Die Gitarre als Werkzeug des Cantautors

ZUM 40. TODESTAG VON VíCTOR JARA

Die wichtigste Stimme der Nueva Canción Chilena lebt

  VICTOR JARA  
 


Müsste man einen lateinamerikanischen Liedermacher unter Tausenden von Berufskolleginnen und -kollegen auswählen, wäre das Víctor Jara – nicht nur, weil seine Ermordung einen weltweiten Protest auslöste. Wenn Víctor Jara etwa „Te Recuerdo Amanda“ anstimmte, war das nicht nur ein sehr einfühlsames Liebeslied, es war auch ein Aufschrei gegen die soziale Ungerechtigkeit in Lateinamerika. Seine Stimme war weich und sanft, aufrichtig und anklagend zugleich. Sie war getränkt mit der Hoffnung für diejenigen, die in der Fabrik und der Mine ihr karges Auskommen fanden. Im September 1973 verstummte diese Stimme – jedoch nicht für immer, entgegen der Hoffnung der Putschisten. Sein Schaffen animierte junge Leute in Lateinamerika und auf der ganzen Erde, Lieder für eine bessere Welt zu schreiben. Seine Stimme wird auch vierzig Jahre nach seiner Ermordung noch gehört.


TEXT: MARTIN STEINER

 

Juni 1983. Irgendwo in den südlichen Anden an der Grenze von Argentinien zu Chile. Auf der Straße liegt trübweißer, schmutziger Schnee, aber noch ist sie passierbar. „Bienvenido a Chile – Willkommen in Chile“, empfängt der Militärpolizist den jungen Europäer. Dessen Gepäck scheint die Zöllner nicht zu interessieren. Ganz im Gegensatz zu dem der Chilenen, die ihre Verwandten in ihrer Heimat besuchen, obschon der bärtige Europäer doch eher denjenigen gleicht, die die Militärs zehn Jahre früher ins Exil trieben oder umbrachten.

»Ich singe nicht,
weil ich eine gute
Stimme habe.«

Víctor Jara

Am späten Morgen des 11. September 1973 bombardierten die chilenischen Streitkräfte unter Führung von General Augusto Pinochet die Moneda, den Präsidentenpalast Chiles im Herzen Santiagos. Ein paar Stunden zuvor hatte sich Salvador Allende, der demokratisch gewählte Präsident des Linksbündnisses Unidad Popular, noch einmal an sein Volk gewandt. „Mit Sicherheit ist dies die letzte Gelegenheit, mich an Sie zu wenden. (...) Mir bleibt nichts anderes, als den Arbeitern zu sagen: Ich werde nicht aufgeben! In diesem historischen Moment werde ich die Treue zum Volk mit meinem Leben bezahlen.“ Als die Armee den Palast erstürmte, fand sie den toten Präsidenten, der zuvor Selbstmord begangen hatte.

go! www.cancioneros.com
(komplette Diskografie mit
allen Liedtexten)

go! www.justiciaparavictor.cl
(Fundación Víctor Jara)

Auswahldiskografie:
Víctor Jara (Demon, 1967)
Pongo En Tus Manos Abiertas (Jota Jota, 1969)
Canto Libre (Odeon, 1970)
El Derecho De Vivir En Paz (DICAP, 1971)
La Población (DICAP, 1972)

Buchtipp:
Víctor, Un Canto Inconcluso von Joan Jara
Deutsche Übersetzung: Victor, ein unvollendetes Lied (Verlag Volk und Welt, 1986)

Am nächsten Morgen wurde Víctor Jara zusammen mit mehreren Dozenten und Tausenden von Studenten verhaftet und ins Nationalstadion abgeführt, wo sie die Folter oder der Tod erwartete. Pinochets Schergen fügten Jara Rippenbrüche zu und zertrümmerten seine Hände. „Jetzt kannst du für uns Gitarre spielen“, riefen sie dem Sänger zu, der mit gebrochenen Händen auf dem Boden lag. Er stand auf sang und die ersten Strophen von Sergio Ortegas Lied „Venceremos“ (Wir werden gewinnen). Einige Tage später fanden Straßenkehrer einen leblosen Körper mit schweren Folterverletzungen und vierundvierzig Kugeln im Körper in einem Außenbezirk von Santiago. Von dort brachten sie ihn in die Leichenhalle. Die Arbeiter erkannten in dem Toten Víctor Jara und verständigten seine Frau. Joan Jara, seine Witwe, dazu: „Ich hatte Glück, wenn man das Glück nennen kann. Ich fand meinen Mann und konnte ihn beerdigen. Anders als viele andere Chilenen, die vergebens jahre-, ja jahrzehntelang ihre Kinder, Männer und Eltern suchten, um sie beisetzen zu können.“

