HEIMSPIEL



 

MIT DER SEILBAHN ZUM KONZERT

Das Horizonte-Festival in Koblenz

Weltmusik überm Rheintal

TOTO LA MOMPOSINA

Beim Horizonte-Festival 2012: Toto La Momposina und Fatoumata Diawara
FATOUMATA DIAWARA * FOTO: YOURI LENQUETTE

1979 veranstalteten die (West-)Berliner Festspiele das erste Horizonte-Festival der Weltkulturen zum Thema Afrika. Weitere Ausgaben waren Lateinamerika, Ostasien und dem Orient gewidmet. Der Publikumserfolg führte schließlich 1989 dazu, dass das Haus der Kulturen der Welt gegründet wurde für die permanente Präsentation außereuropäischer Kunst in der ehemaligen Kongresshalle im Tiergarten. Das war das Ende des Horizonte-Festivals – in Berlin. Seit 2003 gibt es ein gleichnamiges Event im rheinland-pfälzischen Koblenz.

TEXT: WOLFGANG KÖNIG

Als Träger von Horizonte fungiert der etwa 1.500 Mitglieder zählende Förderverein Kultur im Café Hahn. Letzteres ist ein bekannter Koblenzer Veranstaltungsort mit einem breiten Programm-Angebot von Pop, Jazz und Blues bis zu Kabarett, Comedy und Literatur. Ambitioniertestes Projekt im Jahreskalender des Café Hahn ist im Juli das zweitägige Weltkulturfestival Horizonte auf der zweitgrößten Befestigungsanlage Europas, der Festung Ehrenbreitstein. Die gehört ihrerseits zum UNESCO-Weltkulturerbe, befindet sich direkt am Rheinufer und bietet einen grandiosen Blick auf das Deutsche Eck, die Mündung der Mosel in den Rhein.

go! www.horizonte-festival.de

Das Jubiläums-Horizonte-Festival 2012 findet am 20. und 21. Juli statt.

Touristische Attraktion

In den vergangenen Jahren spielte sich das Festival auf zwei Freilichtbühnen ab; in diesem Jahr kommt eine dritte in einem der Kuppelsäle der Festung hinzu. Dort werden nach den Konzerten zwei Weltmusik-DJs auflegen. Das Publikum kommt nicht nur aus der Stadt, sondern zu etwa zwanzig bis dreißig Prozent auch aus dem Umland: Besucher reisen regelmäßig aus den Regionen Köln/Bonn und Frankfurt/Mainz/Wiesbaden an, zumal die Veranstaltung dort ebenfalls beworben wird. Die Stadt Koblenz und das Land Rheinland-Pfalz unterstützen das Festival finanziell als touristische Attraktion. Ein paar Sponsoren aus der lokalen Wirtschaft gibt es auch, der Rest muss über den Verkauf der Eintrittskarten erwirtschaftet werden. Die Besucherzahlen sind im Lauf der Jahre konstant gestiegen, denn die Horizonte-Macher haben in Koblenz sozusagen geschmacksbildend gewirkt und sich ihr eigenes Publikum „erzogen“, und so finden sich etwa dreitausend Menschen pro Festival-Abend ein.

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FESTIVAL VOR HISTORISCHER KULISSE

Folk im Schloss

Kein Geheimtipp mehr

Bad Wildungen ist Deutschlands zweitgrößtes Heilbad und liegt in der Mitte der Bundesrepublik in herrlicher Mittelgebirgslandschaft am Rande des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Das gut 17.000 Einwohner zählende Städtchen ist längst nicht mehr nur Ziel Heilung suchender Reha-Gäste und beliebter Ferienort für Touristen, sondern seit nunmehr sechzehn Jahren auch Treffpunkt für Folk- und Weltmusikliebhaber.

TEXT: WERNER SENZEL

go! www.folk-im-schloss.com

Mehr als tausend Musikfreunde aus ganz Deutschland reisen jährlich zum Festival Folk im Schloss an, um vor romantisch-historischer Kulisse zwei erlebnisreiche
FOLK IM SCHLOSS * FOTO: KATHARINA JÄGER
Tage mit internationalen Gruppen und Solisten hautnah zu erleben. Das Barockschloss Friedrichstein mit seiner goldgelben Fassade, das einen von drei Seiten umgebenen Innenhof hat, bildet dafür den eindrucksvollen Hintergrund und liegt wunderschön auf einer Anhöhe hoch über Bad Wildungen.

Begründer des Festivals ist der Veranstaltungsleiter der Bad Wildunger Staatsbad-Marketingabteilung Gereon Schoplick, der bis heute das Programm konzipiert und plant. Auf die Idee zu dem Folkevent hat Schoplick der Inhaber eines CD-Ladens gebracht, der eine besondere Vorliebe für irischen und skandinavischen Folk hatte. Der 47-Jährige, der damals schon Konzerte mit internationalen Künstlern wie dem Terem Quartett und den Tannahill Weavers im Bad Wildunger Jugendhaus organisierte, verfolgte die Idee zu einer solchen Veranstaltung konsequent weiter und fand Unterstützung beim Bürgermeister und bei Sponsoren. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe ehrenamtlicher Helfer organisierte er 1996 die erste Ausgabe von Folk im Schloss, für die er den Flamenco-Gitarristen Paco Liana, die Harfenistin Uschi Laar, das Balkan-Quartett Zsaratnok um den Multiinstrumentalisten Nikola Parov und den großartigen Songwriter und Sänger des irischen Folk, Davey Arthur, engagierte.

