Folker präsentiert:

„Es hätte nicht besser komm’ könn’“

Stoppok

Popschutz gegen Dudelfunk und Glotzengrütze

STOPPOK

In der eigenen Muttersprache zu singen, galt vielen hiesigen Rock- und Popmusikern jahrzehntelang als hoffnungslos provinziell. Deutsch? Viel zu sperrig, total uncool. Außerdem wollte man natürlich international zur Kenntnis genommen werden, also kam nur Englisch in Frage. Klar, da gab es schon Mitte der Sechzigerjahre die Band Ihre Kinder, die bewusst Texte in deutscher Sprache bevorzugte, doch ein größerer kommerzieller Erfolg war der Gruppe nicht beschieden, in Deutschland nicht und schon gar nicht in Großbritannien oder den USA. In den Siebzigerjahren – und auch noch später – erwarb sich Udo Lindenberg mit Sicherheit große Verdienste um die Etablierung der deutschen Sprache im Rock- und Popbereich.
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AUSWAHLDISKOGRAFIE:
Auf Zeche (CD/DVD; Grundsound, 2009)
Grundblues 2.1 (mit Reggie Worthy; Grundsound, 2010)
Stoppok plus Artgenossen – Live im Stadttheater Landsberg am Lech (Galileo, 2011)
Auf Sendung (CD/DVD; Grundsound, 2013)
Popschutz (CD/Vinyl; Grundsound, 2014)

COVER POPSCHUTZ

TERMINE:
10.11.14: Hannover, Pavillon
11.11.14: Unna, Lindenbrauerei
12.11.14: Krefeld, Kulturfabrik
13.11.14: Wuppertal-Barmen, Liveclub
14.11.14: Osnabrück, Rosenhof
15.11.14: Berlin, Postbahnhof
16.11.14: Koblenz, Festung Ehrenbreitstein
17.11.14: München, Ampere
18.11.14: Geislingen/Steige, Rätschenmühle
19.11.14: Erfurt, HSD
20.11.14: Leipzig, Kulturfabrik
21.11.14: Bremen, Schlachthof
22.11.14: Hamburg, Fabrik
23.11.14: Ahaus, Logo
24.11.14: Neunkirchen/Saar, N. Gebläsehalle
25.11.14: Ludwigsburg, Scala
26.11.14: Karlsruhe, Tollhaus
27.11.14: Freiburg/Breisgau, Jazzhaus
28.11.14: Darmstadt, Centralstation
29.11.14: Köln, Gloria
30.11.14: Bochum, Zeche

Sein nöliger Gesangsstil eliminierte sämtliche Ecken und Kanten und brachte den deutschen Rock zum Rollen. Den optimalen Groove allerdings, der das Deutsche swingen und Musik und Texte unverkrampft und selbstverständlich wie aus einem Guss erscheinen lässt – den präsentiert auf vielfältigste Weise, immer neu und immer wieder überraschend der Liedermacher und Komponist, Folk- und Rockmusiker, Multiinstrumentalist und Entertainer Stefan Stoppok.

TEXT: KAI ENGELKE

Stoppok hockt lässig und offensichtlich entspannt, soweit das auf einer grob zusammengezimmerten Holzbank überhaupt möglich ist, im kleinen verwilderten Garten eines der ältesten Tonstudios in Deutschland, dem Bremer Studio Nord. Hier nahm er seine letzten beiden Produktionen analog auf (das Soloalbum mit DVD Auf Sendung sowie die aktuelle Band-CD Popschutz), wobei er ganz bewusst in die Jahre gekommenes, aber bewährtes Equipment benutzte: eine Otari-MTR-90-II-Bandmaschine und ein Neve-Mischpult. Die Sonne blinkt durch die Blätter der knorrigen Obstbäume, ab und zu hört man einen Zug in der Ferne über die Schienen rauschen, vereinzeltes Kinderlachen klingt herüber. Der Gesichtsausdruck des Künstlers signalisiert: Hier fühle ich mich wohl.
» Leidenschaft und Beruf fallen bei mir zusammen. «

Beginnen wir mit einer Art Standortbestimmung. Wie sieht er seinen Platz in der aktuellen Musikszene? „Ich hab nie ein bestimmtes Image geplant.
STOPPOK UND BAND * FOTO: MARTIN HUCH
Wahrscheinlich bin ich so etwas wie ein Wanderer, ein Vermittler zwischen den verschiedenen musikalischen Welten. Liedermacher, Rockmusiker, Entertainer – trifft alles auf mich zu“, sagt Stoppok. „Ich hab da so einen Spezialstatus.“ Zwar sieht er sich zuallererst als Musiker und erst in zweiter Linie als Verfasser von Texten – „Hauptsächlich geht’s mir immer um die Musik, und ich feile auch nicht an jeder Zeile. Ich bin kein Dichter.“ –, dennoch bezeichnet er die Sprache als etwas für ihn fundamental Wesentliches. „Die Sprache ist schon sehr wichtig. Ich wollte eigentlich immer in meiner Sprache singen, um mich subtil ausdrücken zu können. Und ich will ja auch verstanden werden.“ Und dann fügt er noch hinzu: „Ich brauche die Sicherheit der Sprache.“

Wie geht er vor beim Songschreiben? Kommt zuerst die Melodie oder der Text? „Oft habe ich am Anfang eine sprachliche Zeile im Kopf. Um die aber weiterzuführen, brauche ich sofort eine Melodie. Das geht eigentlich immer zusammen.“ Kommt es vor, dass der tägliche Irrsinn, der einem aus den Medien entgegenspringt, ihn direkt zu einem Lied inspiriert? Stoppok wählt das Beispiel seines neuen Songs „La Kompostella“, in dem er auf hintergründig-satirische Weise schildert, wie der Müll wieder zur Hintertür zu uns hereinkommt, ein ewiger Kreislauf: „Dreck bleibt Dreck, da könn’ wir uns doof recyceln, / Und irgendwann steht er bis zu unsern gradgezogenen Scheiteln.“

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Update vom
22.10.2014
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Dieser Text ist nur ein Auszug des Original-Artikels der Print-Ausgabe!

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