Victor Jara

Víctor Jara war einer von vielen, die von den Schergen Pinochets liquidiert wurden. Um Chile von Kommunisten zu befreien, zogen Todesschwadronen im Land herum. Sie zertrümmerten die Glieder von vermeintlichen Staatsfeinden und rissen ihnen die Augen aus, bevor sie sie hinrichteten. Wer solche Gräueltaten verübte, hätte eigentlich mit weltweiten Protesten rechnen müssen. Nicht so die neuen chilenischen Machthaber, denn der Putsch wurde von langer Hand mit Unterstützung des CIA vorbereitet. Wirtschaftskonservative Kreise waren weltweit voll des Lobs für die politische Wende. Der US-Sicherheitsberater Henry Kissinger rechtfertigte den Putsch folgendermaßen: „Ich sehe nicht ein, warum wir nichts tun und zusehen sollten, wie ein Land durch die Unverantwortlichkeit seines eigenen Volkes kommunistisch wird. Die Angelegenheiten sind viel zu wichtig, als dass sie den chilenischen Wählern zur
»Als Bauernsohn erlebte ich
Unrecht und Leiden der
Armen aus der Nähe. Das
forderte mich heraus, mich
für die Rechte der
Armen zu engagieren.«

Víctor Jara
Entscheidung überlassen werden könnten.“ Und Franz Josef Strauß kommentierte den Putsch zynisch: „Angesichts des Chaos, das in Chile geherrscht hat, erhält das Wort Ordnung für die Chilenen plötzlich wieder einen süßen Klang.“ Solchen Worten ließ die Weltbank Taten folgen. Hatte sie der Regierung unter dem Christdemokraten Eduardo Frei noch relativ vorsichtig unter die Arme gegriffen, wurden die Zahlungen unter Salvador Allende gänzlich gestrichen. Während der Militärherrschaft Pinochets setzte die Weltbank dann ein Zeichen ganz anderer Art. Kurz nach dem Sturz Allendes fing sie an, Chile wieder finanziell zu unterstützen. 1982 waren die Zahlungen mit über einhundertzwanzig Millionen US-Dollar doppelt so hoch wie die höchsten je der Regierung Frei ausbezahlten Beträge (aus Rudolf H. Strahm, Warum sie so arm sind, Peter Hammer Verlag, 1985).

Juni 1983. Santiago de Chile. Der Himmel ist grau. Es ist kalt. Leute hasten stumm durch die Straßen. Schwer bewaffnete Polizisten warten an der Straßenecke. Die Stadt scheint ihr Lachen versteckt zu haben. In der kleinen Buchhandlung stehen Werke der Weltliteratur im Schaufenster. „Das musst du lesen“, sagt der Buchhändler zum jungen Europäer. „Das ist die wahre Geschichte über den Militärputsch.“ Der Buchhändler, ein Bohemien mit Bart und Brille, sieht vertrauenswürdig aus. Dem Europäer wird beim Lesen der ersten Seite fast schlecht. Das Buch entpuppt sich als üble Propaganda der Militärjunta.

