PLATTENPROJEKTE

Es gibt DVDs, CDs und spezielle Serien, die sich den herkömmlichen Kriterien einer Rezension entziehen. Gerade in einer Zeit, in der Tonträger preiswert produziert werden können, die Menge an Veröffentlichungen inflationär ist und gleichzeitig die Bedeutung des CD-Konzepts angesichts neuer verfügbarer Medien mehr und mehr in Frage gestellt zu sein scheint, sind anspruchsvolle Serien besonders wichtig. Engagierte Vorhaben, ganz gleich ob tatsächliche oder angebliche, müssen sich mit strengeren Maßstäben messen lassen als zum Beispiel eine ordinäre Kompilation. In diesem Heft schreibt MIKE KAMP über

Dass nichts bleibt, wie es war!
150 Jahre Arbeiter- und Freiheitslieder

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DIVERSE
Dass nichts bleibt, wie es war!
150 Jahre Arbeiter- und Freiheitslieder

(Bear Family BCD 16917/18/19/20)
4 x 3 CDs, 285 Tracks, 828:03 Min., 4 Booklets mit insges. 500 Seiten

150 Jahre Arbeiter- und Freiheitslieder Teil I 150 Jahre Arbeiter- und Freiheitslieder Teil II
150 Jahre Arbeiter- und Freiheitslieder Teil III 150 Jahre Arbeiter- und Freiheitslieder Teil IV

Wir schreiben das Jahr 2011 und das Arbeiterlied ist tot. Tot? Mausetot! Diese wenig bahnbrechende Erkenntnis macht die umfassende Dokumentation von Jürgen Schebera und Klaus-Jürgen Hohn eindringlich deutlich. Oder anders formuliert, eigentlich starb das Arbeiterlied bereits in der Gewaltorgie namens Zweiter Weltkrieg. Von 1844 bis in die Dreißigerjahre des letzen Jahrhunderts dagegen war die Blütezeit dieses Genres, bevor dann für zehn Jahre der Kampf gegen den Faschismus dominierte. Dreiviertel dieser Serie (= neun CDs) dokumentieren akustisch und schriftlich die Zeit bis dahin und ihre agitatorischen, scharfzüngigen und kompromisslosen Resultate. Es sind vor allem historische und wiederaufbereitete Aufnahmen, aber auch Einspielungen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die letzten drei CDs widmen sich dann den Jahren von 1946 bis 1990, und sie sind kärglich. Eine CD mit Liedern des Wiederaufbaus, eine CD mit verordneten Arbeiterliedern aus der DDR und schließlich auf einer CD die Lieder aus dreißig Jahren BRD von 1960 an. Und was hören wir da? Mit gerade mal der Ausnahme einer oder zwei Handvoll Lieder (zum Beispiel von den Bots oder dem Sogenannten Linksradikalen Blasorchester) intonieren Gewerkschaftschöre oder K-Gruppen Lieder vom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Und natürlich darf auch Hannes Wader mit seinem aus diversen Gründen legendären Arbeiterlieder-Album nicht fehlen.

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Update vom
02.07.2011
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