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Mory Kanté à Paris (Aboudou |
Vor bald 20 Jahren - 1988 -
landete der Sänger und Koraspieler Mory Kanté mit dem Song
„Yéké Yéké“ europaweit einen Hit in
den Charts, verkaufte über eine Million Singles und über 500.000
Alben. Er war der Erste, der die westafrikanische Kora mit elektrischen,
westlichen Sounds verband, handelte sich so den Spitznamen Griot
Électrique ein und gilt deshalb vielen als derjenige, der die
afrikanische Musik revolutionierte. Mit den anschließenden Alben, die
überproduziert und wenig inspiriert waren, versuchte er vergebens an
das Erfolgsschema von 1988 anzuknüpfen. Im Herbst 2004 erschien nun
sein elftes Album Sabou - ein akustisches Meisterwerk und die
Folker!-CD des vergangenen Jahres (s. Folker! 01/2005).
Von Sabine Froese
Mory Kanté wurde 1950 in Albadania bei Kissidougou (Guinea) als eines
der jüngsten von insgesamt 38 Kindern in eine angesehene Griotfamilie
geboren: Sein Vater war oberster Griot von Kissidougou, also oberster
Dichter, Sänger, Geschichtenerzähler, Geschichtsbewahrer und Journalist in einer Person. Sein
Großvater mütterlicherseits war ebenfalls spiritueller Kopf der
Griots in seiner angestammten Region, taufte ihn persönlich und
vererbte ihm seinen Namen. Mory Kanté sog die Geschichte seiner
Vorfahren mit der Muttermilch auf, lernte früh zu singen und
Balaphon zu spielen. Mit sieben Jahren schickte
ihn seine Familie in Malis Hauptstadt Bamako zu seiner Tante Mananba
Kamissoko, ebenfalls eine Griot. Mit 15 Jahren war seine Lehrzeit beendet,
er kannte nun die traditionellen Rituale und hatte seinen Gesang und sein
Balaphonspiel perfektioniert. Unzählige Auftritte bei Familienfesten
und anderen Zeremonien machten ihn publikumsfest. Parallel dazu entdeckte er
Mambo und Cha-Cha-Cha aus Kuba, kongolesische Rumba, Soul, Pop und Rock aus
den USA und England. Er lernte Gitarre und trat mit seiner ersten Band auf.
1971 stieß Mory Kanté als Gitarrist und Balaphonist zur angesehenen Rail Band, deren damaligen Sänger Salif Keita er zwei Jahre später ersetzte, als dieser zur Band Les Ambassadeurs wechselte. Die Rail Band tourte durch Westafrika und trug Mory Kanté überregionale Bekanntheit ein. Bei dem malischen Koravirtuosen Batrou Sekou Kouyaté entdeckte er dieses Instrument für sich und beherrschte es bald in Vollendung. Aus Anerkennung vermachte ihm der Meister 1974 seine Kora, die zu Mory Kantés ständiger Begleiterin wurde. Bis heute besitzt er nur diese eine. „Sie hat eine Seele“, sagt er über sie, die auf jedem Flug ein Extraticket spendiert bekommt, damit sie in seiner Nähe mit auf die Reise gehen kann. Verpackt wird das kostbare Instrument allerdings nie - wenn es regnet, erzählt er lachend, würden sie eben gemeinsam nass.
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