Victor Jara

Auf der anderen Seite verhallte der Protest der Linken und pazifistischer Kreise. Víctor Jaras bestialische Ermordung machte ihn zur Legende. Sein letztes Gedicht „Somos Cinco Mil“ (Fünftausend sind wir) schrieb er im Stadion kurz vor seiner Hinrichtung. Hunderte haben die Lieder des Chilenen in ihr Repertoire aufgenommen, angefangen von Joan Baez und Judy Collins über Silvio Rodriguez bis zu Inti-Illimani. Unzählige Liedermacher auf der ganzen Welt haben sein Leben und seinen Tod zum Thema ihrer Lieder gemacht. Das Bekannteste ist wohl „Víctor Jara“, ein von Arlo Guthrie vertontes Gedicht von Adrien Mitchell. Vor allem in Lateinamerika schrieben viele namhafte Interpretinnen und Interpreten der Nueva Canción Hommagen an Víctor Jara, unter ihnen Atahualpa Yupanqui, Mercedes Sosa, Daniel Viglietti, León Gieco bis hin zu Los Fabulosos Cadillacs oder Sui Generis, zwei Aushängeschildern des argentinischen Rock Nacional.

Und wenn der Argentinier Andrés Calamaro, Lateinamerikas wohl produktivster Rockmusiker, in Santiago de Chile sechsunddreißig Jahre nach dessen Tod sein Konzert „dem Märtyrer Víctor Jara“ widmet, sagt das nicht nur viel über den chilenischen Sänger, sondern auch über das politische Bewusstsein lateinamerikanischer Musiker aus.
»Víctor Jara war nicht
nur ein großartiger
Musiker, er war auch
ein Vorbild. Er war
einer, der nie aufgab,
mit einem Mut, den
niemand brechen konnte.«

Daniele Sepe
Ohne Jara hätten wohl Liedermacher, vor allem aber auch Rockmusiker, nie in solchem Ausmaß politische und sozialkritische Inhalte in ihre Lieder verpackt. „Víctor Jara war nicht nur ein großartiger Musiker, er war auch ein Vorbild. Er war einer, der nie aufgab, mit einem Mut, den niemand brechen konnte“, erklärt der neapolitanische Saxofonist und Weltmusiker Daniele Sepe die ungebrochene Leuchtkraft des Chilenen. Auch im deutschsprachigen Raum löste die Ermordung Víctor Jaras Betroffenheit aus. So schrieb zum Beispiel 1981 der Basler Aernschd Born eine Hommage an den großen chilenischen Volkssänger. Zwanzig Jahre später legte Hannes Wader mit der Aufarbeitung der damaligen Vorkommnisse in einem Lied nach – in der Hoffnung, dass Víctor Jaras Ausstrahlung auch für zukünftige Generationen nie verblasst. Einen weniger didaktischen Ansatz, Víctor Jara und den chilenischen Militärputsch in Erinnerung zu behalten, wählten Ismael Serrano und Pippo Pollina. Ihre Lieder zielen direkt ins Herz, indem sie sich oder ihr fiktives Selbst darin einbringen. Der Spanier erinnert sich der Leiden des chilenischen Volks in „Vine Del Norte“, einem sehr emotionalen Liebeslied, gespickt mit Liedzitaten des Chilenen. Und wenn Pippo Pollina „Il Giorno Del Falco“ mit den spanisch gesungenen Worten aus Jaras „Manifiesto“ abschließt, legt der Sizilianer Zeugnis davon ab, wie wichtig der Einfluss des Chilenen auf sein Schaffen ist.

Victor Jara

Yo no canto por cantar
ni por tener buena voz,
canto porque la guitarra
tiene sentido y razón


Ich singe nicht,
weil ich singen möchte
oder weil ich eine gute Stimme habe,
ich singe, weil die Gitarre Gefühl und Verstand hat

Die Gitarre ist nicht nur das Werkzeug des Cantautors, sie ist es, die ihm die Stimme verleiht. „Sie hat ein Herz aus Erde, die Flügel einer Taube, sie segnet Ruhm und Leid; aus ihr kommt mein Gesang, wie Violeta (Violetta Parra; Anm. d. Verf.) sagen würde“, schreibt Víctor Jara liebevoll über sein Instrument.

