Rezensionen AFRIKA


ARNOLD CHIWALALA BAND
Wito – Chizentele Music

(Global Music Centre GMCD 1223, go! www.globalmusic.fi )
10 Tracks, 47:00, mit engl. Infos

Seine reizvolle Chizentele-Musik bezeichnet der Doktor der Musik an der Sibelius-Akatemia in Helsinki als „hybrid“. Der Kunstbegriff „Chizentele“ setzt sich aus Wortteilen seines Nachnamens und der von ihm geliebten Saiteninstrumente zusammen. In seiner tansanischen Heimat studierte Chiwalala einst am Bagamoyo College of Arts bei Hukwe Zawosa, der durch seine Zusammenarbeit mit Peter Gabriel bekannt wurde. Dann siedelte er nach Finnland über, wo er die zehnsaitige Kantele, eine Art Kastenzither, kennenlernte und verblüfft feststellte, dass diese Parallelen zur Zeze, einer in Ostafrika verbreiteten, bisweilen zehnsaitigen Stabzither aufweist. Nach intensivem Studium der Kantele fing Chiwalala an, auf der Basis der Musikstile, mit denen er aufgewachsen war, eigene Stücke zu komponieren. Mit dem finnischen Gitarristen Topi Korhonen gruppierte er weitere Musiker um sich, mit denen er schließlich sein Debütalbum aufnahm. Im Mittelpunkt der anmutigen und groovenden Lieder stehen Chiwalalas sonorer Gesang und die meisterhaft gespielte Kantele. Saxofon, Klarinette und Trompete setzen solistische Kontrapunkte, wobei die Ngoma-Trommeln von Menard Mponda für die rhythmische Basis sorgen.

Roland Schmitt

 

ARNOLD CHIWALALA BAND – Wito – Chizentele Music


NURU KANE
Exile

(Riverboat Records TUGCD1068/World Music Network/Harmonia Mundi, go! www.myspace.com/nurukane )
11 Tracks, 43:14, mit engl. u. franz. Infos

Wie Cheikh Lô gehört Nuru Kane alias Papa Nouroudine Kane den Baye-Fall, einer Untergruppe der im Senegal beheimateten Mouriden an, einer islamisch geprägten, spirituellen Bruderschaft, die erstaunliche Ähnlichkeiten mit den christlichen Rastafari Jamaikas aufweist. Der Sänger und Gitarrist wuchs in der Médina auf, einem Stadtbezirk im Süden Dakars. Längst hat er aber seiner Heimat den Rücken gekehrt, lebt in Europa, vornehmlich in London. Der Titel seines dritten Albums ist gewiss programmatisch zu verstehen, leider fehlen allerdings Infos zu den Textinhalten. Den Liner Notes zufolge kreisen Kanes Themen um Politik, Gesellschaft und Religion, fordern Freiheit ganz generell. Die Musik ist bunt und vielfältig wie die typische Patchworkkleidung der Baye-Fall. Die stilistische Bandbreite ist phänomenal: vom marokkanischen Gnawa („Sadye“), über Reggae („Issoire“) und eingängigen Mbalax („Africa“) bis zu Gypsy-Pop („Corriendo“). Selbst Rock ’n’ Roll ertönt auf ungewohnte Weise („Yes We Kane“). Als Instrumente kommen die dreisaitige Basslaute Guembri, Gitarren, Balafon, Kora, Ngoni, Geige und viel Percussion zum Einsatz, die für einen satten und abwechslungsreichen Sound sorgen.

Roland Schmitt

 

NURU KANE – Exile


BASSEKOU KOUYATE & NGONI BA
Jama Ko

(Outhere Records OH021/Indigo, go! www.bassekoukouyate.com )
13 Tracks, 58:03, mit engl. Infos

Auf Bassekou Kouyate ist Verlass! Auch auf seinem dritten Album mit Ngoni Ba entwickelt er wieder neue Ideen, ohne irgendwelchen Trends hinterherzulaufen. Seine Band hat er zu einem fast reinen Familienunternehmen mit drei Söhnen geformt. Das instrumentale Gerüst bilden weiterhin verschieden gestimmte und im Klang durch Effektgeräte verfremdete Ngonis, die im Sahel verbreiteten Steglauten. Für den Gesang ist vornehmlich Amy Sacko mit ihrer betörenden Solostimme verantwortlich. Die von Kouyate verfassten Lieder sind meist traditionellen Ursprungs, preisen Menschen und Begebenheiten vergangener Zeiten – aber nicht nur. Die Aufnahmen entstanden im Frühjahr 2012 in Bamako während des Militärputschs. Sein freundschaftliches Verhältnis zum gestürzten malischen Staatspräsidenten versetzte Bassekou Kouyate seinerzeit in verständliche Ängste. Nicht von ungefähr versteht er das Titelstück „Jama Ko“ als eine Hymne auf die Toleranz, nicht nur zwischen den Religionen. In „Kele Magni“ – „Krieg ist schlecht“ – beschwört er mit Sänger Khaira Arby aus Timbuktu Frieden und Freiheit. Weitere Gäste, die mit zu einem exzellenten Album beitrugen, sind Kasse Mady Diabate, Zoumana Tereta und Taj Mahal.

Roland Schmitt

 

BASSEKOU KOUYATE & NGONI BA – Jama Ko

Update vom
27.04.2013
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