PLATTENPROJEKTE

Es gibt im Musikbereich immer wieder Veröffentlichungen, die den Rahmen herkömmlicher Produktionen inhaltlich wie vom Umfang her sprengen und deshalb einer ausführlicheren Betrachtung bedürfen, als dies in Form einer üblichen Rezension geleistet werden kann. Die Folker-„Plattenprojekte“ widmen sich in loser Folge solchen außergewöhnlichen Serien, Boxen, Sammlungen, Sondereditionen – bis hin zu vergleichbaren Unternehmungen wie etwa Internetprojekten, die auf physische Tonträger inzwischen zunehmend verzichten.


In diesem Heft schreibt MICHAEL KLEFF über


Das deutsche Chanson
und seine Geschichte(n)

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DIVERSE:
Das deutsche Chanson und seine Geschichte(n)
(Bear Family Records, 2013)

100 Jahre Brettlkunst – Teil 1
CD 1: Chansons aus dem Mutterland des Chansons und mehr
CD 2: Die Wurzeln – Freiheitslieder, Moritaten
CD 3: Frühe Jahre

100 Jahre Brettlkunst – Teil 2
CD 1: Die goldenen Jahre, 1. Teil
CD 2: Die goldenen Jahre, 2. Teil
CD 3: In dunklen Zeiten

100 Jahre Lied – Teil 3
CD 1: Neuer Anfang
CD 2: Neue Wege
CD 3: Neue Welle & (Glasn-)Ost

100 Jahre Lied – Teil 4
CD 1: Über Grenzen
CD 2: Nachwendezeit und Parodien
CD 3: Im neuen Jahrtausend

Was haben Jan Delay und Aristide Bruant gemeinsam? Sie stehen in einer Linie in der Geschichte eines Genres, das seine Anfänge um das Jahr 1900 herum hatte. Damals tauchte zum ersten Mal der Begriff „deutsches Chanson“ auf. Otto Julius Bierbaum benutzte ihn als Überschrift für eine von ihm zusammengestellte Sammlung von Liedtexten. In Frankreich, im Mutterland des Chansons, beginnt die musikalische Spurensuche, an deren Ende zwölf CDs mit rund dreihundert Titeln stehen. Vier Booklets mit insgesamt über siebenhundert Seiten begleiten die Musik und erzählen die Geschichte(n) des Chansons – über die Lieder und ihre Hintergründe, ihre Verfasser und Interpreten.

DAS DEUTSCHE CHANSON UND SEINE GESCHICHTE(N) 1 DAS DEUTSCHE CHANSON UND SEINE GESCHICHTE(N) 2
DAS DEUTSCHE CHANSON UND SEINE GESCHICHTE(N) 3 DAS DEUTSCHE CHANSON UND SEINE GESCHICHTE(N) 4
Ihren fran­zö­sischen Vor­bil­dern nacheifernd, tragen am Anfang deutsche Künstler ihre Lieder in den neuartigen Revuen, in modernen Operetten und im ersten Kabarett vor. Fritzi Massary – mit einem ordentlichen Schuss Erotik –, Claire Waldoff oder Otto Reutter gehören zu den frühen Interpreten. Die erste große Blütezeit des deutschen Chansons bricht nach dem Wegfall der kaiserlichen Zensur in der Weimarer Republik an. Dabei reicht das Repertoire von der politischen Zeitkritik bis zum Unterhaltungsstück. Unter den Komponisten sind Friedrich Hollaender und Kurt Weill, unter den Textern Erich Kästner, Kurt Tucholsky und Bertolt Brecht. Ihre Kompositionen und Texte werden von Sängerinnen und Sängern wie Marlene Dietrich und Yvette Guilbert sowie Willy Rosen und Ernst Busch vorgetragen. Eine ganze CD ist auch Liedern in den Jahren der Naziherrschaft gewidmet. Dora Gerson, Heinz Rühmann, Lale Andersen und Gustaf Gründgens sind einige der Namen, die unter der Überschrift „In dunklen Zeiten“ vorgestellt werden.

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Update vom
27.02.2014
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