Juni 1983. Insel Chiloé. Eine der vielen tiefschwarzen Regennächte. Die letzten paar Gäste des kleinen Restaurants sind gegangen. Der Wirt kommt zum Tisch des Europäers und fragt, ob das Essen geschmeckt hat. Dann dreht sich der Chilene einmal im Kreis. In der Gewissheit, dass niemand mehr da ist, fängt er zu sprechen an. „Es kommen kaum mehr Gäste. Die Leute haben kein Geld. Die Wirtschaft ist am Boden. Hier kämpfen alle ums Überleben, aber man darf nichts sagen.“

Víctor Jara wurde am 28. September 1932 geboren. In der Zitatenquelle des Centro Artístico Cultural Víctor Jara in Chillán stößt man auf die Jugenderinnerungen des Sängers: „Meine Eltern waren Landarbeiter. Wir lebten in einem kleinen Dorf mit dem Namen Quiriquina, zwölf Kilometer von Chillán Viejo entfernt. Wir waren sechs Geschwister. Wenn es einmal Fleisch gab, war das ein Fest. Wir waren arme Leute. Mein Vater war Analphabet. Er wollte nicht, dass wir zur Schule gingen, damit wir ihn bei der Arbeit unterstützen konnten. So musste ich ihm schon mit sechs oder sieben Jahren auf dem Feld helfen. Doch meine Mutter konnte etwas lesen und sie legte Wert darauf, dass wir wenigstens lesen und schreiben lernten. Sie war eine Sängerin. Jedes Mal, wenn sie auf ein Fest oder eine Beerdigung ging, nahm sie
Victor Jara
den Jüngsten mit. Das war ich. Die Akkorde der Schlaggitarre machte ich mir schnell zu eigen. Ich erinnere mich, wie ich bei meiner Mutter saß und den Klängen lauschte.“ Die Beziehung seiner Eltern verschlechterte sich von Tag zu Tag. Der Vater begann zu trinken, blieb der Familie für mehrere Tage fern, um sie eines Tages ganz zu verlassen. Daraufhin zog die Mutter mit ihren Kindern nach Santiago, wo sie als Köchin in einem Restaurant arbeitete. In dieser Zeit fing Víctor Jara an, Gitarre zu spielen, zu singen und Gedichte zu schreiben. Ein damaliger Freund schildert ihn wie folgt: „Er besaß viele ungewöhnliche Eigenschaften – ein perfektes Gebiss, ein Lächeln fürs Kino, das mit dem harten Leben, in dem er aufgewachsen war, nichts gemein hatte. Er war hübsch, hatte lockiges Haar und ein harmonisches Gesicht. Darüber hinaus entwickelte er eine außergewöhnliche Begabung für alles Künstlerische. Wenn er seinen Körper bewegte, konnte er sich in Vögel und Schmetterlinge verwandeln.“

»Grund zum Feiern ist
es nicht, denn es ist
noch ein langer Weg
bis zur Gerechtigkeit
für alle Opfer.«

Joan Jara
Als Víctor Jara fünfzehn Jahre alt war, starb seine Mutter. Auf Anraten eines Geistlichen trat er ins Priesterseminar ein, das er nach noch nicht einmal zwei Jahren mangels Berufung wieder abbrach. Nach Abschluss des Militärdienstes begann er mit einundzwanzig, Schauspiel an der Universidad de Chile in Santiago zu studieren. Da er die Musik sehr vermisste, schloss er sich dem Chor der Universität an, der die Carmina Burana probte. Ein Jahr später traf er durch den Chor die Balletttänzerin Joan Turner, die später seine Frau wurde. 1957 trat Víctor Jara der Folkloregruppe Cuncumén bei. Etwa zur gleichen Zeit lernte er Violeta Parra kennen, die ihn anspornt, weiterhin Musik zu machen. Noch bevor er 1961 mit „Paloma Quiero Contarte“ sein erstes Lied schrieb, hatte er das Theaterstück Parecido A La Felicidad des chilenischen Autors Alejandro Sieveking und die Komödie Mandragola von Machiavelli zur Aufführung gebracht. Von 1966 bis 1969 war er künstlerischer Leiter der Gruppe Quilapayun. Daneben trat er regelmäßig als Solist in der Peña de los Parra auf. 1970 setzte er sich für die Wahl des Sozialisten Salvador Allende ein, der ihn 1971 zum Kulturbotschafter ernannte.

