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Ob Folk, Bluegrass, Singer/Songwriter, Blues oder Country,
ob Cajun, Zydeco oder Reggae - die Plattenfirma Rounder nebst einigen
eigenständigen Unterlabels hat alle diese Musikrichtungen im Programm. Und
auch Weltmusik fehlt nicht. Lange bevor dieses Genre zur Mode wurde und nur
wenige Jahre nach der Gründung von Rounder 1970 veröffentlichte das in
Cambrigde/Massachussetts ansässige Label erste Platten in dieser
Stilrichtung. Heute, 35 Jahre später, findet sich zunehmend auch Rockmusik
im Rounder-Katalog. Rechtzeitig zum Jubiläum wurde das Label im vergangenen
September bei der Konferenz der Vereinigung Americana Music Association mit
einem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet - eine angemessene
Würdigung für ein „außer Kontrolle geratenes Hobby“, wie Bill Nowlin, einer
der Firmengründer, das Label gegenüber dem Folker! bezeichnete. Für
die am 8. Februar in Los Angeles stattfindende Grammy-Verleihung 2006
sind Rounder-Künstler bzw. -Produktionen in gleich 13 Kategorien
nominiert.
Von Michael Kleff
Als Marian Leighton, Ken Irwin und Bill Nowlin Rounder Records 1970 gründeten, betrug das Budget für die ersten Aufnahmen, die meist in den Studios von College-Radiostationen gemacht wurden, sieben [!] Dollar - für zwei Tonspulen: eine für die A-Seite der LP, eine für die B-Seite. Die Musiker gaben sich damals mit den Tantiemen als „Honorar“ zufrieden. Aus einem alten VW-Bus heraus wurden in den ersten Jahren die Platten bei Festivals verkauft. Heute ist Rounder das drittgrößte unabhängige Plattenlabel in den USA nach TVT Records und Koch Records.
Woody Guthrie, Rory Block, Tish Hinojosa, Alison Krauss, Jody Stecher
& Kate Brislin, Bill Morrissey, Woodstock Mountain Revue, Marcia Ball,
Professor Longhair, Balfa Toujours, Boozoo Chavis, Beausoleil, Buckwheat
Zydeco, Tracy Nelson, Champion Jack Dupree, Roomful of Blues, Bill Keith,
Tony Rice, Byron Berline, Ricky Skaggs - das sind einige der Namen, die in
den ersten 25 Jahren das Profil von Rounder geprägt haben. Größter
Verkaufsschlager ist heute Bluegrass-Star Alison Krauss, von deren aktueller
Platte bereits in der ersten Woche 70.000 Exemplare verkauft wurden. Trotz
ihres Erfolgs ist Krauss Rounder treu geblieben und nicht zu einem Major
gewechselt. Warum sie entsprechende Angebote ausgeschlagen hat? „Bei Rounder
kann ich die Musik machen, die mir gefällt“, sagt sie. „Sie sind loyal zu
mir, ich bin loyal zu ihnen.“
Mit Madeleine Peyroux hat Rounder jetzt auch einen bekannten Jazzact in seinem Katalog. Peyroux hat es bereits in die Spitze der Billboard-Jazzcharts geschafft. Als das Label vor einigen Jahren die Rockgruppe Rush unter Vertrag nahm, zeigten sich einige Beobachter der Szene überrascht. Doch der Erfolg - die DVD Rush In Rio wurde mit über 200.000 verkauften Exemplaren ein Verkaufshit - gab Rounder Recht. Bill Nowlin verweist zudem darauf, dass man mit George Thorogood and the Destroyers bereits Mitte der 70er Jahre Ausflüge in Rockmusikgefilde unternommen habe. Mit dem Geld, das heute Gruppen wie Rush in die Kasse bringen, würde man traditionelle Projekte fördern, sagt er. Darunter die neue Reihe Rounder Archives. Oder die auf 150 CDs angelegte Alan Lomax Collection (s. Folker! Heft 04/1999) mit der Wiederveröffentlichung aller Aufnahmen des Volksmusiksammlers und -forschers.
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