schlägt die Wellen. Allmählich glätten sich die Wogen, doch in der Musik schwingt nun auch etwas Bedrohliches, dass die Spannung bis zuletzt aufrechterhält. Ähnlich wie der Opener „Improbable Day“ bauen sich auch die übrigen Songs langsam auf. Durch variierende Instrumentierung erschafft Anouar Brahem jedesm Mal einzigartige Welten, in denen man sich verlieren möchte. Die Musik ist jedoch keine leichte Kost, sondern erfordert vollste Aufmerksamkeit. Wer sich darauf einlässt, den wird die Magie von Souvenance in seinen Bann ziehen und nicht mehr loslassen.

René Gröger

 

ANOUAR BRAHEM  – Souvenance

Update vom
27.04.2015
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