Víctor Jaras frühes musikalisches Schaffen war durch genaue, poetische Betrachtungen der einfachen Landbevölkerung geprägt. Ganz anders das 1969 erschienene Album Pongo En Tus Manos Abiertas. Dessen Lieder sind eine explizite Aufforderung zum Kampf. Der Feind kommt aus dem Norden und beutet ganz Lateinamerika aus. Noch immer ist da die enge Verbundenheit zur Volksmusik Chiles und der Anden. Noch immer erliegt man sofort dieser weichen, geschmeidigen Stimme und den oft fröhlichen Rhythmen. „A Cochabamba Me Voy“ (Ich gehe nach Cochabamba), dorthin, wo Che Guevara gekämpft hatte – „Ratatatatá, sie sind ihnen entflohen, ratatatatá, da sind sie wieder, ratatatatá, was für eine Lüge, dass die Guerilleros erledigt sind.“ So melodisch, so fröhlich wie bei Víctor Jara hatte noch nie ein Maschinengewehr gerattert. „Seitdem ich ein Jugendlicher war, interessierte mich das politische Geschehen. Ich war Mitglied der kommunistischen Jugend. Oft identifizierte ich mich mit den Diskursen, dem Klassenkampf, den sie propagierten. Als Bauernsohn erlebte ich Unrecht, Leid und Armut aus der Nähe. Das forderte mich heraus, mich für die Rechte der Armen zu engagieren“, meinte Víctor Jara dazu. Später, wie etwa in La Población, wurde er wieder privater – und umso intensiver. In dem 1972 erschienenen Konzeptalbum singt er über das Leben in einem Armenviertel. Wie immer blieb er nah an den Gefühlen der Menschen dran. Mit Mikrofon und Tonband ausgerüstet, hatte er sich zu den Leuten begeben. Zwischen einigen Liedern des Albums erzählt eine Frau, wie sie 1967 Land besetzt hatten, um darauf ihre Hütten zu errichten.

Juli 1983, Valparaíso. Die lichtertrunkene Hafenstadt, die Pablo Neruda einst besang, liegt still da. Arbeitslose Männer stehen gelangweilt unten bei der Werft. Stundenlang. Der junge Europäer geht zu Fuß auf Erkundungstour durch die steilen
»Ich hatte Glück, wenn
man das Glück nennen kann.
Ich fand meinen Mann und
konnte ihn beerdigen.«

Joan Jara
Straßen der Stadt. Das bunte Wellblech der Häuser leuchtet in den Farben des Regenbogens in der untergehenden Sonne. Plötzlich stürzt ein junger Mann aus einem Haus auf den Fremden zu. „Hör zu! Hör mir bitte zu, Gringo. Uns geht es schlecht hier. Keine Arbeit, kaum Essen, keine Menschenrechte. Nur Polizei. Die schlägt uns. Wir gehen drauf in diesem Land. Erzähl das. Erzähl das in deinem Land!“

Wer so auf einen Fremden zuging, musste viel Mut haben oder hatte nichts mehr zu verlieren. Das Amnesty-International-Journal vom Februar 2005 beschreibt das Chile der Militärdiktatur wie folgt: „Jeder, der als ‚subversiv‘ galt, konnte verhaftet werden oder ‚verschwand‘ einfach in einem der
Victor Jara
berüchtigten Chevrolet-Pickups ohne Nummernschild. Verdächtig waren alle, die mit der rechtmäßig gewählten Regierung von Salvador Allende oder einer der zahlreichen linken oder liberalen Organisationen in Verbindung standen oder auch nur mit ihnen sympathisiert hatten. Oft warteten die Geheimagenten der DINA (Dirección de Inteligencia Nacional) bereits in den Wohnungen auf ihre Opfer und folterten sie an Ort und Stelle.“ Am 28. Dezember 2012, fünfundzwanzig Jahre nach der zögerlich einsetzenden Redemokratisierung des Landes, wurde acht Militärs im Mordfall Víctor Jara der Prozess gemacht. Chile beantragte dabei die Auslieferung des mutmaßlichen Haupttäters, der in Florida lebt. Joan Jara meinte anlässlich des Prozesses: „Grund zum Feiern ist es nicht, denn es ist noch ein langer Weg bis zur Gerechtigkeit für alle Opfer.“





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Update vom
26.08.2013
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