Rezensionen AFRIKA


MAMY KANOUTÉ
Mousso Lou

(Homerecords 4446091, go! www.homerecords.be )
13 Tracks, 55:47; Songinfos in frz.

Was für eine Sängerin! Die Stimmgewalt einer Oumou Sangaré (von der es ebenfalls ein Album namens Moussolou gibt), eine Intonationssicherheit wie Youssou N’Dour und das stimmliche Charisma eines Bambino Diabaté. Mehr Lob geht nicht, und es ist verdient. Die Senegalesin war Backgroundsängerin bei Baaba Maal, der auch Gast ist im Titelstück. Mit acht Streichern und einem sechköpfigen Backingchor nebst einem guten Dutzend Musikern an Gitarre, Bass, Saxofon, Kora, Balafon und Hoddu ist das Album mehr als üppig besetzt. Bis auf den Opener „Yelema“ gibt es allerdings nur Balladen und Midtempostücke, was ein wenig schade ist. Zwei, drei fetzigere Titel mehr hätten dem Album gut getan. Die Lieder sind im deklamatorischen Stil der Griots gehalten, die Musik klingt trotz Streichersektion und elektrischer Instrumente urban-traditionell westafrikanisch. Das Album ist musikalisch tadellos und gut arrangiert und ein Genuss für Leute, die Musik aus Afrika ohne Stützräder hören können.

Luigi Lauer

 

MAMY KANOUTÉ  – Mousso Lou


SIA TOLNO
African Woman

(Lusafrica 662952, go! www.myspace.com/tolnosia )
12 Tracks, 54:19, mit engl. Infos

Nach zehn Sekunden weiß man: Musik aus Nigeria. Klar, Tony Allen spielt Schlagzeug. Afrobeat. Wer hat’s erfunden? Er, an der Seite von Fela Kuti. Sia Tolno stammt aus Guinea, hat sich aber Afrobeat als musikalisch-politische Waffe ausgesucht. Mutig, aber mit Kutis Hauptdarsteller als Groove-Garant kein Problem – der Mann spielt auch mit vierundsiebzig Jahren noch den einzigen Groove, den er kann, den aber so gut wie niemand sonst. Nur gelegentlich geht die Musik Richtung Highlife. Mit Guy N’Sangue am Bass ist auch das kein Problem, er ist auf mindestens hundert Alben jeglicher Couleur zu hören. Sia Tolnos kräftige, soulige Stimme macht sich ausgezeichnet in diesem Umfeld, und ihre hochpolitischen Texte stehen an Eindeutigkeit denen Felas nicht nach. Der Albumtitel passt darum gut, denn „African woman“ ist der Kernsatz in Kutis Hymne „Lady“. Sicher ist: Der gute alte Afrobeat erfährt in Kombination mit Sia Tolnos eher afroamerikanisch ausgelegter Stimme eine reizvolle neue Ausrichtung und eine verdiente Wiederbelebung zugleich.

Luigi Lauer

 

SIA TOLNO  – African Woman

Update vom
26.08.2014
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