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Das Blaue Einhorn

Vom Ende eines musikalischen Fabeltiers

DAS BLAUE EINHORN * FOTO: CARSTEN WINTERMANN
» Mein blaues Einhorn ist
verschwunden, es lief fort. «



Man weiß gar nicht, worüber man sich mehr wundern soll: darüber, dass eine Band über zwanzig Jahre lang durchhält, oder darüber, dass sie sich nach so langer Zeit trennt. Das Blaue Einhorn hört auf – eine Gruppe von vier Musikern, die seit 1991 eine spannende Mischung aus internationaler Volksmusik, Straßenmusik und Chansons spielen aber auch zum Tanz einladen. Am 23. November geben sie in ihrer Heimatstadt Dresden ein letztes, bereits lange ausverkauftes Konzert. Das war es dann.

TEXT: RAINER KATLEWSKI


„Mein blaues Einhorn ist verschwunden, es lief fort“, hieß es schon vor über sechzehn Jahren in der Übersetzung des Songs „Unicornio“ des kubanischen Sängers Silvio Rodríguez durch Paul Hoorn. Auf ihrem zweiten Album, Vida Nocturna – Musik aus den Straßen von 1997, ist er zu hören. Jetzt verschwindet Das Blaue Einhorn tatsächlich aus der Szene, bezeichnenderweise wird es in der Konzerthalle Alter Schlachthof zum letzten Mal zu sehen und zu hören sein. Dann trennt sich die Gruppe, und ein jeder wird seine eigenen Wege gehen.

go! www.dasblaueeinhorn.de

AKTUELLE CD:
Ankunft im Paradies (Do-CD; Unicornio, 2012)

Malagasy Blues Song

Paul Hoorn ist der kreative Kopf der Band, der 1991 zusammen mit Andreas Zöllner die Band gründete. Er suchte die meisten Lieder aus, zeichnete für die Übersetzungen beziehungsweise Nachdichtungen und viele Arrangements verantwortlich und gestaltete ebenso fantasie- wie liebevoll die Cover der inzwischen zwölf Alben. Die Bandmitglieder hatten in der DDR alle einen familiären kirchlichen Hintergrund, der zwar Karrieren im Weg stand, aber auch Freiräume bot. Der erste Auftritt fand dann auch im ökumenischen Informationszentrum der Dresdner Kreuzkirche statt.

Das Repertoire des Einhorns war beachtlich und außergewöhnlich breit gefächert. Chansons von Brecht, Brel, Jara, Biermann, Reiser oder Wyssozki waren ebenso im Programm wie Lieder verschiedener Völker des Balkans, Tangos, Fados, Roma- oder Weihnachtslieder und Tanzmusik.

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Update vom
29.10.2013
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