HALBMAST

JEAN REDPATH

JEAN REDPATH * FOTO: LOUIS DE CARLO

28.4.1937 in Edinburgh, Schottland
bis 21.8 2014 in Arizona, USA

Die schottische Folksängerin Jean Redpath starb im Alter von 77 Jahren in einem Hospiz in Arizona an einer Krebserkrankung. Ihre Karriere als Interpretin traditioneller Folksongs begann – wie die vieler anderer Folksänger – im Greenwich Village in New York. Die Vereinigten Staaten waren zeitlebens für ihre musikalische Entwicklung und auch für ihren späteren Erfolg in Schottland von zentraler Bedeutung. Ihr Leben verbrachte sie auf beiden Seiten des Atlantiks, behielt aber immer eine enge Bindung an ihre Heimat in Fife. Live erzählte Jean Redpath ihre Lieder oft nur mit ihrer warmen, natürlichen Mezzosopranstimme ohne jede instrumentelle Begleitung. Einige Songs sang sie zur Gitarre. Auf vielen Schallplatten und CDs wird sie von Streichinstrumenten, Harfe und Piano unterstützt. Musikalisch besonders anspruchsvoll gestaltet sind die von Serge Hovey arrangierten Aufnahmen mit Werken von Robert Burns. Die englische Wikipedia listet nur 23 Alben von Jean Redapth. Es gibt und gab jedoch viel mehr. Ihrer Website zufolge (www.jeanredpath.com) sind 29 Alben erhältlich, 14 weitere soll es gegeben haben, einige davon sicher als Kompilationen mit anderen Künstlern. Ich bin Jean Redpath zuletzt irgendwann Mitte der Neunzigerjahre in Stirling begegnet – im Rahmen eines eher nostalgischen Treffens von Teilnehmern der Heritage of Summer Schools. Gelegentlich hatte ich einen kurzen E-Mail-Kontakt mit ihr. Für alle die, die sie persönlich erlebt haben, gerade auch als Lehrerin, ist mit ihr eine Art Ära zu Ende gegangen. Für mich kann ich sagen, dass ich es als Privileg empfunden habe, an ihren Kursen teilnehmen zu können. Schottische Freunde haben mir bestätigt, dass es ihnen ebenso ging.

Heinz-Peter Katlewski

MANUEL LEE ROTH

MANUEL LEE ROTH

25.11.1919 New Castle, Indiana, USA
bis 25.7.2014 /Ojai, Kalifornien, USA

„Ich heiße Bob Dylan, kann ich hier ein paar Songs spielen?“ Er konnte. Manny Roth ließ den jungen Mann, der gerade aus Minnesota nach New York getrampt war, im Rahmen einer Hootenanny-Nacht auf die Bühne seines Cafe Wha?. Das war am 24. Januar 1961. Roth, der aus dem Bundesstaat Indiana stammte, hatte den Club zwei Jahre zuvor eröffnet. Die Wände hatte er mit schwarzer Farbe bemalt, um die Atmosphäre einer Höhle zu schaffen. 325 Menschen fasste der Veranstaltungsraum. Zunächst ging ein Korb herum, um die Musiker zu bezahlen, die sich den ganzen Tag lang abwechselten: Auf einen Congatrommler konnte ein Imitator und dann ein Balladensänger folgen. Bob Dylans erster fester Job war, andere Musiker als Harmonikaspieler zu begleiten. „Das Beste an dem Platz war eigentlich, dass du dort etwas zu essen bekamst“, wird Dylan zitiert. Zunächst war das Cafe Wha? Treffpunkt der Dichter der Beatgeneration, die dort Kaffee tranken. Alkohol gab es mangels fehlender Schanklizenz nicht. Neben aufmüpfiger Lyrik und Stand-up-Comedy konnte das Publikum dann auch Folk und Jazz hören. Junge, damals noch völlig unbekannte Künstler wie Jimi Hendrix, Bruce Springsteen, Woody Allen, Lenny Bruce, Bill Cosby und Richard Pryor hatten im Cafe Wha? frühe Auftritte. Der seltsame Name leitet sich schlicht von der englischen Version des Wörtchens „Was?“ ab und sollte so etwas wie Erstaunen vermitteln. In einer Anzeige war ein Beatnik mit Barettmütze und Sonnenbrille unter diesem Ausspruch abgebildet: „Greenwich Village’s Swingingest Coffee House“. Mary Travers kellnerte im Cafe Wha? bevor es Peter, Paul & Mary gab. Manny Roth verkaufte seinen Laden Ende der Sechziger. Nachdem er in den Siebziger- und Achtzigerjahren ein Restaurant beherbergte, wurde das Cafe Wha? unter seinem alten Namen von einem neuen Besitzer wiedereröffnet. Heute erinnern vor allem alte Plakate und Zeitungsausschnitte in den Schaukästen an die legendären Anfangsjahre des Clubs. Als sein Neffe David Lee Roth 2012 mit seiner Band Van Halen im Cafe Wha? spielte, dem Ort, den er schon als Siebenjähriger gerne besucht hatte, sagte er dem Publikum: „Das hier ist ein ganz besonderer Ort. Vor diesem Auftritt bin ich aufgeregter als bei einem Konzert im Madison Square Garden. Hier kannst du dich nicht verstecken.“ Hier kannst du nichts vortäuschen. Manny Roth starb im Alter von 94 Jahren in Kalifornien. Seine Tochter Jodi sagte, dass er es geliebt habe, wenn man ihn als „Duke of Macdougal Street“ bezeichnete.

Michael Kleff

HUGH ALLAN „BUDDY“ MacMASTER

HUGH ALLAN 'BUDDY' MACMASTER * FOTO: JACQUES BOISSINOT

18.10.1924 Timmins, Ontario, Kanada
bis 20.8.2014 Judique, Nova Scotia, Kanada

„Der 1924 geborene Fiddler Buddy MacMaster war und ist ein wichtiges Bindeglied in der Folkmusik Cape Bretons, zum Beispiel zwischen dem ersten ‚Golden Age' 1920-1969 und dem zweiten, dem Revival von 1970 bis heute, ein Bindeglied zwischen der Fiddletradition Schottlands und Cape Bretons ebenso wie zwischen der alten Garde und den jungen Musikern der Insel.“ So zu lesen in Folker 3/2012 in der Rezension von Sheldon MacInnes’ wunderbarem Buch Buddy MacMaster – The Judique Fiddler. Damit wäre das Wesentliche gesagt, vielleicht mit der Ausnahme, dass er in seinem letzten Lebensjahr noch den Lifetime Award der Folk Alliance erhielt und tatsächlich darüber erstaunt war, dass er in eine Reihe mit Pete Seeger, Bob Dylan oder Stan Rogers gestellt wurde. Es hätte den bescheidenen Herrn dann sicherlich auch erstaunt, dass anlässlich seines Todes die kanadischen Zeitungen von Vancouver bis natürlich zur lokalen Cape Breton Post voll mit lobenden Nachrufen waren. Er hat jeden einzelnen vollauf verdient!

Mike Kamp

Update vom
22.10.2014
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