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INTERNATIONAL, UMSONST UND DRAUSSEN

35. Krefelder Folklorefest

Für Babys, Punks, Hippies und Polizisten

ALTE KIRCHE KREFELD MIT VORPLATZ * FOTO: SEBASTIAN SCHRITT

Alte Kirche Krefeld – einmal im Jahr Zentrum des Krefelder Folklorefests – Foto: Sebastian Schritt

Plötzlich beginnt es in Strömen zu regnen, ein heftiger Wolkenbruch ergießt sich über Krefeld, Menschen fliehen vor den Wassermassen, es will überhaupt nicht mehr aufhören zu schütten. Schon rückt die Feuerwehr aus, um diverse Keller leer zu pumpen. Aber auf dem Platz An der Alten Kirche in Krefeld drehen sich völlig unbeeindruckt drei, vier Paare im Walzertakt, eng umschlungen und triefnass, während auf der geschützten Bühne die Band noch fast bis Mitternacht weiterspielt.

TEXT: KAI ENGELKE

go! www.folklorefest.de

Das 35. Krefelder Folklorefest findet am 17. und 18. August 2012 statt.

So ereignete es sich in Krefeld vor ein paar Jahren. Selbstverständlich scheint meistens die Sonne beim Folklorefest, wie die Veranstalter glaubhaft versichern. Das Fest existiert bereits seit 1978 und ist damit sicherlich eines der ältesten noch aktiven Festivals seiner Art in der Bundesrepublik. Damals wurde das Folklorefest von der Stadt Krefeld ins Leben gerufen, um den vielen ortsansässigen Kulturvereinen ausländischer Mitbürger die Möglichkeit zu bieten, Besonderheiten ihrer Kultur zu präsentieren. Viele Krefelder lernten griechische Tänze kennen, genossen türkische und portugiesische Speisen und Getränke, erfreuten sich an spanischen und italienischen Trachten und tanzten zu afrikanischen Rhythmen. Standen zunächst Folklore- und Tanzformationen im Vordergrund, so liegt heute der Schwerpunkt eher bei den Musikgruppen und Einzelinterpreten aus unterschiedlichsten Ländern. Die Besucherzahlen sind sehr wetterabhängig. Bei Sonnenschein rechnen die Veranstalter mit bis zu zwölftausend Besuchern. „Alt, jung, reich, arm, Babys, Punks, Steuerberater, Hippies, Polizisten, Verwaltungsmenschen, du, ich – jeder ist uns willkommen“, sagt Mitveranstalterin und erste Vorsitzende des Folklorefest Krefeld e. V. Renate Gotzen.

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SEIT 38 JAHREN EIN UNGEBROCHENER KREIS

Tønder Festival

Das Folk- und Rootsfestival steht vor Veränderungen

CARSTEN PANDURO * FOTO: DORIS JOOSTEN

Ein Heimspiel über das Tønder Festival? Das liegt doch ... – ja, genau: im Königreich der Dänen. Etwa fünf Kilometer hinter der deutschen Grenze gelegen, gehört die kleine Stadt Tønder, eine der ältesten Städte auf der Landbrücke zwischen Nord- und Ostsee, seit 1997 zur Europaregion Sønderjylland/Schleswig. Einmal im Jahr wird der Ort an der Vidå zum Nabel der Folkwelt, immer am letzten Wochenende im August. Die Kontakte zum südlichen Nachbarland sind traditionell hervorragend, und auch 2012 werden wie in jedem Jahr Zuschauer aus ganz Deutschland zu Tausenden in das kleine Grenzstädtchen strömen.

TEXT: ULRICH JOOSTEN

go! www.tf.dk

Das Tønder Festival findet 2012 vom 23. bis 26. August statt.

Es begann anno 1974 mit einer Mittsommer-Party, organisiert von Studenten der damaligen Pädagogischen Hochschule Tønder und von Mitgliedern des Tønder Folk Song Club. Sie veranstalteten im Juni 1974 ein drei Tage dauerndes kleines Musikfestival. Carsten Panduro, heute der künstlerische Leiter des Tønder Festivals, erinnert sich: „Ich spielte damals in einer Band und das für das Stadtfest verantwortliche Komitee wusste, dass ich schon ein paar kleinere Konzerte organisiert hatte. Sie fragten mich, ob ich nicht was machen könnte.“

Nach drei intensiven Tagen des Musizierens, Singens und Trinkens in der damals noch Bachmann’s Song Mill genannten Visemølle, einer alten Wassermühle, hielt sich der Verlust mit zweitausend dänischen Kronen in erträglichen Grenzen. „Aber der eigentliche Grund für das Stadtfest war ja“, so Panduro, „Geld für ein Hallenbad zusammenzukratzen. Wir hatten zwar eine tolle Zeit, aber Geld haben wir im Juni 1974 keins verdient. Also beschlossen wir, das Fest im September einfach zu wiederholen, die Preise ein wenig anzuheben, und – Hallelujah! – wir haben zwanzigtausend Kronen Profit gemacht!“

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Update vom
10.07.2012
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